Grundsicherung trotz erwerbstätiger Kinder?

von
Heidi

Mein Fall ist folgender:

Meine Eltern sind verheiratet, mein Vater bezieht Rente i.H.v. ca. 600,-.

Meine Mutter bekommt weder HartzIV noch Rente, ist 60 Jahre alt. Sie haben 4 Kinder

Sie bekommen noch Kindergeld für 1 Kind.

3 ihrer Kinder wohnen noch zu Hause, sie verdienen zwischen 1200 - 1500 Euro im Monat.

Sie zahlen noch ein Darlehen i.H.v. 120 Euro pro Monat ab (für das Haus), wie hoch das noch zu abzahlende Darlehen ist, ist mir nicht bekannt. Weiter entstehen Wohnnebenkosten i.H.v. ca. 300 Euro zusammen im Monat.

Kann mir jemand sagen, ob meine Eltern noch irgendeine Unterstützung zusätzl. vom Staat bekommen können oder ob die zu Hause lebenden Kinder zum Unterhalt verpflichtet sind und in welcher Höhe (ungefähr)?

LG
Heidi

von
schade

ich hätte folgenden Vorschlag:

die Wohnebenkosten würde ich auf die Personenzahl umlegen und die verdienenden daheim lebenden Kinder übernehmen ihren Anteil. Ferner gibt jedes der verdienenden Kinder einen Mietanteil von etwa 100 € im Monat ab und beteiligt sich entsprechend (zu einem sechstel) an den Lebensahltungskosten.

Dann müsste es finanziell klappen.

Aber viel einfacher ist es natürlich, dass der berühmte Steuerzahler dieses "Problem" lösen soll und die verdienenden Kinder mit ihrem sauer verdienten Geld "ihren Hobbies fröhnen" können.

PS: für diese Frage ist das Amt für Grundsicherung und nicht die Rentenversicherung zuständig.

von
Heidi

Generell würde ich dem zustimmen, nur leider weiß ich, dass die 3 Kinder die zu Hause leben (zu denen gehöre ich nicht), nicht besonders viel verdienen bzw. selber noch Dinge zum abzahlen haben und deswegen es schwierig wird von zu Hause auszuziehen.

Des Weiteren finde ich es auch nicht in Ordnung, wenn die Zukunft von Kindern durch die Eltern verbaut wird - das sehe ich in diesem Fall. In wie weit müssen Kinder für das frühere schlechte Umgehen mit Geld der Eltern aufkommen?

Wir sind wieder an dem Punkt, dass eben nicht für alle die gleichen Chancen bestehen. Die Kinder konnten nicht studieren gehen, weil sie für ihre Eltern sorgen mussten (hat jetzt nichts wirklich mehr mit meiner Frage zu tun).

LG

Experten-Antwort

Dieser Fall ist in diesem Forum nicht zu lösen.
Es gibt zwei Möglichkeiten:
Entweder könnte Ihr Vater Grundsicherung, weil er schon 65 oder voll erwerbsgemindert auf Dauer ist, oder aufstockendes AloGeld 2 erhalten. Auf jeden Fall wird in beiden Fällen die Bedürftigkeit geprüft und dann könnte es schädlich sein, dass noch 3 Kinder mit in der Wohnung wohnen. Aber um dies zu, prüfen sollten Sie sich beim Grundsicherungsamt oder bei einer Job-Agentur beraten lassen.

von
Heidi

Dankeschön!

von
Rosanna

Ich muß jetzt doch noch etwas dazu schreiben. Mir platzt sonst der Kragen...

"In wie weit müssen Kinder für das frühere schlechte Umgehen mit Geld der Eltern aufkommen?"

Wenn ich es richtig verstanden habe, haben Ihre Eltern es doch immerhin GESCHAFFT, ein Haus zu bauen oder zu kaufen! WER profitiert denn davon, etwa "nur" die Eltern?

Auch wenn die Kinder es vielleicht nicht gelernt haben, mit Geld umzugehen, und sie " noch was abzuzahlen" haben (WER hat das heutzutage eigentlich nicht???), können sie bei einem Einkommen zwischen 1200,- und 1500,- € (IHRE eigene Angabe im 1. Beitrag) doch für das "Hotel Mama" bestimmt einen geringen Beitrag von 100,- oder 150,- € für Kost und Logis abgeben. Wahrscheinlich lassen sie sich noch von Muttern bedienen.... Hätten sie eigene Wohnungen, müssten sie diese schließlich auch selbst finanzieren.

Was da zuviel verlangt ist, frage ich mich ernsthaft. Und ich muß insofern @Schade vollkommen recht geben.

Ich habe im 1. Lehrjahr vor 40 Jahren 100,- DM (!) bekommen und davon - ganz selbstverständlich - 25,- DM "Kostgeld" abgegeben. Dadurch habe ich auch gelernt, mit Geld umzugehen und dass man im Leben selbst was tun muss, wenn man eine eigene Wohnung unterhalten will und für seinen Lebensunterhalt selbst aufkommen muss.

Also da fehlt bei mir jegliches Verständnis!

von
Heidi

Liebe Rosanna,

wenn du die Umstände kennen würdest, würdest du nicht so reden.

1. Das Haus ist eine Bruchbude. Es war früher mal nur eine Werkstatt, wir haben weder vernünftig verlegten Strom noch Heizung! (es wird mit Strom geheizt) und wenn man mit renovieren beginnen möchte kann man sich gleich ein neues Haus bauen. Ich persönlich will das Haus nicht haben. Warmwasser gibt es nicht. Schritt für Schritt wird weiterinvestiert - was die Kinder machen.

Die drei Kinder die zu Hause wohnen drücken ca. 400 Euro zu Hause monatl. ab plus Rechnungen bezahlen.

Ich persönlich habe eine eigene Wohnung, die Finanzierung meiner Wohnung + Essen ist ungefähr genauso "teuer" wie zu Hause zu leben - im Gegensatz dazu habe ich dort aber auch eine Warmwasserdusche, einen vernünftigen Herd und ich friere nicht im Winter.

von
Rosanna

Hallo Heidi,

"Die drei Kinder die zu Hause wohnen drücken ca. 400 Euro zu Hause monatl. ab plus Rechnungen bezahlen."

Davon und auch von den anderen Umständen war bisher nicht die Rede, sonst wäre mein Beitrag anders ausgefallen.

WARUM in aller Welt wird dann dieses Haus nicht aufgegeben, eine anständige Mietwohnung für die Eltern gesucht (dafür gibt´s doch dann beim alleinigen Einkommen des Vaters von 600,- EUR Zuschüsse in Form von Wohngeld, Heiz- und Nebenkosten, und und und)?

Wenn eine größere Wohnung gemietet wird und die Kinder oder ein Teil davon mitzieht, sind die Einkommen dieser Kinder zwar anteilmäßig zu berücksichtigen, aber in welcher Größenordnung dies geschieht, kann Ihnen hier im Forum natürlich niemand sagen.

Nehmen Sie das Leben Ihrer Familie in die Hand (wenn die anderen dazu nicht in der Lage sind), gehen Sie zum Sozial- oder Grundsicherungsamt, informieren Sie sich, stellen die entsprechenden Anträge!!!! Denn so wie es jetzt ist, kann es ja wohl kein Dauerzustand sein.

Und wenn auch das Haus wegen des schlechten Zustandes nicht (mehr) verkauft werden kann, vielleicht ist das Grundstück wenigstens noch was wert.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und viel Erfolg.

MfG Rosanna.

von
Heidi

Danke Rosanna!

Warum das Haus nicht aufgegeben wird weiß ich auch nicht. Ich hätte das bereits an Stelle meiner Eltern, ich glaube aber das würde aber das Herz meines Daddys brechen, mit 68 ist er kaum noch fähig etwas "neues" anzufangen - was mit Sicherheit ja nicht zu seinem Nachteil wäre. Das Haus ist für Ihn seine Existenz meint er. Ich glaube das schwierige bei der Sache ist, dass meine Eltern im Grunde nichts ändern möchten. Zumindest nicht sowas schwerwiegendes wie wenn es um das Haus geht.

Ich bleibe dran. :-)

von
Rosanna

Ja, tun Sie das. Versuchen Sie Ihrem Daddy klarzumachen, dass eine Veränderung der Lebensverhältnisse DRINGEND notwendig ist, auch für Ihre Mutter! Denn gerade in diesem Alter braucht der Mensch doch auch mal Ruhe und ein warmes Zuhause!!!

Treten Sie ihn - wenn notwendig - in den Allerw.... Das Haus ist nicht seine Existenz, sondern sie VERNICHTET seine Existenz und die der gesamten Familie. Und das in diesem Alter, in dem jeder seinen Ruhestand geniessen sollte ....

Vielleicht können Ihre Geschwister auch dazu beitragen.

Ich kenne es aus eigener Erfahrung, dass manche ältere Menschen recht stur und eigensinnig sind und keine Veränderungen mehr zulassen, obwohl diese dringend - auch für die Gesundheit - notwendig sind. Malen Sie die Zukunft, wenn es so weiter geht, in den schwärzesten Farben, vielleicht hilft´s.

Eine schöne, wenn evtl. auch kleinere Mietwohnung wird vielleicht der Himmel auf Erden sein.

Und wenn Ihre Mutter mit ihren 60 Jahren vielleicht sogar erwerbsgemindert ist, hätte sie evtl. einen Grundsicherungsanspruch. Auch Ihr Vater könnte Grundsicherung beantragen. Inwieweit dann Einkommen (Rente, Hauseigentum etc.) anzurechnen ist, müßte geprüft werden. Besteht kein Hauseigentum, hätte er sogar noch bessere Karten! Das Einkommen der Kinder spielt bei der Grundsicherung erst ab 100.000,- € (!) eine Rolle. Was ja wohl nicht zutrifft.

Erste Anlaufstelle sollte das Sozial- und das Grundsicherungsamt sein. Dort wird man Ihnen hoffentlich weiterhelfen können.

MfG Rosanna.