Gehaltsumwandlung bei 400-Euro-Job

von
Sieglinde

Können auch geringfügig Beschäftigte mit einem 400-Euro-Job den Anspruch auf Gehaltsumwandlung geltend machen? Ist die Voraussetzung dafür, dass ich den Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung auf den vollen Beitragssatz aufstocke?

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Sieglinde,

die Frage ist nicht so einfach zu beantworten, da eine sehr komplexe Materie dahinter steckt.

Grundsätzlich:

Geringfügig beschäftigte Arbeitnehmer, deren regelmäßiges Entgelt nicht mehr als 400 € beträgt und die nicht auf die Beitragsfreiheit in der gesetzlichen Rentenversicherung verzichtet haben ( also nicht aufstocken ) , haben keinen gesetzlichen Anspruch auf Entgeltumwandlung.

Anmerkungen:
- Entgeltansprüche die auf Tarifvertrag beruhen können nur zur Entgeltumwandlung genutzt werden, wenn der Tarifvertrag dies zulässt ( sog. Tarifvorbehalt ).
- Umgewandelt werden müssen in der betrieblichen Altersvorsorge im Jahr 2012 mind. 197,- € jährlich ( = 1/160 der Bezugsgröße § 18 SGB IV).

Ausnahmen:

Ein Rechtsanspruch könnte sich aber bei Mini-Jobbern auch aus anderen Regelungen ergeben, so zum Beispiel aus bestehendem Tarifvertrag, einer Betriebsvereinbarung oder einer einzelvertraglichen Vereinbarung. Diese Möglichkeiten wären beim Arbeitgeber zu erfragen.

Allgemeiner Hinweis:

Die staatliche Förderung bei der Entgeltumwandlung zeichnet sich dadurch aus, das der Arbeitnehmer Sozialversicherungsbeiträge und Steuern spart, die er in das betriebliche Altersvorsorgeprodukt einzahlt. Bei Minijobbern dürfte sich dieser Effekt in Grenzen halten.

Minijobber können, sofern Sie die Rentenversicherungsbeiträge aufstocken, staatlich gefördert „riestern“. Die mögliche Riesterzulage dürfte sich für Minijobber eher anbieten.

Informationen zur staatlich geförderten Altersvorsorge erhalten Sie auch bei den Auskunfts- und Beratungsstellen der deutschen Rentenversicherung. Die Ihrem Wohnort nächst gelegene Beratungsstelle können Sie unter dem Link „Service/Beratungsstellen“ ermitteln.