Golftrainerin/Heilpraktikerin

von
Dolly

Hallo,

ich übe zwei Tätigkeiten aus:
selbständige Trainerin in einem Verein-eigene Rechnungsausstellung- und praktiziere zudem noch als Heilpraktikerin. Mein Gewinn aus der Trainertätigkeit liegt nun über 400,-€ mtl. und aus der Heilpraktikertätigkeit habe ich durch die Praxiseröffnung einen Verlust erzielt. Meine Fragen:

1. Wird bei der Berechnung der Beiträge zur Rentenversicherung der Gewinn mit dem Verlust saldiert?
2. Würde die Versicherungspflicht durch Einstellung eines Trainers mit einem Arbeitsentgelt von mehr als 400,-€ mtl. wieder beendet.

von
...

Bei der Ausübung zwei verschiedener Tätigkeiten werden diese getrennt betrachtet.

Die Heilpraktiker-Tätigkeit ist nicht rentenversicherungspflichtig.

Die Trainer-Tätigkeit ist rentenversicherungspflichtig, wenn Sie aus dieser Tätigkeit regelmässig mehr als 400Euro mtl. erzielen und keinen rentenversicheurngspflichtigen Angestellten beschäftigen (davon gehe ich hier mal aus).

D.h. Der Gewinn aus der Trainer-Tätigkeit wird nich mit dem Verlust als Heilpraktiker verrechnet.

Da die Versicherungspflicht nur für die Trainer-Tätigkeit eintreten kann, entfällt diese auch wieder, wenn Sie aus der Trainer-Tätigkeit weniger als 400 Euro verdienen oder diese ganz aufgeben.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo "Dolly",

grundsätzlich werden mehrere selbständige Tätigkeiten getrennt betrachtet. Außerdem besteht für die Tätigkeit als Heilpraktikerin keine Rentenversicherungspflicht nach § 2 Satz 1 Nr. 2 SGB VI.

Durch die im Zusammenhang mit der selbständigen Tätigkeit stehende Beschäftigung eines versicherungspflichtigen Arbeitnehmers, entfällt die Rentenversicherungspflicht nach § 2 Satz 1 Nr. 1 SGB VI.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre Deutsche Rentenversicherung

von
Dolly

Hallo Experte,

vielen Dank für die Auskunft. Ich habe aber auch nochmals selbst recherchiert.Unter dem Link:http://www.versicherung-vergleiche.de/lexika/krankenversicherungslexikon/gesamteinkommen.htm

Folgendes gefunden:

Gewinnermittlung bei Einkunftsarten aus selbständiger Tätigkeit

Der Begriff der selbständigen Tätigkeit in § 15 SGB IV umfaßt alle typischerweise mit persönlichem Einsatz verbundenen Einkunftsarten; das sind im Sinne des Steuerrechts Einkünfte aus

•Land- und Forstwirtschaft,
•Gewerbebetrieb,
•selbständiger Arbeit.
Während das Steuerrecht bei diesen Einkunftsarten vom Gewinn spricht, verwendet § 15 Abs. 1 SGB IV bei den Einkünften aus selbständiger Tätigkeit den Begriff "Arbeitseinkommen". Inhaltlich sind diese Begriffe aber identisch. Durch Einführung des Gesetzes zur Reform der agrarsozialen Sicherung (Agrarsozialreformgesetz 1995 - ASRG 1995) entfällt die in der Vergangenheit praktizierte Regelung des § 15 Satz 2 SGB IV, wonach steuerliche Vergünstigungen bei der Feststellung des Arbeitseinkommens
nicht zu berücksichtigen sind. Das Arbeitseinkommen entspricht damit dem steuerrechtlichen Gewinn; dieser wird unverändert aus dem Steuerbescheid des Selbständigen übernommen. Auch für die Bestimmung, welches Einkommen als Arbeitseinkommen zu werten ist, ist nach der neuen Regelung des § 15 Abs. 1 Satz 2 SGB IV das Einkommensteuerrecht maßgebend. Damit wird eine volle Parallelität von Einkommensteuerrecht und Sozialversicherungsrecht sowohl bei der Zuordnung zum Arbeitseinkommen als auch bei der Höhe des Arbeitseinkommens erreicht.Als Gewinn bezeichnet das EStG bei Bilanzpflichtigen den Unterschiedsbetrag zwischen dem Betriebsvermögen am Schluß des Wirtschaftsjahres und dem Betriebsvermögen am Schluß des vorangegangenen Wirtschaftsjahres, vermehrt um den Wert der Entnahmen und vermindert um den Wert der Einlagen (§ 4 Abs. 1 EStG). Steuerpflichtige, die nicht bilanzpflichtig sind, können als Gewinn den Überschuß der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben ansetzen (§ 4 Abs. 3 EStG).

Saldierung von Einkünften

Sofern mehrere Einkunftsquellen unterschiedlicher Einkunftsarten vorliegen (z. B. Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit und Einkünfte aus Kapitalvermögen), sind die Ergebnisse der einzelnen Einkunftsquellen zusammenzurechnen und ggf. positive Ergebnisse mit negativen Ergebnissen - anders als bei den Einnahmen zum Lebensunterhalt - zu saldieren. Das Bundessozialgericht hält eine Saldierung auch zwischen Einnahmen verschiedener Einkunftsarten für zulässig (vgl. Urteile des BSG vom 24.10.1978 - 12 RK 53/76 -, und 26.10.1982 - 3 RK 35/81

Bin nun leider verunsichert - was ist zutreffend??? Saldierung ja oder nein???