Gesetzliche Rente und Unfallrente

von
denkfisch

Guten Tag,
für meinen Vater möchte ich um Auskunft in einer Rentenfrage bitten:
Mein Vater ist 74 Jahre alt und bezieht eine gesetzliche Rente in Höhe von 1700 Euro. Im vergangenen Jahr wurde bei ihm Rippenfellkrebs diagnostiziert, welcher als unheilbar gilt und in den meisten Fällen innerhalb von 8-15 Monaten zum Tode führt. Dieser wird ausgelöst durch Asbest, einem Stoff mit dem mein Vater in seinem ersten Beruf als Schlosser viel zu tun hatte. Heute nun hat er Bescheid von der Berufsgenossenschaft bekommen, die ihm mitgeteilt hat, dass er von der Unfallversicherung bis an sein Lebensende eine Rente in Höhe von 1.880 Euro beziehen wird. Seine Frage: Wie wirkt sich dies auf die Zahlungen der gesetzlichen Rentenversicherung aus? Stimmt es, dass es eine Höchstgrenze gibt, dass also die Renten miteinander verrechnet werden bis zu einer Maximalzahlung in Höhe X?
Die zweite Frage: Wie wirkt sich die Zahlung aus der Unfallrente nach seinem vermutlich frühzeitigem Ableben auf die Witwenzahlung an seine Frau aus? Wird die Unfallrente auch in eine Art Witwenrente umgerechnet und wenn ja, gibt es dann auch für meine Mutter eine Obergrenze?
Ich wäre den Experten hier im Forum sehr dankbar für eine Stellungnahme!
Gruß
Peter

von
denkfisch

P.S.: Der Jahresarbeitsverdienst auf dem die Berechnung der Unfallrente erfolgte, beträgt 33.800 Euro. Mit der Formel 70% davon geteilt durch 12 komme ich auf 1971 Euro. Bedeutet dies, dass mein Vater künftig statt der bisherigen 1700 Euro gesetzlicher Rente, 1880 Euro aus der Unfallversicherung bekommt + 91 Euro aus der gesetzlichen Versicherung?

von
-/-

Die Rente aus der gesetzlichen Altersrente werden bei Überschreiten eines Grenzbetrags gekürzt. Berechnung desselben ergibt sich aus § 93 SGB VI.
Ob ggf. eine Witwenrente gezahlt werden kann, entscheidet die zuständige BG nach den gesetzlichen Vorgaben des SGB VII. Wenn eine Zahlung erfolgen sollte, dann wird § 93 SGB VI erneut geprüft.
Im Moment ist aber darauf zu achten, daß Ihr Vater das Hinzutreten seiner BG-Rente dem zuständigen Träger für die Altersrente mitteilt. Kürzung und ggf. Rückforderung Überzahluing ergibt sich dann aus dessen Anhörung.

von
denkfisch

Vielen Dank für die Antwort. Das Problem ist, dass ich die entsprechenden Gesetze zwar schon kannte, diese aber nicht verstehe und gehofft habe, jemand könnte die gesetzlichen Regelungen gepaart mit den vorliegenden Zahlen in allgemein verständliche Worte fassen.
Das eine Meldung an den Rentenversicherungsträger erfolgt, versteht sich von selbst
Dennoch Danke!

von
-/-

Auf die Gefahr hin, daß sich jetzt einige wieder auf den Schlips getreten fühlen, aber solche Fragen, gehören nicht hierher.

Die Deutsche Rentenversicherung ist in der ganzen Bundesrepublik mit Dienststellen vertreten, die gerne Fragen beantworten. Bei einer persönlichen Beratung aber bitte voher immer telefonisch einen Termin vereinbaren.

Internet mag zwar vermeintlich einfacher sein, bringt aber die Stellen vor Ort Probleme, da ein Versicherter dann z.B. für eine Witwerrente und eine Waisenrente, am besten noch mit Auslandssachverhalten, einen Termin für eine halbe Stunde bucht, für einen solchen Termin aber eher die dreifache Zeit nötig ist.

Abgesehen davon ist meistens einfacher einen Sachverhalt im direkten Kontakt zu (er-)klären.

Auf der Seite der DRV Bayern Süd gibt es im übrigen (oder im Übrigen?) die Broschüre Zahlen und Tabellen, die die Anrechnung einer eigenen Rente auf eine Hinterbliebenenrente (§ 97 SGB VI) u.v.m. mit Berechnungsbeispielen erläuert. Die Anrechnung von BG-Renten ist da meines Wissens auch dargestellt.

von
denkfisch

Vielen Dank! Ich werde meinem sterbenden Vater sagen, dass er sich einen Termin holen und sich bis dahin die Zeit versüßen soll.

von
Milch Kanne

@ denkfisch

Die Werte kann ich leider nicht nachvollziehen, bei 70% MdE und einer Rente von 1880 EUR müsste das Arbeitsentgelt ca. 48.000 EUR betragen.

Davon ausgehend würde die gesetzliche Rente um 330 EUR gekürzt werden.

Allerdings gibt es noch eine Reihe Besonderheiten, die den Rahmen des Forums sprengen würden, ausserdem fehlen weitere Daten aus dem Bescheid der BG.

@-/- Hoffentlich treten Sie in der Beratung nicht auch so belehrend auf. Auch wenns richtig ist, dass bestimmte Sachverhalte persönlich geklärt werden sollten. Der Kunde kommt im Normalfall einmal und zum ersten Mal. Er kennt weder unsere Abläufe noch den Zeitaufwand, den manches Beratungsanliegen so mit sich bringt!

von
denkfisch

Vielen Dank!
Ich werde noch mal mit meinem Vater sprechen. Wenn ich Sie recht verstehe, würde - ausgehend von einem Arbeitsentgeld von 48.000€ die volle Unfallrente und zudem die um 330€ gekürzte gesetzl. Rente gezahlt? Also 1880+1370 €?
Mir ist klar, dass Sie mehr Angaben bräuchten, um die Summe konkret zu ermitteln. Meinem Vater geht es nur darum erst einmal zu erfahren, ob von den zugesagten 1880 Euro auch größere Beträge übrig bleiben, oder ob fast alles angerechnet wird. Hintergrund: Er hat einfach nicht mehr lange zu leben und möchte sich, wenn er davon ausgehen kann, bis an sein Lebensende eine nicht unbeträchtliche Summe mehr zur Verfügung zu haben, noch einige Wünsche erfüllen.....
Danke!
Peter

Zitiert von: Milch Kanne

@ denkfisch

Die Werte kann ich leider nicht nachvollziehen, bei 70% MdE und einer Rente von 1880 EUR müsste das Arbeitsentgelt ca. 48.000 EUR betragen.

Davon ausgehend würde die gesetzliche Rente um 330 EUR gekürzt werden.

Allerdings gibt es noch eine Reihe Besonderheiten, die den Rahmen des Forums sprengen würden, ausserdem fehlen weitere Daten aus dem Bescheid der BG.

@-/- Hoffentlich treten Sie in der Beratung nicht auch so belehrend auf. Auch wenns richtig ist, dass bestimmte Sachverhalte persönlich geklärt werden sollten. Der Kunde kommt im Normalfall einmal und zum ersten Mal. Er kennt weder unsere Abläufe noch den Zeitaufwand, den manches Beratungsanliegen so mit sich bringt!

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo denkfisch,

auf dei Antworten, die hier im Forum bereits gegeben wurden, muss ich Sie leider verweisen.
Um schnellstmöglich und bestmöglich Informationen zu bekommen welcher Teil bder BG-Rente Ihrem Vater verbleibt sollten Sie eine Auskunfts- und Beratungsstelle aufsuchen.

Es sind diverse Zahlen der gesetzl. Rentenzahlung und etliche Daten der BG-Rente erforderlich.

Ich versuch mal ganz allgemein die Anrechnungsmödalitäten zu erläutern:
1) Grenzbetrag feststellen.
Grenzbetrag bei Altersvollrentenbezug ist 70% des Jahresarbeitsverdienstes der BG-Rente geteilt durch 12; mindestens aber die Brutto-Rente der gesetzlichen Rentenkasse.
Dieser Grenzbetrag darf durch Zahlung beider Rentennicht überschritten werden.
2) Ermittlung der maßgeblichen Rentenzahlbeträge
a) Brutto-Renten der gesetzlichen Rentenversicherung
b) Brutto-Rente der gesetzlichen Unfallversicherung abzüglich Grundrentenfreibetrag (dieser variiert in Abhängigkeit des %-Satzes der BG-Rente), abzüglich evtl. weiterer Freibeträge (zB Alterserhöhungsbetrag nach Vollendung des 65. Lebensjahres oder Silikosefreibetrag)
3) Vergleich Freibetrag und (verwertbare) Rentenbeträge.
Übersteigen dei (verwertbaren) Rentenbeträge den Freibeträg für dies zu einem Ruhen der gesetzl. Rente

von
W*lfgang

Hallo denkfisch,

in der oben angesprochenen Broschüre der DRV Bayern Süd ist auf Seite 38/39 eine Berechnungstabelle mit Erläuterungen:

http://www.deutsche-rentenversicherung-bayernsued.de/cae/servlet/contentblob/173446/publicationFile/29982/zut_west_1-6_2012.pdf

Über die Suche dort auch zu finden "Tabellen und Zahlen", 2. Link.

Gruß
w.