Gutachten anfechten

von
Chris

Hallo zusammen,
habe mein Gutachten von einem Neurologen gelesen, der meine Reha ablehnt. In dem Gutachten finde ich mich nicht wieder und besteht vor allem aus psychologischen Teil. es wird dabei nicht auf die aktuellen Befunde eingegangen, die ich vorgelegt habe, man findet viele Fehler , das Wesentliche wird gar nicht angesprochen. Das wichtigste ist allerdings , dass das Schlussblatt mich voll arbeitsfähig bewertet.

Mein Hausarzt empfahl mir sofort, die Fachärzte zu kontaktieren (vor allem die Neurologin) und die weitere Vorhgehensweise zwecks Anfechtung mit ihr abzustimmen.

Meine Frage lautet, wie gehe ich vor?

Chris

von
wie denn

Sie haben ein Gutachten über Sie gelesen, wo und wie denn? In wessen Auftrag und zu welchem Zweck wurde denn das Gutachten erstellt? Widerspruch können Sie nur gegen einen Bescheid einlegen (und darin, fachärztlich untermauert, die Aussagen des Gutachtens bestreiten). Ohne nähere Angaben wird Ihnen kaum jemand einen brauchbaren Rat geben können.

von
Dirk.

Die Zeiten des Fechtens sind lange vorbei. Es dürfte auch nicht legal sein, den Neurologen zum Duell aufzufordern....

von
-_-

Ein über Sie angefertigtes Gutachten muss sich nicht mit Ihrer eigenen Auffassung über sich selbst decken, auch nicht mit der Ihrer behandelnden Ärzte. Das wird es auch in den seltensten Fällen. Das Gutachten selbst können Sie auch nicht unmittelbar anfechten, sondern nur den daraus resultierenden Verwaltungsakt (Bescheid).

von
uuu

Sie können den Gutachter für befangen erklären

von
-_-

Erklären können Sie viel. Wer sollte darüber dann bitteschön entscheiden? Der einzige Weg ist der Widerspruch bzw. das Verfahren vor den Gerichten der Sozialgerichtsbarkeit.

von
uuu

Widersprüche zu med. Berichten, Vorgutachten etc. dem Gutachten entgegenstellen, Falsches im Gutachten beweisen ...
......
Sozialgerichte, auch da kann es Fehlgutachten geben
........
Bei offensichtlicher Fehlbegutachtung und vorhandenen Beweisen für die Fehler im Gutachten ruhig auch mal an eine Klage gegen den Gutachter denken

Fehlbegutachtung kann strafbar sein...

von
Chris

verstehe. Das Gutachten ist also ein Teil des Verwaltungsakts.

Ich frage so ahnungslos, weil ich wirklich die ganze Prozedur nich nachvollziehen kann, komme aus der Industrie, habe keine Ahnung von Behörden in diesem Bereich:

Was gehört noch so dazu? Kann es sein, dass der Bescheid mit dem Gutachten nicht übereinstimmt - theoretisch oder auch praktisch?

von
Chris

auch nach der Begutachtung ? Und wie stellt man das an?

von
Nix

Stellen Sie einen Antrag auf medizinische Leistungen zur Rehabilitation.
Erhalten Sie anschliessend einen Ablehnungsbescheid, können Sie dagegen - ohne Rechtsanwalt, nur Sie selbst - Widerspruch erheben.

Sehr geehrte Damen und Herren!
Hiermit erhebe ich gegen Ihren Bescheid vom .... Widerspruch und bitte um Neubegutachtung durch einen anderen Facharzt, weil folgende Punkte nicht berücksichtigt wurden:........

Hier führen Sie an, was im Gutachten Ihrer Ansicht nach fehlt.

Anschliessend wird man Sie sicher zu einer erneuten Begutachtung durch einen anderen Arzt/Gutachter auffordern und Sie haben eine neue Chance oder es werden bei Ihrem Hausarzt neue Befunde angefordert.

Man wird Sie informieren:Wir haben bei Dr. med. ..... Befunde über Sie angefordert.....

Melden Sie sich anschliessend bei diesem Arzt und besprechen Sie mit ihm, was er alles dem RV-Träger vorlegen wird.

So sind Sie immer im Bilde, was dem RV-Träger vorliegt.

P.S. Nach dem Widerspruchsbescheid können Sie natürlich auch Klage erheben, falls die Reha doch wieder abgelehnt wird....
Sozialgerichtsverfahren in der ersten Instanz sind für Sie ohnehin kostenfrei...soweit wird es aber nicht kommen, falls Sie alles richtig machen, wie ich es Ihnen hier beschrieben habe.

Viele Grüsse
Nix

von
Corletto

Sie sollten in jedem Fall versuchen das med. Gutachten
nicht alleine nur aus ihrer Sicht , sondern relativ neutral zu betrachten und zu analysieren.

Geben Sie das Gutachten ihrer behandelnden Neurologin ud fragen Sie Sie, ob Sie das Guatchten für korrekt hält oder nicht !

Das in einem Reha/Rentenverfahren erstelle Gutachten sehr häufig zu wünschen übrig lassen ( um es mal vorsichtig ausdzudrücken .. ) ist allgemein bekannt und kommt leider relativ häufig vor.

Wenn Sie und ihre Neurologin dann wirklich der Meinung sind, das das erstellte Gutachten fehlerhaft ist und/oder nicht alle gesundheitlichen Einschränkungen korrekt oder vollständig erfasst wurden, sollten Sie SOFORT dagegen vorgehen.

Lassen Sie das (fehlerhafte ) Gutachten so im Raume stehen, wird Ihnen sicherlich die Reha abgelehnt werden, da der med. Dienst im Regelfall immer den Einschätzungen des Gutachters folgen wird.

Sie sollten per Einschreiben an die Rentenversicherung dem Gutachten widersprechen und vor allem medizinisch sehr detailliert auf die einzelnen fehlerhaften Punkte eingehen und diese entsprechend nachvollziehbar korrigieren.

In jedem Falle sollten Sie auch
ein ganz aktuelles Attest ( einen ärztlichen Befundbericht ) von ihrer behandelnden Neurologin erstellen lassen und diesem ihrem Schreiben gleich mit beifügen.

Das Beste wäre natürlich, wenn ihre Neurologin die fehlerhaften Punkte in dem Gutachten ebenfalls in diesem Attest ansprechen und korrigieren würde !

Sollte aufgrund des fehlerhaften Gutachten's dann letzlich doch die Reha abgelehnt werden, sollten Sie gegen diesen Bescheid dann innerhalb 1 Monats Widerspruch einlegen.

Auch wäre spätestens dann eine rechtliche Vertretung ihrer Interessen durch den VDK/SoVD oder durch einen Fachanwalt angezeigt.

Ist erstmal ein ( falsches ) Gutachten im Umlauf , ist es mehr als schwierig bis unmöglich dieses wieder aus dem Verkehr zu ziehen.

Hier ist die Zeit wichtig.
Je schneller man dagegen vorgeht - umso grösser sind die Chancen.

Darum sollte man hier eigentlich immer fachliche Hilfe in Anspruich nehmen, um dieses Vorhaben erfolgreich in die Tat umzusetzen.

von
V wie Vendetta

Es ist ganz einfach hinter die Vorschriften und Gesetze der DRV zukommem liebe/r Chris.Es gibt folgendes grunsätzliches Gesetz bei der DRV das über allem steht.

1.) Die DRV und Ihre Gutachter haben immer Recht!

2.)Sollte die DRV und Ihre Gutachter einmal nicht Recht haben dann tritt automatisch 1. in Kraft.

Und nun Ihr Schreier nach dem Stammtisch schreit nur.Eure Blauäuigkeit ist lächerlich oder gut bezahlt.

von
Corletto

"Was gehört noch so dazu? Kann es sein, dass der Bescheid mit dem Gutachten nicht übereinstimmt - theoretisch oder auch praktisch? "

Ja - natürlich KÖNNTE Ihnen auch die Reha genehmigt werden - trotz des anderslautenden Gutachtens !

Die Entscheidung über eine Reha wird immer anhand ALLER über Sie vorliegenden ärztlichen Unterlagen / Atteste / Befundbericht etc. getroffen und nicht nur alleine aufgrund des Gutachtens.

Normalerweise aber wird der med. Dienst der RV dem Gutachten folgen, da diesem entscheidende Bedeutung beigemessen wird .

Darum halte ich persönlich ihre Chance nicht für sehr hoch bzw. für nicht vorhanden, das Ihnen die Reha mit so einem Gutachten genehmigt wird.

von
User

Ach V, glauben Sie mir, es gibt genügend Renten die erst abgelehnt wurden und dann nach einem erfolgreichen Widerspruch geleistet werden.

von
V wie Vendetta

Guter User es geht nicht darum was nach einem Widerspruchsverfahren oder Klageverfahren eventuell herauskommt sondern was davor läuft.Verzögerungen natürlich ungewollt.2 bis 3 und mehr Begutachtungen.Streitereien der Gutachter und und.Darum geht es.Und!Seltsamerweise ergibt ein oder mehere Gutachten nichts anderes als das Ursprüngliche und oh Wunder es gibt plötzlich eine positive Antwort.Aber man kanns doch mal versuchen oder?Vielleicht gibt der Versicherte ja auf im Verfahrern?!

Experten-Antwort

Hallo Chris,

aus meiner Sicht sollten Sie den Rat Ihres Hausarztes befolgen und sich mit Ihrer Neurologin (und ggf. anderen Fachärzten) besprechen. Diese kann sicher am besten beurteilen, ob und welche Fehler enthalten sind und Sie dabei unterstützen dagegen vor zu gehen.

Ob eine "Anfechtung" bereits vor der Entscheidung über die Reha (Bescheid) sinnvoll ist, kann ich nicht beurteilen. Spätestens wenn Sie einen Ablehnungsbescheid erhalten haben, können Sie dagegen Widerspruch einlegen, wenn Sie und Ihre Ärzte der Meinung sind, dass nicht alles berücksichtigt wurde.

von
Großer Bär

Du viel BlaBla, wenig Ahnung.
How, großer Bär gesprochen

von
V wie Vendetta

Ups!Du nix kennen doitsch sprecken?Iss nixe schlimme grosseses Bäre.Du biste eine doitsche Beamte?Ja?Dann due nadürlich alles wisse was isse in Baragrafe in Doitschlande.Wenn due nix biste doitsches Beamte dann du biste ein doitsche Besserswisser.

Sie werden auch erst verstehen lernen,wenn sie in die Fänge der Bürokratie in Deutschland kommen sonst würden Sie so nicht argumentieren.Sie grosser Bär.

von
uuu

Sie haben die Sache erkannt - es ist so

von
Großer Bär

Gut gebrüllt Löwe.
Sie haben aber auch immer nur die gleichen Argumente...

Welcher Auslöser hat sie denn so frustriert gemacht ?
Hat Ihnen ein böser böser Beamter etwa irgendetwas abgelehnt ?