Frührentnerin noch geringfügig selbständig tätig

von
Hannelore

Ich habe die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht und bin noch geringfügig selbständig tätig. Die monatlichen Gewinne sind ungleichmäßig zwischen -200 und +1200 Euro. Die Jahresgrenze von 6300 Euro wird nicht erreicht; Rentenkürzungen daher nicht zu erwarten. Aber was ist mit den Rentenversicherungsbeiträgen?

von
Hannelore Kraft die Mutti

Zitiert von: Hannelore
Ich habe die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht und bin noch geringfügig selbständig tätig. Die monatlichen Gewinne sind ungleichmäßig zwischen -200 und +1200 Euro. Die Jahresgrenze von 6300 Euro wird nicht erreicht; Rentenkürzungen daher nicht zu erwarten. Aber was ist mit den Rentenversicherungsbeiträgen?

Du schreibst im Titel Frührentnerin und dann weiter, das die Regelaltersrente noch nicht erreicht. D.h. Du bist Erwerbsminderungsrentnerin und bist Selbständig tätig. Also zahlst du auch keine Rentenbeitäge. Warum wohl? Die hast du bereits als Zurechnungszeit erhalten.

Grüße

von
Hannelore

Ich beziehe eine Rente für langjährig Versicherte mit entsprechenden Abschlägen.

von
W*lfgang

Hallo Hannelore,

solange Sie mit Ihrer selbständigen Tätigkeit die Geringfügigkeitsgrenze nicht überschreiten, sind daraus auch keine Rentenbeiträge fällig.

Auch wenn Sie mehr verdienen, bleiben Sie in einer 'allgemeinen' selbständigen Tätigkeit versicherungsfrei (Versicherungspflicht auf Antrag ggf. noch möglich). In einer versicherungspflichtigen selbständigen Tätigkeit (z. B. lehrende Tätigkeiten) würden Sie allerdings bis zur Regelaltersgrenze noch RV-Beiträge zahlen müssen.

Sollten Sie allerdings in beiden Arten der selbständigen Tätigkeit mehr als 6300 EUR steuerrechtlichen Gewinn erzielen, hätte das als Hinzuverdienst wiederum Einfluss auf die vorgezogene Altersrente/Kürzung.

Außerdem, wenn Sie unbedingt noch Rentenbeiträge einzahlen wollen, geht das bis zur Regelaltersrente in Form der freiwilligen Versicherung mit Monatsbeiträgen von 83,70 - 1.209,00 EUR.

Vielleicht erklären Sie mal, was es mit Ihrer Frage "Aber was ist mit den Rentenversicherungsbeiträgen?" genau auf sich hat/wo der Hintergrund Ihrer Frage liegt.

Gruß
w.

von
Hannelor

Ich möchte keine Rentenversicherungsbeiträge mehr bezahlen.
Aber was ist die Geringfügigkeitsgrenze? Ich finde nirgends einen Hinweis das diese an die neue Hinzuverdienstgrenze von 6300 Euro entsprechen Flexirentengesetz angepasst wurde. Ich habe mehrere Monate mit mehr als 450 Euro Gewinn.

von
W*lfgang

Zitiert von: Hannelor
Aber was ist die Geringfügigkeitsgrenze? Ich finde nirgends einen Hinweis das diese an die neue Hinzuverdienstgrenze von 6300 Euro entsprechen Flexirentengesetz angepasst wurde. Ich habe mehrere Monate mit mehr als 450 Euro Gewinn.

Hallo Hannelore,

bei selbständig Tätigen zählt grundsätzlich/weil's einfacher ist, der steuerrechtliche JAHRES-Gewinn. Insofern sind Sie ein wenig besser gestellt, da Sie die Grenze von 5.400 (12x450) nicht mehr einhalten müssen.

Mit der neuen Hinzuverdienstregelung können Sie natürlich auch weiterhin mtl. Nachweise führen - im Ergebnis gilt in beiden Fällen 6.300 EUR max. aufs Jahr, um eine Kürzung der Rente zu vermeiden.

Nebenbei, die Geringfügigkeitsgrenze *) hat auch nicht unbedingt etwas mit der Hinzuverdienstgrenze zu tun. Suchen Sie neu und Sie werden finden ...oder verlassen sich auf die Antworten hier - und die Informationen in Ihrem Rentenbescheid/die aktualisiert von Ihrer DRV anfordern können können.

Oder schmökern hier mal durch:

https://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/03_broschueren_und_mehr/01_broschueren/01_national/flexirente_das_ist_neu_fuer_sie.html

*) ganz entscheidet ist die Geringfügigkeitsgrenze (5400) allerdings für die Beurteilung von RV-Beiträgen einer grundsätzlich versicherungspflichtigen selbständigen Tätigkeit! - auch wenn 6300 aus Sicht Hinzuverdienstgrenze zulässig sind.

Nun sind Sie vollends verwirrt? ...vielleicht verraten Sie uns einfach Ihre selbständige Tätigkeit, damit wir auf den Punkt kommen können :-)

Gruß
w.

von
Hannelore

Zunächst Dank an Wolfgang für die Bemühungen um Antwort. Mir geht es nicht um die Frage der Kürzung der Rente, sondern um die Frage,ob noch Rentenversicherungsbeiträge zu leisten sind. Als Ärztin habe ich auch keine grundsätzlich rentenversicherungspflichtige Tätigkeit.

von
Werner67

Wenn der Jahresgewinn über 5.400,- EUR liegt, kann Versicherungspflicht eintreten.
Das hängt davon ab, welche Art Tätigkeit Sie ausüben.
Versicherungspflichtig sind Sie z.B. dann, wenn Sie als Lehrerin/Dozentin, Trainerin, Tagesmutter, Handwerkerin, Physiotherapeutin, Ergotherapeutin, Hebamme, Masseurin oder Künstlerin/Publizistin tätig sind.
Versicherungspflicht kann auch eintreten, wenn Sie - unabhängig von der Art der Tätigkeit - überwiegend für einen Auftraggeber tätig sind und keinen Arbeitnehmer beschäftigen.
Bei Fragen wenden Sie sich bitte vertrauensvoll an Ihre nächstgelegene Auskunfts- und Beratungsstelle.

Gruß
Werner.

Experten-Antwort

Hallo Hannelore,

den Beiträgen von „W*lfgang“ kann ich grundsätzlich zustimmen. Da Sie als Ärztin keine dem Grunde nach rentenversicherungspflichtige selbständige Tätigkeit ausüben (und sicher auch nicht auf Antrag nach § 4 SGB VI rentenversicherungspflichtig sind) müssen Sie dann auch keine Beiträge aus der selbständigen Tätigkeit an die gesetzliche Rentenversicherung zahlen. Die Geringfügigkeitsgrenze spielt für Sie dann insoweit keine Rolle. Hinsichtlich evtl. weiterer Beiträge an ein berufsständisches Versorgungswerk kann ich im Rahmen dieses Forums jedoch keine Auskünfte geben. Zu Klärung dieser Frage müssten Sie sich direkt an den zuständigen Versorgungsträger wenden.

von
Hannelore

Vielen Dank für Ihre Antworten!