Geldwerte Vor- und Nachteile

von
Frager

Sehr geehrte Damen und Herren,

bekanntlich müssen "geldwerte Vorteile" die der Arbeitnehmer erhält, versteuert und verbeitragt werden, so zum Beispiel der Zinsvorteil, wenn der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer einen zinslosen Kredit gewährt.
Wie sieht es nun umgekehrt aus, wenn also der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber einen zinslosen Kredit gewährt, und dies offensichtlich im Rahmen des Beschäftigungsverhältnisses erfolgt? Dies kann z.B. vorkommen, wenn der AN eine Geschäftsreise privat vorfinanziert und auf die Reisekostenerstattung wegen bürokratischer Verzögerugen mehrere Monate warten muss.
Kann der Nachteil des Arbeitnehmers bei der Berechnung von Beiträgen und / oder Steuer berücksichtigt werden?

von
Falsches Forum

Hier ist Ihre Frage falsch!

von Experte/in Experten-Antwort

Sehr geehrter Frager,
es geht in Ihrer Frage doch mehr um innerbetriebliche Abläufe.
Diese Auslagesituation wirkt sich nicht auf Beiträge für Ihre Rentenversicherung aus.
Hoffentlich gelingt es Ihnen eine funktionierende Regelung mit Ihrem Arbeitgeber zu entwickeln. Viel Erfolg.

von
Bernhard

Ist ein Arbeitnehmer verpflichtet, aufgrund seiner Beschäftigung entstehende Reisekosten vorzufinanzieren, so handelt es sich bei einem dabei entstehenden Zinsaufwand (z.B. infolge Überziehung des Girokontos) um Werbungskosten, die von der Einkommenssteuer abgesetzt werden können.

Kann ein entgangener Zinsertrag nachgewiesen werden, gilt dasselbe.

Die gesetzlichen Sozialversicherungen hingegen orientieren sich bei abhängig beschäftigten Arbeitnehmern lediglich am Entgelt (inklusive geldwerter Vorteile und Sachzuwendungen), sehen aber keine Möglichkeit vor, Werbungskosten vom sozialversicherungspflichtigen Entgelt abzuziehen.

Bei Selbständigen ist das anders, hier wird (selbstverständlich) die Beitragsermittlung anhand des Gewinns (nach Abzug der Kosten) vorgenommen.

Man sollte in diesem Land eben nicht Arbeitnehmer sein: Inzwischen kann man dann nicht einmal mehr die (gesamten) Kosten für die Fahrt zur Arbeit steuerlich geltend machen.

Wahrscheinlich eine Art von Vergnügungssteuer für angenehme Teilnahme am öffentlichen Verkehr zweimal täglich oder für das lustvolle Leben auf dem flachen Land. Sonst sollte das Prinzip der "Besteuerung nach Leistungsfähigkeit" eigentlich zwingend dazu führen, dass sämtliche Kosten für die Fahrt zur Arbeit Werbungskosten sind.

Unnötig zu erwähnen, dass Sozialbeiträge NICHT der Leistungsfähigkeit entsprechend bemessen werden müssen und auch nicht so bemessen werden (auch wenn es sich dabei - soweit eine angemessene Gegenleistung fehlt -, um eine "solidarische" Sondersteuer nur für Arbeitnehmer handelt).

Quod licet Jovi, non licet bovi.

von
Frager

Sehr geehrtes Expertenteam,

es geht hier mitnichten um innerbetriebliche Abläufe. Wie die beiden Vertragspartner Arbeitnehmer und Arbeitgeber ihr Zusammenspiel gestalten, ist allein ihr Problem. Die Frage ist doch, wie sich dies auf die Steuern und die Beiträge zu den SVs auswirkt. Und hier muss ich wohl leider feststellen: Führen Vereinbarungen oder Abläufe zu einem Vorteil für den AN, so erleidet er einen SV-rechtlich Nachteil. Führen Vereinbarungen oder Abläufe jedoch zu einem Nachteil für den AN, so bleibt er auf diesem Nachteil vollständig sitzen. Soll das gerecht sein?