Gesellschafter mit EWR

von
Ulla Müller

Hallo

Seit einigen Jahren habe ich leider die volle zeitlich unbegrenzte EMR. Einer Bekannten helfe ich 2-4 Stunden die Woche bei der Buchführung ihres GmbH und erreiche mit dem, was ich verdiene, nicht ansatzweise die Hinzuverdienstgrenze von 6.300 € per Anno.

Da meine Eltern verstorben sind, habe ich vor kurzem etwas Geld geerbt. Meine Bekannte möchte mit ihrer GmbH expandieren und hat mich gefragt, ob ich mit einem Teil meines Erbes nicht als Gesellschafter in ihre GmbH einsteigen wolle.

Rein steuerlich sind Gewinnausschüttungen an Gesellschafter einer GmbH Einnahmen aus Kapitalvermögen. Sieht dieses die Rentenkasse auch so oder habe ich eine Anrechnung etwaiger Kapitalgewinne aus diesen Gewinnen auf meine EMR zu befürchten (mein derzeitiger Mini-Job ist der Rentenkasse gemeldet und ist unschädlich wegen ihrer Geringfügigkeit)?

Macht es hierbei einen Unterschied ob ich zusätzlich als geringfügig Beschäftigte in dieser GmbH angestellt bin?

Vielen Dank schon jetzt für etwaige Hinweise, Anregungen und Tipps!

Experten-Antwort

Hallo Frau Müller,
als Hinzuverdienst bei Bezug einer Erwerbsminderungsrente gelten Arbeitsentgelt (Beschäftigung, auch Mini-Job), Arbeitseinkommen aus selbständiger Tätigkeit, bestimmte Sozialleistungen und vergleichbares Einkommen (z.B. Einkünfte von Gesellschafter-Geschäftsführern einer GmbH, die als selbständig Tätige gelten und steuerrechtlich Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit beziehen).
Einkünfte aus Kapitalvermögen (§20 EStG) zählen nicht als Arbeitseinkommen, es sei denn, sie werden dem steuerrechtlichem Gewinn aus einer selbständigen Tätigkeit zugerechnet. Grundsätzlich ist das Arbeitseinkommen durch Vorlage des letzten Einkommensteuerbescheides nachzuweisen.
Sollten Sie verschieden Einkünfte (z.B. Arbeitseinkommen und Arbeitsentgelt aus Mini-Job) beziehen, werden diese zusammengerechnet. Sollten Sie die Grenze von 6300 Euro pro Kalenderjahr überschreiten, wird die Rente nur teilweise geleistet.
Bitte beachten Sie, dass eine ausgeübte Beschäftigung oder selbständige Tätigkeit aber auch Auswirkungen auf den Grundanspruch einer Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit haben kann.