FZR/AAÜG Arbeitsausfall

von
Hirsch

Mir wurde erklärt, dass auf Arbeitsausfalltage keine Rentenversicherungsbeiträge in der ehemaligen DDR bezahlt wurden. Daher ist das Einkommen, was der Rente zugrunde liegt geringer als der tatsächliche Bruttoverdienst. Wie verhält es sich aber mit den "Überentgelten", die bei mir als AAÜG auftauchen. Darf der Versorgungsträger, auf dessen Bescheinigung die Rentenberechnungen beruhen, auch einfach die Verdienste kürzen, nur weil die Beitragsbemessungsgrenze von 600 M/Monat wegen Arbeitsausfall nicht erreicht wurde?

von
LS

Bekommt jemand wegen Anerkennung der Zusatzversorgung seinen gesamten Verdienst berücksichtigt, wird er in der gleichen Höhe übernommen, wie er in der DDR im jeweiligen Jahr erzielt wurde.
Eine "zusätzliche oder nochmalige Minderung" findet nicht statt.

Lag Krankheit vor, wurde in der DDR der Gesamtverdienst im Monat entsprechend gemindert, egal ob der unterhalb von 600 DM lag oder darüber.

Wenn Sie in Ihre Anlage 2 sehen, finden Sie den bescheinigten Verdienst, getrennt nach SVA und AAÜG.

Sie werden da an keiner Stelle eine Minderung feststellen zu dem Wert, der im Verdienstbeleg für den gleichen Zeitraum nachträglich bescheigt wurde.
(Ausgenommen sind Verdienste aus dem Versorgungssystem für den Staatsapparat.
Lag da Krankheit vor, wurde trotzdem der volle Tariflohn bescheinigt)

Die Berücksichtigung von Krankheits- und Ausfallzeiten in den Rentenbescheiden führt für alle beitragsfreien Monate stets zur Ermittlung von
-zusätzlichen Entgeltpunkten, die zur Erhöhung der Rente führen, was überwiegend auch für beitragsgeminderte Zeiten gilt.

Experten-Antwort

Arbeitsausfalltage sind die Summe der einzelnen Tage (u. a.) der Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit, Arbeitsunfall oder Berufskrankheit im jeweiligen Kalenderjahr bei demselben Arbeitgeber.

In diesen Zeiten der Arbeitsunfähigkeit wurde regelmäßig kein Arbeitsentgelt erzielt, so dass auch keine Beiträge zu zahlen waren. In den Monaten mit Arbeitsunfähigkeitszeiten konnten Beiträge demnach nur aus einem Entgelt bis zur anteiligen Beitragsbemessungsgrenze (Ost) entrichtet werden.

Hinsichtlich der nach dem AAÜG zu berücksichtigenden Zeiten sind wir als Rentenversicherungsträger an die Angaben des Versorgungsträgers gebunden. Bei der Rentenberechnung werden die bescheinigten Entgelte ggf. auf die Beitragsbemesssungsgrenze (West) bzw. bei vorhandenen Ausfallzeiten auf die anteilige Beitragsbemesungsgrenze (West) gekürzt.

Bezüglich der nach dem AAÜG ermittelten Entgelte sollte beim Versorgungsträger nachgefragt werden.

Interessante Themen

Soziales 

Midijob-Grenze steigt: Wer wie profitiert

Mehr Netto vom Brutto. Darüber können sich von Oktober an Millionen Arbeitnehmer freuen.

Rente 

Hinzuverdienstgrenze für Frührentner fällt 2023 weg

Wer als Frührentner arbeiten geht, muss nicht mehr fürchten, dass die Rente gekürzt wird – für ältere Arbeitnehmer ein Anlass, die eigene...

Altersvorsorge 

„Senioren Geld aus der Tasche ziehen“

TV-Werbespots preisen den Teilverkauf als perfekte Form der Immobilienverrentung. Warum ein Experte davon gar nichts hält.

Rente 

Rentenbesteuerung: Diese Regeln gelten für Rentner bei der Steuer

Was wie besteuert wird, wie Rentner die Anlage R richtig ausfüllen und wie sie Steuern sparen können.

Altersvorsorge 

Baukredit mit 50+: Geld gibt’s auch im Alter

Auch ältere Menschen brauchen mitunter ein Darlehen von der Bank für eine Immobilie. Wie die Chancen stehen und was Verbraucherschützer raten.