Grundsicherung/Umzug in eine andere Stadt

von
Birdy

Hallo,
ich bekomme Grundsicherung wegen voller Erwerbsminderung u. überlege, ob ich von einer kleinen Stadt in Bayern nach Berlin umziehen sollte. Ich bin hier sozial isoliert, habe auch kein Auto, komme nie weg u. sehe hier insgesamt für mein Leben keine Perspektive. Sind diese psychologischen Gründe ausreichend für die Genehmigung? Was für Gründe werden anerkannt? Werden entsprechende Atteste von Ärzten berücksichtigt? Unter welchen Bedingungen werden die Umzugskosten übernommen? (Atteste von Ärzten?) Ist eine gesundheitliche Begutachtung vorgesehen, um die Gründe zu überprüfen, z.B. beim Gesundheitsamt? Wo muß ich die Umzugshilfe beantragen (Berlin)? Wird auch in diesem Fall evtl. nur die bisherige Miete übernommen, obwohl Wohnungen in Berlin wesentlich teurer sind?
Vielen Dank!
LG Birdy

von
Schade

das ist keine Frage fürs Rentenforum, aus Rentensicht ist es egal, ob Sie in Bayern oder Berlin oder sonstwo wohnen.

Ob Sie vom Staat den Umzug finanziert bekommen, sollten Sie mit dem Grundsicherungsamt klären.

von
Amadé

Aufgrund Ihrer Erwerbsminderung auf Dauer stehen Sie dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung. Ihr derzeitiger Grundsicherungsträger kann - und will Sie übrigens auch nicht - "festhalten". Noch gilt in der Bundesrepublik die Freizügigkeit bei der Wahl des Wohnsitzes

http://www.123recht.net/article.asp?a=580

Sind die rechtlichen Bedingungen erfüllt, muss auch der zuständige Träger in Berlin Ihnen AUF ANTRAG Grundsicherungsleistungen gewähren.

Schwieriger ist die Problematik der Umzugskostenbeihilfe. Da fragen Sie am Besten bei Ihrem bisherigen Träger nach und bestehen auf schriftliche Auskunftserteilung.

Ein weiteres Problem sollten Sie beachten. Der Berliner GruSi-Träger erkennt Mieten nicht in jeder Höhe als Bedarf an, sondern nur solche, die in der Region als "angemessen" gelten. Erkundigen Sie sich diesbezüglich bei dem zuständigen GruSi-Träger in Berlin, angesiedelt bei den dortigen Sozialämtern in den jeweiligen Stadtbezirken.

Als Anhaltspunkt für die Angemessenheit, siehe folgender link:

http://www.gegen-zwangsumzuege.de/htm/wastun.htm

Für verbindliche Auskünfte bitte an die zuständigen Sozialämter der Stadtbezirke wenden:

http://www.berlin.de/rubrik/politik-und-verwaltung/bezirksaemter/

http://www.in-berlin-brandenburg.com/Berliner_Bezirke/

Link zum Wohnungsmarkt:

http://www.wg-gesucht.de/wohnungen-in-Berlin.8.2.0.2.html

Experten-Antwort

Die von Ihnen aufgeworfenen Detailfragen können wir Ihnen leider nicht beantworten. Bitte wenden Sie sich direkt an Ihr Grundsicherungsamt.

von
Birdy

Hallo Amadé,
vielen Dank für Deine Tipps!
Ich habe gehört, dass die Sozialämter nur die Höhe der aktuellen Miete übernehmen. Da ich in jetzt in einer kleinen Wohung mit entsprechend niedriger Miete wohne, könnte es Probleme geben, denn die Mieten sind in Berlin natürlich viel höher als in einer kleinen Stadt in Bayern. Ist das wirklich so?
VG von Birdy

von
dirk

Da sich die "Kosten der Unterkunft" auch am Mietspiegel orientieren, dieser aber in Berlin die entsprechend höheren Mieten dokumentiert, dürfte es keine Schwierigkeiten geben.
Die Schwierigkeit wäre allenfalls, eine Wohnung entsprechend der Richtlinien für Grundsicherung (bzw ALG2) zu finden

von
Birdy

Hallo,
danke für die Antworten. Dann kann ich langsam anfangen einen Umzug in eine andere Stadt zu planen.
LG von Birdy