Für vier Kinder nur jeweils 27 EUR Rente?

von
Peter Meyer

Meine Mutter hat vier Kinder zwischen 1957 und 1967 bekommen und großgezogen. Nach dem Rentenbescheid werden ihr dafür nicht einmal vier persönliche Entgeltpunkte zugerechnet. Dafür hatte sie, wie damals üblich, ihre Berufstätigkeit unterbrochen. Alle vier Kinder zahlen in die Rentenkasse ein. Sie selbst erhält je Kind eine zusätzliche Monatsrente von EUR 27,00, insgesamt also rd. EUR 108,00. Ich hab's nicht glauben wollen. Kann das tatsächlich sein? Wäre toll, wenn mir jemand was dazu sagen könnte. Viele Grüße und Dank im Voraus!

von
Michl

Es ist tatsächlich so, das Mütter deren Kinder vor 1992 geboren wurden, pro Kind 1 Rentenpunkt bekommen und für Mütter, deren Kinder nach 1992 geboren wurden, 3 Rentenpunkte. Weshalb diese Ungerechtigkeit besteht, ist mir auch nicht verständlich, denn schließlich sind, Mütter wie die Kinder gleich oder aber vielleicht sind die Kinder, die nach 1992 geboren wurden, bessere Kinder als unsere.

von
Michl

Quelle:

http://www.altersdiskriminierung.de/themen/artikel.php?id=4661

Vor 1992 Mutter = weniger Rente

15.05.2012

Für Geburten nach dem 1.1.1992 werden der oder dem Erziehenden die ersten drei Jahre nach der Geburt des Kindes als Kindererziehungszeit angerechnet. Für Geburten vor dem 1.1.92 ein Jahr. Damit sind jeweils die ersten 36 beziehungsweise 12 Kalendermonate nach dem Geburtsmonat als Pflichtbeitrag belegt.

Das Sozialgericht in Trier hat im Januar 2012 entschieden, dass diese unterschiedliche Anerkennung von Zeiten der Kindererziehung verfassungsgemäß ist. Die Sozialrichter stützen sich dabei auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts in einem ähnlichen Verfahren. Darin haben sie, wie so oft, die "weite Gestaltungsfreiheit des Gesetzgebers" bemüht,um "das Vorliegen einer gegen das Grundgesetz verstoßenden Ungleichbehandlung" zu verneinen.

Geklagt hatte der ehemalige Vizepräsident des Sozialgerichts in Trier. Er will nun die Klage weiterführen bis zum EuGH. Unterstützung findet er bei Frauen aus der CDU. Sie fordern eine verbesserte Anrechnung für die Erziehung von Kindern, die vor 1992 geboren wurden. Der Rentenaufschlag würde pro Monat rund 50 Euro betragen. Die CDU-Frauen sehen darin ein Mittel, die drohende Altersarmut von Müttern abzumildern. Auf dem Parteitag in Leipzig hatten die CDU-Frauen eine entsprechende Reform der Altersvorsorge verlangt und damit ihre Zustimmung zum umstrittenen Betreuungsgeld verknüpft.

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Ich bin Mutter von 4 Kindern, die alle vor 1992 geboren sind. Habe Beruf, sogar Studium, zugunsten der Kindererziehung aufgegeben. Damals gab es noch keine Krippen im Westen für alle. Außerdem kam es meinen Kindern sehr zugute. Sie sind heute alle Akademiker und Leistungsträger der Wirtschaft. Aber ich habe dafür eine mikrige Rente. Kaum der Rede wert. Warum wird meine Arbeitsleistung hier anders bewertet als die Erziehung von Kindern ab Jahrgang 1992? Das ist sehr verletzend und absolut diskriminierend.
A.H. 25.4.2012

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Ich bin 1948 geboren, habe 4 Kinder erzogen, galt in der Zeit wegen der Kinder als asozial, haben kaum eine Wohnung bekommen. Heute bekomme ich mit 64 Jahren eine Erwerbsunfähigkeitsrente in Höhe von 183 €. Ich hätte aber mehr, wenn mir auch 3 Jahre pro Kind angerechnet werden würden. Wo bleibt da die soziale Gerchtigkeit
A.D. 27.4.2012

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Auch ich bin betroffen. Habe 3 Kinder, alle vor 1992 geboren. Gibt es eine Unterschriftenaktion oder irgendwas, was ich unterstützen kann?
C.A. 15.5.2012

von
Claire Grube

Ab 01.07.2012 gibt es pro Kind ganz üppige 28,07 EUR Rente, da die Kinder vor 1992 geboren sind! Für Kinder, die ab 01.01.1992 geboren wurden, ist es das Dreifache.

http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_56R0
http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_57R0

Ist eine Kindererziehungszeit anzurechnen, besteht Versicherungspflicht nach § 3 S. 1 Nr. 1 SGB 6. Die Beiträge für Kindererziehungszeiten werden vom Bund getragen (§ 177 SGB 6).
Kindererziehungszeiten erhalten seit dem 01.07.1998 für jeden Kalendermonat 0,0833 Entgeltpunkte. Dies entspricht 100 % des Durchschnittsentgelts.

Nach § 56 Abs. 1 S. 1 SGB 6 sind Kindererziehungszeiten Zeiten der Erziehung eines Kindes in dessen ersten drei Lebensjahren. Die Regelungen in § 56 SGB 6 gelten uneingeschränkt für Kindererziehungszeiten ab 01.01.1992.

Für Kindererziehungszeiten bis 31.12.1991 sind Sonderregelungen zu beachten. § 249 Abs. 1 bis 6 SGB 6 regelt insbesondere die Dauer der Kindererziehungszeit für Geburten vor dem 01.01.1992, den Ausschluss der Geburtsjahrgänge vor 1921 von der Anrechnung und die Zuordnung der Kindererziehungszeit bei Tod der Mutter vor dem 01.01.1986.

http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_249ABS1-6

Zur Frage der Gerechtigkeit befragen Sie Ihren Volksvertreter (Bundestagsabgeordneten)!

von
Schießl Konrad

Zitiert von: Peter Meyer

Meine Mutter hat vier Kinder zwischen 1957 und 1967 bekommen und großgezogen. Nach dem Rentenbescheid werden ihr dafür nicht einmal vier persönliche Entgeltpunkte zugerechnet. Dafür hatte sie, wie damals üblich, ihre Berufstätigkeit unterbrochen. Alle vier Kinder zahlen in die Rentenkasse ein. Sie selbst erhält je Kind eine zusätzliche Monatsrente von EUR 27,00, insgesamt also rd. EUR 108,00. Ich hab's nicht glauben wollen. Kann das tatsächlich sein? Wäre toll, wenn mir jemand was dazu sagen könnte. Viele Grüße und Dank im Voraus!

Bedenken Sie bitte, es gab auch schon Zeiten, da wurden überhaupt keine EP.
( früher Werteinheiten gutgeschrieben)

Der Staat muß aus Steuermitteln immerhin
je Geburt ( 1 EP.) derzeit -32446 errech-
neter Durchschnittsverdienst aller Be-
schäftigter- mit 19,60% Euro 6359,42 auf-
bringer. Naturgemäß für Geburten ab 1992
x 3 Eu: 19078,26.

Richtig ist, bis 30.6.2012 sind dies bei vier
Geburten a/ 27,47 in Westen x 4 109,88
monatlich. Ab 1.7.12 4 x 28,07 ( West)
112,28 Euro Brutto monatlich.
Zur Verdeutlichung, meine Frau erhält für
5 Geburten- 28,07 ab 1.7.12- 140,35 Eu:

Wären dies Geburten erst ab 1992 gewesen, Euro 421,05 monatlich. Da gibt es tatsächlich einen Sozialverband, der fordert 6 EP. je Geburt, dies wären bei 5
Geburten 30 EP. und 842,10 monatliche
Bruttorente.
Da frage ich mich schon, was sind das für Leute die dies fordern?

Immer wieder aber vermisse ich den Hin-
weis, ohne sozialversicherte Tätigkeit und
keiner Beitragszahlung wird bei vier Geburten vor 1992 überhaupt keine Rente
bezahlt.
Deshalb wieder mein Hinweis, ab 65 LJ.kann
dies durch eine Beitragsnachzahlung von Eu.
940,80 geheilt werden.
Es kann also für die 4 Kinder (28,07 x 4)
112,28 sofort gewährt werden.
Dies gilt auch für 67 jährige Mütter-oder
Ältere-sinngemäß natürlich auch bei nur
3 Geburten-.
Weiterer Hinweis, es steht außer Zweifel,
der Mutter von Peter Mayer wurden die
4 EP. gutgeschrieben.

von
Hamburgerin

Die Frauen meiner Generation (ich bin Jg. 1944) lebten ja noch vielfach das Modell der Hausfrauen-Ehe d.h. der Ehemann war der Versorger, die Frauen hatten den Part der Kindererziehung.

Meine Schwiegermutter mit zwei Söhnen hat auch nur eine eigene Rente von ca. 200 Euro von etwas Erwerbstätigkeit und KEZ und ist somit auf die Witwenrente zwingend angewiesen.

Ich konnte ab 1972 durch glücklichen Zufall erst Teilzeit- und später Vollzeit berufstätig werden und eigene, gut ausreichende Rente erarbeiten.

Unter meinen Freundinnen sind aber durchaus noch Frauen, die immer geringfügig oder Teilzeit und das auch nur in Abständen gearbeitet haben, sozuagen als Zuverdienst.

Und wenn dann noch spät eine Trennung erfolgte, sieht es oft ganz bitter aus.

von
Willi Schönig

" Und wenn dann noch spät eine Trennung erfolgte, sieht es oft ganz bitter aus. "

In dem Zusammenhang sollte man dann aber schon auch den Versorgungsausgleich und die dann die diesen Ex-Ehefrauen zuerkannten Rentenpunkte mit berücksichtigen. So ganz " arm " an Rente stehen auch langjährige Verheirate Frauen nach einer Trennung nun nicht da...

von Experte Experten-Antwort

Ich kann mich inhaltlich voll den Aussagen von "Claire Grube" vom 18.05.2012 anschließen.

Kurz zusammengefasst gilt für Ihre Mutter folgendes:

- Da alle Kinder vor dem 01.01.1992 geboren wurden, wird pro Kind nur ein Jahr Kindererziehungszeit angerechnet, d. h. insgesamt 4 Jahre.
- Pro Jahr Kindererziehungszeit erhält Ihre Mutter 1 Entgeltpunkt, d. h. insgesamt 4 Entgeltpunkte.
- Für einen Entgeltpunkt erhöht sich die monatliche Rente um derzeit 27,47 Euro bzw. um 28,07 Euro ab 01.07.2012.
- Bei 4 Jahren Kindererziehungszeit bekommt Ihre Mutter also zusätzlich derzeit 109,88 Euro bzw. ab 01.07.2012 112,28 Euro.