Grundsicherung bei Erwerbsunfähigkeit, Vermögen, freiwillg Einzahlen, Altersarmut

von
Shanti-shanti-shanti

Guten Tag!
Ich habe folgende Frage zum Thema Grundsicherung bei Erwerbsunfähigkeit, i.V.m. Altersvorsorge:
Ich bin Anfang 30 und habe mein Studium soeben beendet, bin aber aufgrund einer Krankheit nicht arbeitsfähig, aktuell befinde ich mich im Krankenhaus, auch noch mehrere Monate voraussichtlich… Ich habe noch nie gearbeitet und keinerlei Ansprüche auf Erwerbsunfähigkeitsrente, bin also ein Fall für die Grundsicherung. Allerdings beträgt das Schonvermögen nur 5000 €, ich habe aber 12.000 €, also zu viel Vermögen. Das Geld ist eigentlich so zustande gekommen, dass meine Eltern im Studium Unterhalt gezahlt haben, da ich jedoch meist im Krankenhaus war und auch sonst zu krank um es auszugeben, ist es auf meinem Konto geblieben. Jetzt belastet es mich nur, weil ich so nicht in die Grundsicherung falle. Auf der anderen Seite bedroht mich Altersarmut, denn selbst, wenn ich mal(teilzeit-)erwerbsfähig sein sollte, werde ich ja nur noch auf wenige Beitragsjahre kommen. Gerne würde ich also die 7000 € für das Alter zurücklegen. Derzeit kann ich damit tatsächlich auch nichts anfangen, also auch die üblichen „Tipps“ wie noch ein Auto kaufen oder eine Reise machen…Ich kann ja gar nicht Autofahren und bin zu schwach zum Reisen… Aber im Alter 15 € oder auch 10 € oder wie auch immer monatlich mehr, das wäre doch schon was. Und im Internet habe ich gelesen, dass Altersvorsorge, wenn sie staatlich gefördert ist zum Schonvermögen hinzu kommt… Deshalb meine Überlegung ob es die Möglichkeit gibt, dieses Geld am liebsten mit einer Buchung irgendwie anzulegen…Z.B. durch eine freiwillige Zahlung in die gesetzliche (oder eine private?) Rente. So dass ich mir z.B. die Ausbildungsjahre damit einzahle oder so…mich da also freiwillig mit einer Einmalzahlung versichere? Oder eine andere Form der Altersvorsorge? Geht dieser Weg überhaupt? Also mein Wunsch wäre: Dieses Geld, das mich aktuell nur belastet, für später auf einen Rutsch (also nicht monatlich, sondern ZACK) zurücklegen, sodass ich nur noch wenig, max. 5000 auf dem Sparbuch habe und ich dann Grundsicherung beantragen kann. Ich möchte so gern die Grundsicherung….Ich brauche derzeit wirklich nicht viel Geld, ich komm mit wenig bestens zurecht! Dann lieber etwas mehr im Alter… Wie muss ich vorgehen, an wen mich wenden, wer hilft mir? Ich bin ganz schön überfordert…

von
KSC

Nehmen Sie das was Sie zum Leben brauchen solange von Ihren ersparten 12.000 € bis nur noch 5.000 € übrig sind.
Dann können sie Grundsicherung beantragen.

Wo ist das Problem?

Mit 7000 € in die DRV eingezahlt würden Sie mit 67 ca. 30 € Monatsrente bekommen und das Geld dann von der Grundsicherung abgezogen bekommen.
Das macht letztendlich auch nicht viel Sinn.
Wenn Sie zu krank zum Arbeiten sind, werden Sie nie auf eine Rente kommen von der Sie leben können.

von
falsch

Falsch, das ist nicht mehr der Fall seit diesem Jahr!
Rentenanteile, die auf freiwilligen Beiträgen beruhen, sind bis 100 Euro im Monat anrechnungsfrei auf Grundsicherung.

von
KSC

Mag ja sein, ist aber auch keine Rentenfrage, und ob es deshalb sinnvoll ist, ???????

von
W*lfgang

Zitiert von: falsch
Falsch, das ist nicht mehr der Fall seit diesem Jahr!
Rentenanteile, die auf freiwilligen Beiträgen beruhen, sind bis 100 Euro im Monat anrechnungsfrei auf Grundsicherung.

Ergänzend:

Die Idee ist gar nicht so schlecht in Anbetracht der derzeitigen 'Verzinsung' in der DRV, erwartete Rentenanpassung im nächsten Jahr schon wieder rd. 3 %.

Damit aber überhaupt ein Rentenanspruch besteht, sollte mind. die kleine Wartezeit von 60 Monaten erreicht werden. Hier bietet sich die lange Ausbildungszeit an. Freiwillige Beiträge für die Schulzeit 16. - 17. Lbj. und über die dann max. 8 anrechenbaren Jahre hinaus (25 - 30/Ende Studium) nachzahlen/verteilen, schon sind die 7000 EUR sinnvoll verteilt. Kommen dann doch mal Jahre mit Pflichtbeiträgen aus einer Beschäftigung und der Durchschnittswert aller Zeiten ist bei einer späteren Rentenbewilligung von Bedeutung, tja dann wäre ein Einmalbetrag mit Maximalbeitrag möglicherweise sinnvoller gewesen ...nach der Ausgangsfrage ist das fraglich. Fraglich auch, ob überhaupt das Rentenbeginnalter (hier aktuell 67) im weiteren Krankheitsverlauf erreicht wird ...sorry @Shanti-shanti-shanti, auch das muss man objektiv im Blick haben und die 7000 EUR ggf. anderen Lagerungsmöglichkeiten (Schatzkiste) zuführen, um Sie aus Sicht Schonvermögen/Kontoauszüge außer Sichtweite zu bringen ...

an @Shanti-shanti-shanti:

Da Sie zz. kaum in der Lage sind, eine Beratungsstelle zwecks Info/Antragstellung aufzusuchen, können Sie den Vordrucke auch hier online finden:

https://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/04_formulare_und_antraege/_pdf/V0080.html

Vielleicht hat die Klinik auch speziell einen Sozialdienst im Hause, der sich um solche Sachen kümmert und DRV oder Versicherungsamt vor Ort einbindet.

Gruß
w.

Experten-Antwort

Hallo Shanti-shanti-shanti,

„W*lfgang“ hat Ihnen aus meiner Sicht bereits wichtige Hinweise/Tipps gegeben. Leider ist Ihre Fragestellung letztlich jedoch zu komplex, als dass sie hier in diesem Forum wirklich abschließend beantwortet werden könnte. Die Abwägung aller entscheidungserheblichen Umstände würde schlicht den Rahmen dieses Forums sprengen. Insoweit kann ich Ihnen nur empfehlen, in einer hoffentlich bald eintretenden krankenhausfreien Zeit, eine persönliche Beratung in einer Auskunfts- und Beratungsstelle eines Rentenversicherungsträgers in Ihrer Nähe in Anspruch zu nehmen. Dort kann man Sie wesentlich differenzierter und unter Berücksichtigung aller individuellen Umstände Ihres konkreten Einzelfalls beraten, als dies hier in diesem Forum möglich wäre.

von
Shanti-shanti-shanti

Vielen Dank für die Antworten und Anregungen. Ich habe auch online einen Termin zur Beratung vereinbart, allerdings ist der frühest möglich am 29 (!). 01.2019...

Aber es ist halt wirklich eine komplexe Angelegenheit! Danke für die Antworten!