Grundsatzfragen Rentenberechnung

von
RenateH

Mich beschäftigen folgende Fragen:

Weshalb wird bei der Berechnung einer EM Rente die Zurechnungszeit lediglich bis zum 60. Lebensjahr hochgerechnet? Diese Logik erschließt sich mir nicht wirklich. Müsste denn nicht richtigerweise bis zur Regelaltersrente hochgerechnet werden?

Weshalb werden für Altfälle vor 1992 Kindererziehungszeiten mit nur 1 Jahr je Kind berücksichtigt, danach jedoch mit 3 Jahren? Müssen sich die Altfälle mit dieser Ungleichbehandlung abfinden oder kann hiergegen angegangen werden?

von
öha

Für beide Fälle gilt: das hat der Gesetzgeber so geregelt, die DRV führt nur das geltende Recht aus!

Nach geltendem Recht kann eine Altersrente wegen Schwerbehinderung bis Jahrgang 1951 schon ab dem 60.Lj. in Anspruch genommen werden - somit orientiert sich die Zurechungszeit an dem frühest möglichen Beginn einer Altersrente - sonst würde jeder versuchen statt einer Altersrente eine Rente wegen Erwerbsminderung zu erhalten, weil dann fiktive Beitragszeiten bis zum 65. + x Lebensjahr gut geschrieben würden; und: wie viele Menschen arbeiten denn heute bis zur Regelaltersrente...?

Vor 1986 gab es für Kindererziehung in der Rentenversicherung eigentlich gar nichts - ab 01.01.1986 wurde für ALLE ab 1921 geborenen Kindererziehenden rückwirkend die KEZ eingeführt - das waren auf die Schnelle mal ein paar Millionen Mark an versicherungsfremden Leistungen. Die drei Jahre ab 1992 sind ein weiteres Entgegenkommen aller Steuerzahler an die Kinder Erziehenden...! (in der Hoffnung, dass diese Kinder einmal Beitragszahler werden - Umlagesystem/Generationenvertrag!)

Natürlich können Sie Klage erheben und eine Grundsatzentscheidung des BVerfG erwirken - nur was dabei rauskommt...?!

von
-/-

Wenn ich das noch richtig im Kopf habe, hat BVerfG beides als verfassungsmäßig bestätigt. Vielleicht weiß der Experte die passenden Aktenzeichen?

von
Askera

Ich kenne mich da leider zu wenig aus. Ich bin Italiener.....apropos Italien, habt ihr gelesen Berlusconi will dass die Leute erst ab 65 in Rente dürfen? wie findet ihr das?

von
Langearbeitenmüsser

nicht gut, das ist viel zu früh.

Lang lebe Silvio :-)

Zitiert von: Askera

Ich kenne mich da leider zu wenig aus. Ich bin Italiener.....apropos Italien, habt ihr gelesen Berlusconi will dass die Leute erst ab 65 in Rente dürfen? wie findet ihr das?

von
Köstritzer

Das Bundesverfassungsgericht - genau so wie das Bundessozialgericht - macht immer das, was Merkel uod Konsorten möchte, die Rentenkasse muß geschont werden.

Dafür spricht auch, daß 3 Jahre Kindererziehungszeiten verfassungsgemäß sind, obwohl das versicherungsfremde Leistungen sind.

Man könnte sich die ganze Juristen-Heuchler-Organisation sparen und mit diesem eingesparten Geld die Sozialkassen stärken.

von
B´son

Da fällt mir spontan ein Zitat eines großen Philosophen ein :

"Ich glaube eher an die Unschuld einer Hure, als an die Gerechtigkeit der deutschen Justiz."
;-)

von
Star Trek

Zitiert von: öha

Für beide Fälle gilt: das hat der Gesetzgeber so geregelt, die DRV führt nur das geltende Recht aus!

Nach geltendem Recht kann eine Altersrente wegen Schwerbehinderung bis Jahrgang 1951 schon ab dem 60.Lj. in Anspruch genommen werden - somit orientiert sich die Zurechungszeit an dem frühest möglichen Beginn einer Altersrente - sonst würde jeder versuchen statt einer Altersrente eine Rente wegen Erwerbsminderung zu erhalten, weil dann fiktive Beitragszeiten bis zum 65. + x Lebensjahr gut geschrieben würden; und: wie viele Menschen arbeiten denn heute bis zur Regelaltersrente...?

Vor 1986 gab es für Kindererziehung in der Rentenversicherung eigentlich gar nichts - ab 01.01.1986 wurde für ALLE ab 1921 geborenen Kindererziehenden rückwirkend die KEZ eingeführt - das waren auf die Schnelle mal ein paar Millionen Mark an versicherungsfremden Leistungen. Die drei Jahre ab 1992 sind ein weiteres Entgegenkommen aller Steuerzahler an die Kinder Erziehenden...! (in der Hoffnung, dass diese Kinder einmal Beitragszahler werden - Umlagesystem/Generationenvertrag!)

Natürlich können Sie Klage erheben und eine Grundsatzentscheidung des BVerfG erwirken - nur was dabei rauskommt...?!

Für beide Fälle gilt: das hat der Gesetzgeber so geregelt, die DRV führt nur das geltende Recht aus!

Das ist leider definitiv falsch!

Als das Bundessozialgericht in Kassel entschied, daß der Abschlag bei EM-Renten verfassungswidrig ist, hat sich die DRV selbst entschieden geweigert, dies Entscheidung generall anzuwenden und argumentiert, das betrifft nur den entschiedenen Fall. Das Bundessozialgericht hätte diese Entscheidung ohne weiteres auch auf andere Fälle anwenden können, ohne daß jemand da hätte reinreden können. Vielmehr hat das Bundessozialgericht es dann hingekriegt, den zuständigen Richter in den einstweiligen Ruhestand zu versetzen und mit allerlei Trickserei dieses Urteil dann aufzuheben.

von
RenateH

Nun, es wäre schon interessant, auch konkrete Antworten des Experten auf meine Fragen zu lesen. Vielleicht meldet er sich ja doch noch zu Wort...?

von
KSC

Liebe RenateH,

Welche Antwort zu Ihren Fragen erwarten Sie denn von den Experten, die ja allesamt Mitarbeiter der DRV sind.

Sollen die Ihnen die Gesetzesbegründung heraussuchen mit denen unsere Parlamente vor über 25 Jahren die Kindererziehungszeit (1 Jahr) und vor 20 Jahren (3Jahre ab 1992) vor ihrer Entscheidung begründet haben.

Sorry, diese Rechtslage ist inzwischen "durch".

Und wenn Sie es für gerecht halten, dass es die Zurechnungszeit bis (demnächst) 67 gibt, dass also ein 35 jähriger, der erwerbsgemindert ist, nicht nur 25 "Rentenjahre geschenkt" bekommt, sondern "32 Jahre als Geschenk" erhalten sollte, wenden Sie sich doch bitte an die Politiker Ihres Wahlkreises.
Die können versuchen solche Vorschläge in Gesetze zu packen und im Parlament mehrheitsfähig zu machen.
Und wenn das dann so im Gesetz steht, erhalten die Menschen meinetwegen auch eine Zurechnungszeit bis 67 oder es kriegen alle Chinesen eine deutsche Rente....

Wie öha bereits erwähnte: die DRV macht nicht das Gesetz!

von
B´son

Zitiert von: KSC

Wie öha bereits erwähnte: die DRV macht nicht das Gesetz!

Diese Aussage ist eine Steilvorlage für den Sozialrechtler...
Mal schauen ob er sie nutzt ;-)