Grundsicherung höher als Rente

von
gitta

Wie ist es nach Art. 1 des GG zu vereinbaren, daß eine Frau, die ca. 27 Jahre gearbeitet und in das Sozialversicherungssystem eingezahlt und allein zwei Kinder großgezogen hat (die wiederum Rentenbeiträge entrichten) daß diese Frau eine Rente erhält, die niedriger ist als die Grundsicherung von jemandem, der nie Beiträge geleistet hat. Wird hier die Lebensleistung angemessen gewürdigt?

von
Dirk.

Klar, wenn die gute Frau nur wenig verdient hat (somit eine geringe Leistung erbracht hat), wird die Lebensleistung vortrefflich gewürdigt. Sollten sie Kinder ach 1992 geboren sein, gibts dafür allein schon knappe 157 Euro - und die jeden Monat! Was gibt es daran auszusetzen?

von
Feli

Dirk hat schon recht, die sich aus den Beiträgen und den ohne Gegenleistung angerechneten Kindererziehungszeiten ergebende Rente spiegelt den Lebensarbeitsverdienst wider. Eventuell sind im Gegensatz dazu in diesem Land die steuerfinanzierten Grundsicherungs-/Sozialleistungen usw. zu hoch?!

von
Knut Rassmussen

Es ist insofern mit dem GG zu vereinbaren, als ein Mann, der 27 Jahre in die Sozialversicherung eingezahlt hat und 2 Kinder alleine erzogen hat, auch keine Rente über Grundsicherungsniveau erhält.

Wie wäre es aber mit Art. 20 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 20 Abs. 4?

Fakt ist jedenfalls, dass für eine Rente auf Grundsicherungsniveau etwa 27 Entgeltpunkte erforderlich sind. Das sind also 27 Arbeitsjahre mit Durchschnittslohn. Dieser liegt aktuell bei über 30.000 EUR. Der klassische Mini-Jobber oder die klassische Aldi-Kassiererin. Aber wir stecken ja im Wahljahr und die Mindestrente wird immer interessanter für alle Parteien.

von
Tschacka

entschuldigung und bei allem Verständnis, aber wir sind hier kein "Kummer" und "k... dich aus Forum!
Liebe Gitta, dieser Beitrag für nur wieder zu endlos unqualifizierten und politisch völlig indiskutablen Beiträgen! Beschweren Sie sich bei Ihrem Landkreisabgeordneten oder beim BMI oder beim Bürgermeischter etc. Die DRV und hier mal richtig deutlich geschrieben KANN NIX DAFÜR!!!

Grusi gibt es in der Regel sowieso erst ab dem 65 Lj. (oder später-je nach Jahrgang) oder wegen voller Erwerbsminderung "Dauerhaft"!!! Also schauen Sie sich mal so einen Grusi-Antrag an, da vergeht Ihnen ganz schnell der "Zorn"! Gerecht hin oder her, ist kein Thema dieses Forum's!

Tschacka

von
Hotte

Sehr geehrte Gitta,

ich verstehe Ihre Ausführungen, und die Intention, die dahinter steckt. Wie sie aber auch hier in dem Forum erkennen, wird so eine Situaion in Deutschland nicht nur geduldet, sonder auch noch akzeptiert und als normal angesehen.

An den Beiträgen, insbesondere dem von Knut wird das ganze Ausmass erst erkenntlich.

Am besten packt man seine 7 Sachen und dreht diesem Sozialstaat Hoch 10 ganz schnell den Rücken. Suchen Sie sich ein anderes Land, in keinen anderen Land finden Sie eine Unterstützung fürs nix tun, so wie sie hier praktiziert wird.

von
Gitta

Herzlichen Dank für Hotte, Knut, Tschacka u. a. für die schnelle und aufschlussreiche Beantwortung zum o. g. Thema!
Gitta

von
-_-

Genau für solche Fälle gibt es ja eben die Grundsicherung überhaupt, die dann die Rente entsprechnd aufstockt. Wenn Sie nur nach Ihrer Lebensarbeitsleistung "bezahlt" würden, müssten Sie nämlich mit der Rente allein auskommen.

von
Schiko.

Dies ist ja gerade der Sinn einer Grundsicherung, dass diese gewährt wird,wenn die Rente zu niedrig ausfällt. Die Grundsicherung ist auch keine Aufstockung
zur Rente.

Ein Durchschnittsverdiener mit 30896 im Jahre 2009 bekommt dafür 26,56
Rentenwert verrechnet.
Dies auf 27 Jahre immer ausgerichtet sind 717 Bruttorente und 53,12 für die
zwei Kinder wenn dies vor 1.1.1992 geboren sind ergibt 770 Brutto minus 78
( 10,15%) für Kranken und Pflegeversicherung verbleiben 692 Nettorente.

Berechnungsschem.

351 Regelbedarf-Einzelperson
350 Miete
70 Heizkosten
--------
771 Bedarfsermittlung kann man mit 79 Grundsicherung rechnen.

War der Verdienst statt 2574 monatlich aber nur 1574 Brutto x 12 = 18,888:
30.879 ergibt dies 0,6117 EP. x 26,56 x 27 Jahre ergeben sich 438,66 Rente
plus 53,12 für zwei Kinder-sind die Kinder ab 1992 geboren- 159,36 Rente.

771 Bedarfsermittlung wie oben( 438,66 + 53,12 - 10,15% - 50 Euro
442 Nettorente
-------
329 Grundsicherung.

Wurde nichts in die Rentenkasse einbezahlt und ergeben sich keine 5 EP.
für Kindererziehungszeit gibt es auch keine Rente und ergänzende Grund-
sicherung.

Hier ist Hartz IV bzw. die Sozialhilfe zuständig.

Mit freundlichen Grüßen.

von
Amadé

Hallo Schiko,

Ihre letzten beiden Absätze können so nicht stehen bleiben. Leistungen der Grundsicherung nach dem Vierten Kapitel des SGB XII sind nicht davon abhängig, dass eine Leistung der Gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt wird.

Auch derjenige, der vom 15. Lebensjahr bis zur Regelaltersgrenze durchgehend selbständiger Eier-Händler war und NICHTS für seine Altersvorsorge getan hat, bekommt auf Antrag Leistungen der Grundsicherung, wenn Bedürftigkeit gegeben ist, die Regelaltersgrenze erreicht oder vor Erreichung derselben volle Erwerbsminderung auf Dauer vorliegt.

http://bundesrecht.juris.de/sgb_12/__41.html

von
Schiko.

Auch mir ist schon längst bekannt, dass der Begriff Grundversicherung
auch für andere Fürsorgeleistung in Anspruch genommen wird.

Nur zur Klarstellung, meine die bedarfsorientierte Grundsicherung als
neue Sozialleistung ab 1.1. 2003 im Alter und bei Erwerbsminderung.
Es handelt sich hierbei auch nicht um Sozialhilfe.

Leistungen erhalten Personen die das
• 65 Lebensjahr vollendet
• 18. Lebensjahr vollendet haben und unabhängig von der je
weiligen Arbeitsmarktlage aus medizinischen Gründen dauer-
haft voll erwerbsgemindert sind und bei denen es unwahr-
scheinlich ist, dass die volle Erwerbsminderung behoben werden kann.
Natürlich ist der Bezug einer Erwerbminderungsrente nicht Voraus-
setzung.
Bei Einführung dieses Gesetzes wurden sogar extra Grundsicherungsämter
eingeführt- längst abgeschafft- und an 6 Mio Rentner Anträge versandt-dies
war brotlose Kunst-.
Bis heute sind es 400.000 die hierfür in Frage kommen. Schon vorhan-
denes Vermögen von 2600/3214 led./vh. waren Grund genug, die Grund-
sicherung die ich meine, abzulehnen.

Damit will ich es bewenden lassen, 4 Kapitel 4 Vers.

Mit freundlichen Grüßen.

von
Wolfgang

> Es handelt sich hierbei auch nicht um Sozialhilfe.

Sie sind nicht auf dem neuesten Stand ;-)

Gruß
w.

von
Schiko.

Hauptsache Sie sind es "Obermeister" Wolfgang.

MfG.

von
xxx

mit Schiko sich anzulegen bringt nichts. Er hat immer das letzte Wort

von
Heinz_Nbg

meinstens ja auch zurecht ;))

Grüße an alle aktiven und kompetenten Forumsteilnehmer!

von
Wolfgang

Hallo schiko.,

mit Verlaub, das GSiG ist vor Jahren ins SGB XII eingegliedert worden (als Bestandteil aller Leistungen der Sozialhilfe)...lernen die Verwaltungslehrlinge im ersten Lehrjahr, bis zum Obermeister brauchen die dann noch ein paar Std. länger.

Man muss auch mal Änderungen der Vorschriften gegenüber nicht resistent sein - oder ? Sonst würde wir ja immer noch die 'Kaiserliche Botschaft' als Standardwerk der Sozialversicherung verkünden ? ;-))

Gruß
w.