Gutachten EM-Rente ist falsch...doch Reha? Was tun?

von
Sarah

Hallo.
Ich arbeite seit 2007 in einer WfBM wegen div. psychischer Erkrankungen. Seit Anfang 2013 bin ich komplett Arbeitsunfähig, weil sich meine Erkrankungen derart verschlimmert habe, dass ich nicht mal mehr den Weg zur WfBM schaffe, und aus krankheitsgründen kann ich in keine andere Betriebsstätte. Ich habe nun einen Antrag auf EM-Rente gestellt. Die Werkstatt hat meinen Vertrag im September 13 gekündigt, weil ich zu lange krank bin. Im Dezember war ich beim Gutachter. Dieses Gutachten habe ich nun als kopie bekommen. Und ich muss sagen, es fehlen Passagen, vorallem die wo ich ihm meine Probleme geschildert habe. Er hat sich Fakten aus den Finger gesogen, die nicht stimmen (er hat zb angekreuzt, dass ich bei meiner letzten Tätigkeit in der WfBM 6 und mehr Std gemacht habe...das stimmt nicht...ich hab immer nur max 5 gemacht).
Er meint ich solle in eine Klinik (die nächste von der DRV ist in BAD KISSSINGEN...ich wohne aber in BREMEN!!!). Nicht nur, dass die sehr weit weg ist...ca 500km, sondern ich ertrage das nicht, aus meinem gewohnten Umfeld gerissen zu werden. Und ich war 2013 bereits in 3 Kliniken (psychosomatik, Borderline DBT und allgemeine Psychiatrie), mich dort vorgestellt, aber alle meinten, es wäre nicht gut in stationäre Therapie zu gehen.
Danach soll ich laut Gutachter in berufliche Reha. Aber ich schaffe ja nicht mal die 3 Std Minimum in der WfBM! Alle anderen Maßnahmen sind Vollzeit. Das schaffe ich nicht. ich schaffe mit mühe und Not meinen Haushalt.
Hab gelte ich denn nicht alleine schon aufgrund der WfBM als voll erwerbsgemindert?
Was soll ich denn machen? ich habe panische Angst, dass ich in diese Klinik muss! Können die mich zwingen in die Klinik zu gehen?
Was soll ich machen? Einen Bescheid der DRV hab ich noch nicht (kann mir aber denken, was da drin stehen wird). Kann ich das Gutachten anfechten?
ich bin total fertig...
LG Sarah

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Sara,

voll erwerbsgemindert sind Sie grundsätzlich auch, wenn Sie in einer anerkannten Werkstatt für behinderte Menschen oder in einer anderen beschützenden Einrichtung beschäftigt sind und wegen der Art und Schwere Ihrer Behinderung nicht auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sein können.
Bitte beachten Sie:
Wer schon vor Erfüllung der allgemeinen Wartezeit (= fünf Jahre) wegen einer Behinderung nicht (mehr) erwerbsfähig ist, kann einen Anspruch auf Rente wegen voller Erwerbsminderung haben, wenn er bis zur Erfüllung der Wartezeit von 20 Jahren ununterbrochen voll erwerbsgemindert geblieben ist. Diese Regelung betrifft besonders Beschäftigte in einer Werkstatt für behinderte Menschen (siehe hierzu auch Seite 12 der Info-Broschüre: http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232616/publicationFile/56110/erwerbsminderungsrente_das_netz_fuer_alle_faelle.pdf)

Ich würde daher zunächst den Bescheid der DRV abwarten. Falls notwendig, sollten Sie dann eine Beratungsstelle der DRV aufsuchen.