Gutachten der DRV

von
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Herr S. Berufskraftfahrer geb. vor 1961 kann seinen Beruf nicht mehr ausüben. Ein verkehrsmedizinisches Gutachten liegt vor. Herr S. hat sein 18 Jahren als Kraftfahrer gelernt, aber keinen Facharbeiter. Sein AG hat ihm bestätigt, daß er als Facharbeiter eingesetzt war und auch so entlohnt wurde. Bei Akteneinsicht in das Gutachten für die DRV stellte er fest, daß er vom Gutachter 10 Jahre verjüngt wurde, weiterhin wurde nicht auf die wesentlichen Folgen seiner Erkrankung eingegangen, sondern auf mehreren Seiten über Probleme mit dem großen Zeh gesprochen. Herrn S. ist klar, daß man bei Problemen mit dem großen Zeh keine Rente bekommt. Ein geplanter Arbeitsversuch wurde vom Gutachter als geglückt beurteilt, obwohl dieser erst ca eine Woche nach dem Gutachten begann.

Ein Arbeitsversuch, der nach dem Gutachten stattfand, in einer anderen Abteilung des Betriebes wurde vom Betrieb aufgrund der Fürsorgepflicht abgebrochen: Herr S. ist den üblichen Anforderung des Arbeitsmarktes weder für 4 noch für 6 Stunden gewachsen. Antrag auf Rente wegen voller Erwerbsminderung wurde gestellt.

von
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Tut mir leid, hab Schreibfehler gemacht.
Herr S. hat als Kraftfahrer gearbeitet, aber keinen Facharbeiterbrief in diesem Beruf.

von
Antwort

Und was ist jetzt ihre Frage ?

von
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Wie sich Herr S. am besten weiterverhält, und wie dieses Gutachten von der DRV bewertet wird.

von
Antwort

Hier zum Thema des Berufes und der Qualifikation des Berufskraftfahrer :

http://de.wikipedia.org/wiki/Berufskraftfahrer

Inwieweit der Herr S. dann wirklich als Facharbeiter gilt oder eben nicht, sei dahingestellt und kann anhand der von ihnen gemachten Angaben und ohne Kenntnis des genauen Einzelfalles sicher hier nicht beurteilt werden.

Grundsätzlich kann man ihnen nur raten, die hier schon von ihnen aufgeführten
Ungereimtheiten in dem Gutachten und die Versäumnisse des Gutachters ganz detailliert der Rentenversicherung schriftlich umgehend mitzuteilen.

Wenn die RV ihre Argumente dann nachvollziehen kann, wird eventuell eine neue Begutachtung anberaumt werden.

Wenn die Rente dann letztlich doch abgelehnt würde, sollten Sie in den Widerspruch gehen und dort dann auf jeden Fall auf eine erneute Begutachtung bestehen !

Experten-Antwort

Hallo ?,
das Verfahren aufgrund des Antrags auf Erwerbsminderungsrente des Herrn S. bleibt zunächst abzuwarten. Sollte der Antrag abgelehnt werden, kann im Widerspruchsverfahren auf die Begutachtung eingegangen werden.

von
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Der Antrag auf BU wurde bereits abgelehnt. Mit dem gescheiterten Arbeitsversuch wurden die aktuellen Befunde der behandelnden Ärzte eingereicht und der Antrag auf einen Antrag in Rente wegen voller Erwerbsminderung geändert. Dazu suchte Herr S. eine Beratungsstelle der DRV auf. Der Mitarbeiter dort, nahm einen neuen Antrag auf Rente wegen voller Erwerbsminderung auf. Dieser wurde dann dem laufenden Widerspruchsverfahren zugeordnet. Alle aktuellen ärztlichen Befunde wurden nachgereicht, bzw. werden der DRV nach Erhalt zur Verfügung gestellt.

von
hä?

dann sollten sie einfach in ruhe abwarten!

von
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Immerhin hat der Gutachter Herrn S. 10 Jahre jünger gemacht, damit würde kein Anspruch auf BU bestehen.

von
@ ?

Der GA hat ihn jünger gemacht?
Wie soll das denn gehen?
Das Geburtsdatum ist ja sogar Teil der Soz.Vers.Nummer.

von
?

Ganz einfach: In meiner Praxis erschien ein .... jähriger Mann. Das Alter war glatt 10 Jahre jünger. Evtl kann der Gutachter auch einfach nicht rechnen.

von
Antwort

Das kommt alleine nur daher, weil einige dieser Herren Gutachter zum einen mehr als schlampig arbeiten, diese Gutachten als reine Geldvermehrungsmaschine ansehen und desweiteren genau wissen, das Sie trotz aller Fehler keinerlei Konsequenzen aufgrund ihrer katastrophen und völlig inakzeptabelen Gutachten befürchten müssen....

Da kann es dann schon mal sein, das bei der Aufnahme der Anamnese des Patienten auch so ein Kardinalfehler wie mit dem Alter bei Herrn S. passiert.

In allen ärztlichen Unterlagen die auch dem Gutachter vor und während der Begutachtung vorliegen , steht mit Sicherheit mehrmals das korrekte Alter und das Geburtsdatum - man muß es halt nur richtig lesen können...

Alleine schon nur aufgrund diesen einen Fehlers, würde ich per Anwalt das Gutachten sofort anfechten und für null und nichtig erklären lassen.

Wer schon bei solchen Sachen Fehler ins Gutachten einbaut, der wird sicher auch die medizinische Seite nicht besonders korrekt und ordentlich " begutachtet " haben...

Also die Meinung des Experten in allen Ehren , aber jetzt erst mal abwarten ist sicher der falsche Weg.

Stellen Sie die Fehler im Gutachten der RV gegenüber umgehend ganz klar dar und fechten Sie es daraufhin sofort an, bevor es Unheil in Form eines ablehnenden Widerspruchsbescheides annehmen kann..

Mit " Abwarten " kommen Sie
bei solch fehlerhaften Gutachten nicht weiter.

von
?

Danke, ich denke, daß es gut ist, das Gutachten durch einen Rechtsbeistand anzufechten.

von
Antwort

Gerade weil es ja auch und im Besonderen um die BU-Rente geht und damit gerade das Alter ( vor 1961 geboren ) absolut entscheidend ist, ist dieser eine Fehler alleine schon völlig unverzeihlich.

Wenn man der Gutachter jemanden 10 Jahre jünger
" macht " und vielleicht auch dieses Alter im Kopf während der gesasmten Begutachtung hatte, ist selbiges eben nicht verwendbar.

Jeder Anwalt sorgt dafür, das solch ein " Schrottgutachten " in die Tonne kommt - wo es auch hingehört.

Die RV wäre gut beraten diesen Ärzten keinerlei Honarar für so ein
" Geschmiere " zu zahlen.

Das und nur das würde die Herren Gutachter sorgfältiger arbeiten lassen !

Alles Gute und viel Erfolg.

von
-_-

Das Gutachten allein können Sie nicht anfechten, sondern im Widerspruchsverfahren nur den daraus resultierenden Bescheid. Nicht das Gutachten, sondern dessen Auswertung durch die Sachverständigen der DRV ist maßgebend für den Bescheid. Es könnte auch ein einfacher Schreibfehler der Schreibkraft sein, die das Gutachten getippt hat und damit löst sich Ihre Argumentation in heiße Luft auf. Maßgebend für die Beurteilung des Versicherten ist auch nicht dessen Lebensalter, sondern allein dessen individuelle Leistungsfähigkeit.

Wenn außer der falschen Angabe des Lebensalters keine substantiellen Fehler feststellbar wären, müssen Sie schon gravierend anders lautende Nachweise (zeitlich neuere ärztliche Befundnachweise) vorlegen. Die Antworten von "Antwort" sollten nicht überwiegende Grundlage Ihrer Argumentation werden, denn damit fallen Sie garantiert auf die Nase! Der Versuch Ihnen Mut zu machen in allen Ehren, sollte man die rechtlichen Grundlagen nicht vernachlässigen. Eine etwas realistischere Sicht dürfte Ihnen aber ein Rechtsbeistand vermitteln.

Für Mitglieder: www.vdk.de , www.sovd.de , Gewerkschaft

Gegen Honorar gemäß Gebührenordnung: Rentenberater oder Rechtsanälte

von
Antwort

@ -_- Oh Oh Oh , hier hat aber offensichtlich jemand wenig Ahnung von der Materie....

Natürlich kann und sollte man direkt das Gutachten anfechten, damit es erst gar nicht erst in die Auswertung des med. Dienstes einfliesst.

Lesen Sie mal hier sie "Experte " :

Den Begriff des Gutachtens kennt man aus vielen Bereichen. Überall, wo es um Schadensersatz geht oder um eine Klageführung kann es sein, dass ein Gutachten verlangt wird. Im Gesundheitswesen kann in vielerlei Hinsicht ein fachärztliches Gutachten verlangt werden. In Rentenfragen ist dies häufig der Fall, aber auch bei Arbeitsunfähigkeit und einer geminderten Erwerbsfähigkeit. Auch in Streitfragen um die ärztliche Versorgung werden Gutachten erstellt. Möchte ein Patient sich beispielsweise gegen eine falsche Diagnosestellung eine darauf folgende, falsche Behandlung wehren, die ihm zuteil wurde, so muss er ein Gutachten erstellen lassen. Ein Gutachten muss grundsätzlich von einem neutralen Fachmann angefertigt werden und sämtliche relevanten Fragen berücksichtigen. Es handelt sich hierbei um eine Urkunde. Ein Gutachten anfechten kann man, dies geschieht sogar recht häufig. Ist die Gegenpartei mit dem Inhalt des Gutachtens nicht einverstanden, kann die Anfechtung des Gutachtens über einen Rechtsanwalt vorgenommen werden. In den meisten Fällen einigt man sich auf die Erstellung eines zweiten Gutachtens einer weiteren, neutralen Person, die fachlich qualifiziert ist.

http://www.private-krankenversicherung.de/pkv-ratgeber/gutachten-anfechten/

von
?

Danke für alle Tipps. Herr S. hat bei seinem Widerspruch deutlich auf sein Geburtsdatum hingewiesen und auch neuere Gutachten vorgelegt, die hoffentlich bei der Entscheidung des Widerspruches Beachtung finden, zumal sich seine gesundheitliche Situation ja deutlich verschlechtert hat. Auch wenn das das falsche Forum ist: Dieses Gutachten hat dafür gesorgt, daß bei der AfA keine Einstufung nach § 117 erfolgt ist, da ja ein abgelehnter Rentenantrag vorliegt.

von
???

Sie vermischen hier unterschiedliche Entscheidungen.
Der Gutachter stellt nur fest, inwieweit die Erwerbsfähigkeit des Antragstellers beeinträchtigt ist. Das Alter ist dabei zwar auch von einer gewissen Bedeutung. Sollte es sich bei der falschen Altersangabe nicht nur um einen Tipp-Fehler handeln, dann könnte es sich sogar zugunsten Ihres Bekannten auswirken. Ein Bechwerdebild, das bei einem 50jährigen auf altersgemäßen Verschleiß zurückgeführt wird, kann bei einem 40jährigen Krankheitswert besitzen. Von daher kann dieses "Jünger-machen" durch den Arzt erstmal keine Negativ-Wirkung haben.
Die von Ihnen angesprochene Besitzschutz-Regelung für vor 1961 geborene wird vom Juristen geprüft. Der sucht das Alter des Versicherten nicht im Gutachten, sondern schaut einfach auf die Versicherungsnummer (das geht nämlich schneller).

von
Peter

Außer der falschen Altersangabe ( warum auch immer die erfolgt ist ja auch nebensächlich ) , geht es doch auch um andere Fehler im Gutachten.

So wurde lt. @? z.b. wohl auch nicht auf die wesentlichen Folgen der Erkrankung eingegangen etc.

Auch dies und womöglich noch andere Dinge machen so ein Gutachten eben anfechtbar.

Es kommt dann zu einer Summierung von Fehlern und Patzern, die in der Summe
aller Fehler/Ungereimtheiten
das Guatchten wertlos werden lassen.

von
??? -Nachtrag

Um es 100% zu machen: Meine Antwort bezieht sich auf den Beitrag von "?" vom 29.03.2010 um 14.36 Uhr.
Ich wollte keine weitere Aussage zur Qualität oder Anfechtbarkeit des erstellten Gutachtens treffen und habe dies auch in keiner Form getan.
Ich hoffe man verzeiht mir, dass ich zu faul war, den konkreten Beitrag nochmal extra zu suchen. Ich hab's ja jetzt hiermit nachgeholt.