Gesonderte Meldung (R250)

von
dg

Der Vordruck R250 sieht vor, dass die eigentlich per DEÜV-Meldung mitzuteilenden beitragspflichtigen Entgelte auch schriftlich auf der Rückseite des Vordrucks bescheinigt werden dürfen, wenn es dem Arbeitgeber "zurzeit nicht möglich sein sollte, die Gesonderte Meldung maschinell zu erstellen".

Zwischenzeitlich gibt es ja die Möglichkeit, die Meldung per sv.net (online oder classic) abzugeben. Müssen wir diese Variante nutzen (sehr aufwändig) oder dürfen die Entgelte dennoch noch schriftlich bescheinigt werden, solange unser Abrechnungsverfahren die "57er Meldung" noch nicht auf die Reihe bekommt?

Experten-Antwort

Sobald das Verfahren technisch "läuft" muss die "57er" Meldung gemacht werden. Ein Hinausschieben aus anderen Gründen (aufwendig) wird lt. unserer Rentenabteilung nicht akzeptiert!

von
dg

Ja, aber welches Verfahren???

Unser Bezügeabrechnungsverfahren kann das bis ca. zum nächsten Jahreswechsel noch nicht...

Aber es gibt daneben als Variante die "Ausfüllhilfe" sv.net der ITSG, die jedem Arbeitgeber kostenlos zur Verfügung steht. Hierüber könnte Jeder die gesonderte Meldung bereits jetzt abgeben. (Insofern bräuchten die RV-Träger die Möglichkeit der schriftlichen Bescheinigung überhaupt nicht mehr zu eröffnen.)

Allerdings ist das völlig losgelöst vom Bezügeverfahren. Dadurch erkennt logischerweise das Verfahren auch die Abgabe einer solchen Meldung per sv.net nicht und kann die Auswirkungen auf andere Meldungen (ausstehende Jahresmeldungen, Abmeldung bei Beschäftigungsende) nicht berücksichtigen. Damit diese anderen Meldungen korrekt sind, müssen wir die auch noch manuell (sv.net) erstellen. Dadurch nicht nur horrender Aufwand, sondern auch erhebliche Fehlerquelle!

Experten-Antwort

Wegen der tech. Probleme wenden Sie sich bitte an Ihre Einzugsstelle, die bieten evtl. Programme an.

von
dg

Schönen Dank, aber das beantwortet meine Frage nicht wirklich.

Die Einzugsstellen bzw. die übergeordneten Spitzenverbände bieten eben JEDEM >>> sv.net <<< als Programm an. Das bringt aber eben die beschriebenen Probleme mit sich.

Ich wollte aber an dieser Stelle gern wissen, ob wir die schriftliche Variante nutzen dürfen, solange unser Bezügeverfahren die 57er Meldung noch nicht anbietet.

Wenn die Variante sv.net die schriftliche Variante ausschließen würde, dann wäre das für JEDEN Arbeitgeber zutreffend. Dann müsste die schriftliche Variante ggf. ausgeschlossen werden, also der R250 entsprechend geändert werden.

Unser Interesse geht aber eindeutig dahin, bis auf Weiteres die Schriftform nutzen zu können, bis eben unser Programm die maschinelle Meldung anbietet...

von
Meldeproblem

Das Problem ist bekannt, doch die Deutsche Rentenversicherung kann die gesetzlichen Bestimmungen nicht ändern. Vielleicht wenden Sie sich an den örtlichen Abgeordneten im Deutschen Bundestag, der möglicherweise derartig kurzen Übergängen zustimmte.

Praktische Alternative: Sie geben eben keine 57iger Meldung ab und bescheinigen das Entgelt wie bisher manuell mit einem entsprechenden Hinweis. Die Sachbearbeitung beim Rentenversicherungsträger wird sich dann etwas einfallen lassen müssen.

Experten-Antwort

Ich kann Ihnen lediglich noch folgenden Link anbieten:
http://www.aok-business.de/nie/

von
dg

Offensichtlich hat sich die RV ja was einfallen lassen mit der Möglichkeit, die Entgelte schriftlich mitzuteilen (siehe aktueller Vordruck R250).

Wir werden es dann wohl darauf ankommen lassen und diese Variante nutzen. "Unser" Verfahren bietet ja bislang auch keine Möglichkeit der Meldung 57...

von
dg

Danke, ich kenne die einschlägigen Veröffentlichungen und weiß auch, dass die Meldung 57 von Rechts wegen (eigentlich) zwingend abzugeben ist. Wir hatten uns ja auch schon zähneknirschend darauf eingestellt, die Meldungen vorerst umständlich mit sv.net zu erstellen.

Nachdem aber "unser" Verfahren die Meldungen noch nicht bietet und wir sv.net nicht als "unser Verfahren" betrachten, werden wir uns angesichts des Hinweises im R250 erfreut wieder an die Schriftform halten, solange unser Verfahren die 57er Meldung nicht bringt...

Ich hatte nur gehofft, seitens der (einzig betroffenen) RV-Träger ein Statement zu erhalten, ob wir das so machen können...

Experten-Antwort

Wir sind zwar die "Betroffenen" aber der techn. Weg geht über die Einzugsstelle!

von
Schade

wie man - gerade auch aus diesem Fall sieht, ist dieses Gesetz mit der neuen Meldevorschrift ein klarer Schritt zur Entbürokratisierung.

Warum sind die Betroffenen nur so bockig und wollen das einfach nicht erkennen?

Jetzt sollen plötzlich unsere Politiker schuld sein - das ist doch völlig von der Hand zu weisen - die planen doch völlig eindeutig und strukturiert.

Nein die können nichts dafür, dass Programmierer und Anwender einfach zu doof sind, das geniale an den tollen Ideen zu erkennen

von
Charly

Die Änderung der gesetzlichen Vorschrift (§ 194 SGB VI) erfolgte durch das "Zweite Gesetz zum Abbau bürokratischer Hemmnisse", insbesondere für die mittelständische Wirtschaft (!!).
Irgendwie kommt es mir so vor, als ob hier mehr Bürokratie entstanden ist.
Auch für die Sachbearbeitung in der DRV und für den Rentenantragsteller ist die Änderung nicht besonders glücklich. Auf jeden Fall dauert nun die Bearbeitung eines Rentenantrages länger als zuvor.
Charly

von
dg

Ja, der gesetzlich vorgeschriebene technische Weg ginge über die Einzugsstellen. Insofern wäre es natürlich rechtswidrig, statt der technischen Meldung (die uns eben so ohne Weiteres noch nicht möglich ist) das Formblatt der RV-Träger auszufüllen. Wollen die RV-Träger uns mit dem Vordruck etwa zu rechtswidrigen Handlungen verleiten??? ;-)

Spaß beiseite: Wir rechnen hier knapp 100.000 Zahlfälle ab. Wir gehören damit zwar nicht zum Zielkreis des gesetzgeberischen Entlastungswillens, sind aber umso mehr auf gangbare (!!!) Verwaltungspraxis angewiesen.