Grundversorgung bei Krankheit

von
Zukunftssorge

Hallo,ich bin 70 Jahre und bekomme eine Rente v. Euro 425,00
ausbezahlt nach Abzug Krankenversicherung erhalte ich Euro 387,00.Weitere Einkünfte :Meine Frau verdient im Schnitte ca.350,00 -400.-- im Monat hinzu. Nun bin ich an Krebs erkrankt und habe bereits Metastasen,kann ich Grundversorgung beantragen,inwieweit wird der Verdienst meiner Frau berechnet?Vermögen besitzen wir keines.

von
Amadé

Um Ihnen eine detaillierte Auskunft erteilen zu können, fehlen diverse Angaben.
Was Sie aber schleunigst tun sollten ist folgendes:

Sprechen Sie unverzüglich bei Ihrem Träger der Grundsicherung/ Sozialamt vor und nehmen folgendes mit:

• Nachweise über sämtliches zur Verfügung stehendes Familieneinkommens, also auch über das Einkommen Ihrer Ehefrau
• Nachweise über die Höhe der Kosten der Unterkunft
• Nachweis über die Höhe SÄMTLICHER Ersparnisse.
• Nachweise über die Höhe des Familienvermögens (Kontostände, Versicherungsguthaben aus Lebens- und Sterbeversicherungen, Besitz eines Autos usw.
• Nachweis der Versicherungsprämien, die Sie zu zahlen haben
• Nachweis über Beiträge zu Gewerkschaften und Sozialverbänden (können vom Einkommen abgesetzt werden
• Personalausweise

Richten Sie sich darauf ein, sämtliche (finanzielle) Hosen runterlassen zu müssen!
Sozialleistungen werden grundsätzlich nur auf Antrag gezahlt. Nur äußerst selten werden diese frei Haus oder auf Zuwarten hin geliefert.

Bevor Sie beim Grundsicherungsträger/ Sozialamt vorsprechen, verinnerlichen Sie unbedingt den Inhalt des § 15 SGB I (Sozialgesetzbuch)

http://www.sozialgesetzbuch.de/gesetze/01/index.php?norm_ID=0101500

Lassen Sie sich nicht abwimmeln!

Wenn Sie kein "Fuchs" im Verwaltungsrecht sein sollten, treten Sie am besten in einen Sozialverband ein, der Sie im Bedarfsfall auch vor Behörden und Sozialgerichten vertritt. Ich empfehle folgenden Sozialverband

http://www.sovd.de/sozialverband_deutschland.0.html

Wie gesagt, der Beitrag wird auf Antrag von Ihrem Einkommen (Rente) abgesetzt, die Kosten übernimmt also indirekt der Grundsicherungsträger.

Denken Sie daran, dass man heutzutage um seine Rechte bitter kämpfen muss!

von
Schiko.

Ich gehe davon aus, mit der grundversorgung meinen
sie die ab 1.2.03 eingeführte grundsicherung.
Dies wurde eingeführt um altersarmut zu verhindern.
Während das einkommen eines ehepartners bei der
berechnung der bedarfsermittlung zu berücksichtigen
ist, bleiben kinder bis zu jährlich 100.000 bruttoeinkom-
men von der zuzahlung verschont.
Man wollte mit dieser unterstützung von den angeschla-
genen begriff " Fürsorge" wegkommen.
Neben den regelsätzen werden auch miete und heizung in
anrechnung gebracht
Für die höhe der miete sind die einzelnen städte zu-
ständing, hier dient der örtlich unterschiedliche mietspiegel.

Sehe bei ihnen folgende fakten, sie brauchen darum nicht
kämpfen, ihnen steht grundsicherung zu:

626 Regelsatz-gilt einheitlich für alle städte
450 monatliche miete (denkbar)
80 heizungskosten
----------
1156 bedarfssumme minus
387 nettorente ( 425 minus 8.95% Kr.Pfll Vers.)
400 nettoverdienst
369 grundsicherungsanspruch.

Vermögensanrechnung entfällt ja bei ihnen, brauche deshalb
den selbstbehalt nicht nennen.
Wünsche gute besserung und hoffe es klappt bald mit der GS.

Mit freundlichen Grüßen.

von
Rosanna

Bei diesem Gesamteinkommen haben Sie auf jeden Fall einen Anspruch auf Grundsicherung! Also UMGEHEND (noch im Juli, denn Grundsicherung wird nicht rückwirkend gezahlt!) den Antrag stellen.

Wieso sollen denn bei diesem Einkommen großartig "die Hosen runtergelassen" werden, werter @Amadé? Und KÄMPFEN muss man auch nicht darum. Nur ganz einfach unter Angabe der Vermögensverhältnisse den Antrag stellen...

von
Amadé

Hallo Rosanna,

bevor ich auf Ihren Beitrag eingehe, möchte ich Sie doch gerne mal fragen, was Sie mit dem Attribut "werter..." ausdrücken wollen?

Ganz so simpel, wie Sie es darstellen ist es dann doch nicht, wenn man Leistungen nach dem SGB XII oder SGB II beantragt. Haben Sie sich überhaupt schon mal den Fragenkatalog zu Gemüte geführt, in dem nach vorhandenem Einkommen und VERMÖGEN gefragt wird?

Außerdem müssen Kontoauszüge des letzten halben Jahres vorgelegt werden. Mittels Datenabgleich werden Freistellungsaufträge, Nebenjobs, bestehende Konten usw. rasterfahndungsmäßig abgefragt und das mit großem Erfolg.

Auf die Fragen hin: "haben Sie Einkünfte aus Kapitalvermögen, Zinsen usw.", hört man regelmäßig ein schlankes nein. Bohrt man dann etwas energischer nach, erhält man Antworten wie: "na die 10.000 EURO habe ich doch für meine Beerdigung zurückgelegt" usw. und so fort.

Es schadet keinesfalls, nicht nur auf das niedrige zur Verfügung stehende Einkommen zu sehen, sondern etwas genauer darauf hinzuweisen, was der Einsatz von ggf. vorhandenem Vermögen bedeuten könnte.

Vielleicht hat der Fragesteller z. B. ein "unangemessenes" Auto, oder ein "unangemessenes" Hausgrundstück und vertraut Ihren schneidigen Ausführungen, dass die Vermögensfrage überhaupt kein Problem sei. Es ist dann immer eine unangenehme Geschichte, wenn man in Realitas ggf. böse überrascht wird.

Ihre Aussage "...haben Sie auf jeden Fall Anspruch..." ist ein wenig grob fahrlässig!

von
Realist

Der Fragesteller hat in seinem Beitrag ausdrücklich darauf hingewiesen dass KEIN (nennenswertes) Vermögen vorhanden ist. Ihre Panikmache alá Amadé ist mal wieder völlig überflüssig!

von
Amadé

Sie Schlauberger...was hat der Fragesteller denn zu den beispielhaft genannten Punkten Unterkunft und KfZ gesagt? - Nichts, wenn Sie lesen können!

Die Aussage von Rosanna ...alles kein Problem...ist daher äußerst gefährlich.

von
xxx

Hallo Amadé,
ich würde "Realist" einfach ignorieren, er hat zu jedem Thema etwas zu sagen. Man könnte auch sagen er muß überall seinen Senf dazu geben

von
Rosanna

Hallo Amadé,

seltsamerweise haben Sie nur mich auf dem Kicker, denn auch andere User wie @Schiko und Realist gingen in ihren Beiträgen davon aus, dass KEIN anderes "nennenswertes" Vermögen vorhanden ist.

Klar, wenn ein 70-jähriger, schwer erkrankter Mann nach Grundsicherung fragt, hat er ein Vermögen im Hintergrund, das er nicht antasten will??? So ganz nebenbei: Freibeträge gibt es schließlich auch noch.

Ich schrieb übrigens, dass bei DIESEM Gesamteinkommen ein Anspruch auf Grundsicherungsleistungen besteht. Damit war das von ihm benannte Einkommen (seine Rente und das mickrige Einkommen seiner Frau) gemeint.

Wenn man Ihre Beiträge liest, muss man zwangsläufig davon ausgehen, dass alle Sozialleistungen nur mit Bettelei und "Hosen runter lassen" zu erhalten sind. Dies finde ICH gefährlich, denn die Grundsicherung wurde speziell deswegen eingeführt, um gerade die Älteren vor Altersarmut zu schützen, die nicht zum Sozialamt gehen wollen, weil sie sich schämen. Die Ironie ist freilich, dass das zuständige Amt inzwischen das gleiche wie das Sozialamt ist. Aber gerade für Ältere hört sich nun mal Grundsicherung besser an als Sozialhilfe.

Nach Ihrem Beitrag würde ich mich an Stelle des fragenden Users nicht mehr trauen, die Grundsicherungsleistung zu beantragen.

Und es weiß wohl JEDER, dass keiner hier im Forum über Anträge entscheidet, sondern die zuständigen Stellen!

MfG Rosanna.

P.S. Das "werte" war tatsächlich etwas ironisch gemeint, aus obigen Gründen.

von
Amadé

Sie schildern sehr anschaulich und völlig korrekt, aus welcher Intention der Gesetzgeber URSPRÜNGLICH das Grundsicherungsgesetz (GSiG) geschaffen hat. Ganz bewusst wurde anfänglich streng darauf geachtet, dass die GruSi-Ämter räumlich und organisatorisch von den Sozialämtern zu trennen waren. Mit der Überführung des GSiG in das Vierte Kapitel des SGB XII hat sich jedoch sowohl die Intention des Gesetzgebers, als auch das Klima, das den Bedürftigen bei seiner Vorsprache - nunmehr wieder im Sozialamt!!! - erwartet, geändert. Das wird auch nicht dadurch besser, dass dieser nunmehr als "Kunde" bezeichnet wird. Nicht zu unterschätzen ist der Aspekt, dass der Bund zwar die Musik bestellt hat, diese aber nicht hinreichend bezahlen will. Auch diese hat ungeahnte Auswirkungen auf die Ebene, die das Gesetz durchzuführen hat.

Um nicht völlig unnötig irgendwelche Animositäten zu pflegen, gebe ich Ihnen aber insofern Recht, dass ich bei meiner Wortwahl etwas weniger forsch hätte auftreten sollen.

Das mit der Totalüberwachung (Konten, Nebenjobs, Versicherungsleistungen usw.) war aber kein Scherz, sondern ist Realität.

Da der Fragesteller das Forum hinsichtlich etwaiger Kosten der Unterkunft (KdU) nicht aufgeklärt hat und wir alle nicht wissen können, ob und inwieweit dieser den Begriff des Vermögens - im Sinne des SGB XII !!! - wirklich verinnerlicht hat, war es von Ihnen sehr gewagt, einfach schneidig zu formulieren: "...haben Sie in jedem Fall einen Anspruch...."

Obwohl von mir gleich anfangs erwähnt, am Besten unverzüglich beim GruSi-Amt vorzusprechen, war es von Ihnen jedoch sehr gut, den in Not geratenen Mitmenschen, wieder etwas von der vielleicht entstandenen Angst zu nehmen, dort vorzusprechen. Dafür danke ich Ihnen und breche mir deshalb keinen Zacken aus der nicht vorhandenen Krone ab

Eine gute Nacht wünscht Ihnen

Amadé

von
Zukunftssorge

Hallo,eben habe ich folgenden Text (Betr: Grundsicherung ) gelesen.
Einkommen und Vermögen des-nicht getrennt lebenden - Ehegatten wird hinzugerechnet soweit es deren Eigenbedarf übersteigt.
Nun Frage: Wie hoch ist der Eigenbedarf !Zu diesem Thema muss es doch irgendwo Tabellen geben.
Oder nicht :-((

Soll Mann bzw. Frau bewusst KLEIN gehalten .damit das Selbstbewustsein noch mehr Schaden erleidet ...............
mfG
Zukunftssorge

von
Zukunftssorge

Liebe User,ich bedanke mich für die Rege Teilnahme an meinem Schicksal.
Fakt ist,wie ich bereit erwähnte ,ich habe kein Vermögen.Darum muss nicht weiter Spekuliert werden,ob irgendwooooooo vieleicht doch noch was zu holen ist!
Ich würde,bevor ich diesen für mich entwürdigenden Schritt unternehme,Vermögen aufbrauchen.
Dies für alle Zweifler..........
Trotzdem Danke
mfG
Zukunftssorge

von
Realist

Stimmt! Ich gebe gerne ab und zu "meinen Senf" dazu, genauso, wie es unzählige andere User übrigens auch tun.
(Amadé zum Beispiel!)
Sie offensichtlich nicht, sonst würden Sie hier wohl kaum so einen blödsinnigen Kommentar ablassen, der an Primitivität nicht mehr zu überbieten ist!
Und wenn Sie mit irgendwelchen Ausführungen meinerseits nicht einverstanden sein sollten, freue ich mich JEDERZEIT über Ihre "Richtigstellungen", sofern Sie überhaupt geistig dazu in der Lage sind!

PS.: Vergessen Sie bitte nicht, Ihre Schleimspur wegzuwischen, die Sie oben hinterlassen haben. Sonst rutscht noch jemand darauf aus!

Sie dürfen mich auch gerne ignorieren, was mich natürlich besonders hart treffen würde! (Grins!)

von
Realist

Heißen Sie vielleicht zufällig "dirk"? Ihr "Schreibstil" kommt mir nämlich irgendwie bekannt vor!

von
Rosanna

Alle Unklarheiten sind beseitigt. :-))

Ein schönes WE wünscht Ihnen

Rosanna.

von
Rosanna

Ich gebe Ihnen Recht! SOLCHE User, die ausser einem d... Kommentar nichts zur Sache beitragen können, sollte man ignorieren.

Ein schönes WE wünscht Ihnen
Rosanna.

von
Realist

Ich habe meine ganz persönlichen Erfahrungen mit staatlichen Grundsicherungsleistungen gemacht. Die Beantragung war zwar sehr Zeitaufwändig und auch recht demütigend, KÄMPFEN musste ich um die mir zustehenden Leistungen aber nicht gerade. Ich habe "meine Hosen runtergelassen", der Antrag wurde geprüft und bewilligt - das war es. Und wenn Sie sich mal zu Gemüte führen würden, wie wenig Rente der Fragesteller und seine Gattin erhalten, dürfte sich die Frage nach einer Luxus-Immobilie, einem "unangemessenen" Auto etc. wohl erübrigen, oder?

Im Übrigen schließe ich mich den Ausführungen von @Rosanna an!

Alles Gute!

von
Realist

Vielen Dank, Rosanna!

Ich wünsche Ihnen ebenfalls ein schönes Wochenende!

von
Maria L.

Hallo,

der Bedarf bei Grundsicherung ist meines Wissens genau so hoch wie bei ALG II - vielleicht hilft Ihnen das bei der Suche nach Daten. Ich möchte Ihnen lieber keine Zahlen nennen, weil ich es nicht genau weiß.

Am besten wiederholen Sie Ihre Frage nochmal auf der 1. Seite des Forums. Auf den hinteren Seiten antwortet oft niemand mehr. Und die Experten haben am Wochenende frei ;-)

Gruß,
Maria L.