Gutachter ablehnen?

von
Voll niedergeschlagen

Hallo, nach 1 Jahr arbeitsunfähig, einer gescheiterten Wiedereingliederung von 6 Monaten und Reha mit arbeitsunfähig entlassen habe ich einen Antrag auf EU-Rente gestellt und werde gleich mit Post vom Rententräger "bombardiert". Ich soll im August zur Begutachtung. Aber: Es ist ausgerechnet eine Ärztin (Fachärztin), bei der ich vor einem Jahr 2 Wochen in Behandlung war. Sie hatte mir eine Reha NICHT befürwortet, weil ich die Praxis und die Behandlungsweise kritisiert hatte. Ein Formular für die Reha hat sie zu meinen Ungunsten ausgefüllt. Die Reha wurde zunächst abgelehnt. Sie hatte mir buchstäblich die Reha "versaut". Sie hat mich aus der Praxis verwiesen, da sie angeblich eine Rüge von einer Behörde bekommen hatte. Sie hätte zu viele Leute krank geschrieben und wenn sie mich krank schreibt, würden "die ihr den Laden dicht machen". Das fand ich unmöglich. Ich hatte einen Ombudsmann eingeschaltet, weil ich erbost war, dass sie mir aufgrund meiner Kritik gegen die Behandlungsweise den Weg in die Reha verbaut hatte. Sie hat dann später durch die Einschaltung des Ombudsmannes die Reha doch bewilligt und ihre Argumentationen zurückgerudert. Ich möchte in diese Praxis nicht noch einmal gehen. Damals wurde mir auch von der Arzthelferin gesagt, dass mein "Fall" dort geschlossen wäre und ich sollte mir einen anderen Facharzt suchen. Das habe ich auch getan. Dass ich nun ausgerechnet zu der Ärztin zur Begutachtung soll, ist für mich ein Drama. Kann ich diese Ärztin ablehnen und den Rententräger bitten, einen neuen Gutachter zu benennen? Ich bin echt ratlos. In meinen Rentenunterlagen hatte ich den Vorfall mit obiger Ärztin sogar erwähnt. Auch ein Gutachter, der mich während des Reha-Widerspruchs-Verfahrens begutachtet hat, hat den Vorfall bei obiger Ärztin im Gutachten ausführlich beschrieben. Dass der Rententräger dann ausgerechnet die Ärztin dann noch vorgibt als Gutachterin, fasse ich nicht. Eine Konfrontation mit zwischen der Praxis und mir wäre schlecht. Für Tips wäre ich dankbar. Danke schön!

von
Klara Kugelig

Setzen Sie sich mit der DRV in Verbindung,denn meines Wissens darf man bei einem Gutachter nicht vorher als Patient in Behandlung gewesen sein.

von
Peterlein

Gutachter ablehnen mit o.g. Begründung. Dann bekommen Sie einen anderen genannt. Das ist überhaupt kein Problem.

von
Sonnenblume

...den Ausführungen von Klara und Peterlein kann zugestimmt werden!
Das würde von vorneherein in die Hose gehen und nur unnötig Zeit in Anspruch nehmen, die man als kranke Person finanziell nicht hat!

Ich selber hatte leider den Fall, das sich zwei Ärzte/Gemeinschaftspraxis getrennt hatten, der eine ist immer noch mein behandelder Arzt, der andere ist in einer anderen Praxis mit eingestiegen. Leider wusste ich das zum damaligen Zeitpunkt nicht und wurde von der DRV zum Gutachten bei diesem Arzt angemeldet. Bin dann natürlich schön brav dorthin. Leider ist dieses Gutachten voll in die Hose gegangen, weil sich beide Ärzte im Streit getrennt hatten. Und ich ja bei seinem EX-Kollegen in Behandlung befinde! Was dabei rausgekommen ist kann man sich ja vorstellen, wenn der eine dem anderen so richtig gegen das Bein pi**en tut. Der VDK hat es genau so gesehen, aber ich bin der Leidtragende!!!!!

von
Otto N.

Zitiert von: Sonnenblume

Leider ist dieses Gutachten voll in die Hose gegangen, weil sich beide Ärzte im Streit getrennt hatten. Und ich ja bei seinem EX-Kollegen in Behandlung befinde! Was dabei rausgekommen ist kann man sich ja vorstellen, wenn der eine dem anderen so richtig gegen das Bein pi**en tut.

Kein seriöser Arzt wird einem Patienten Schaden zufügen, nur weil sich dieser bei einem anderen Arzt in Behandlung befindet.

Es wäre viel wahrscheinlicher, dass er sich sogar besonders viel Mühe gibt, um den Patienten künftig für sich zu gewinnen.

Deshalb dürften Ihre "Vermutungen" eher Ihrer regen Fantasie entsprungen sein!

Vermutlich wurde das Gutachten völlig korrekt erstellt und entspricht nur nicht Ihren Wunschvorstellungen.

Was der VDK dazu meint, ist völlig unerheblich, da die dortigen Sozialrechtsexperten in den seltensten Fällen über medizinische Kenntnisse verfügen.

Im Übrigen besteht jederzeit die Möglichkeit, angeblich unstimmige Gutachten anzufechten.

Das hätte Ihnen der VDK-Mitarbeiter eigentlich sagen müssen.

Tut mir leid, aber so ganz glaubwürdig klingt Ihre Geschichte nicht!

von
Voll niedergeschlagen

Ich muss dazu sagen, dass ich mich gerne mit der obigen Ärztin ausgesprochen hätte, aber mir wurde am Telefon und persönlich der Kontakt zu der Ärztin verweigert. Daher ist es für mich jetzt unvorstellbar, den Weg in die Praxis zu suchen, weil ich dort so behandelt wurde. Die Ärztin konnte meine Kritik nicht vertragen. Und dass ich in meinem labilen Zustand Kritik übte, passte laut der Arzthelferin nicht zu meinem Krankheitsbild. Darf man als KRANKER nicht Kritik üben? Für mich war die Angelegenheit nach Einschaltung eines Ombudsmannes erledigt. Nach langem Hin und Her bekam ich dann auch meine Reha befürwortet. Nur durch die Nichtbefürwortung der obigen Ärztin meiner Reha habe ich 6 Monate wertvolle Zeit verloren. Sie hat sich auch zunächst geweigert, den Bogen für die Meinung des Facharztes an den Rententräger auszufüllen. Später nach Einschaltung des Ombudsmannes hat sie es ausgefüllt, dann aber zu meinen Ungunsten. Ich habe nun eine Mail an den Rententräger geschrieben und den Sachverhalt geschildert. Ich habe höflich um Benennung eines anderen Gutachters gebeten und darauf hingewiesen, dass ich als Patientin dort aus der Praxis verwiesen wurde und die mich als Patientin somit nicht mehr haben wollten. Ich warte nun ab. Ich betrachte die Sache sachlich, im äußersten Fall muss ich in Kauf nehmen, diese Ärztin als Gutachterin beibehalten wird. Dann werde ich dort hin gehen, aber den Fall von damals noch einmal ansprechen, um das mit ihr sachlich zu diskutieren und zu bereinigen. Vielen Dank für die bisherigen Antworten.

von
Maus

Zitiert von: Otto N.

Es wäre viel wahrscheinlicher, dass er sich sogar besonders viel Mühe gibt, um den Patienten künftig für sich zu gewinnen.

Wo leben Sie denn? Vermutlich im Privatpatienten-Wunderland? Viele Fachärzte wie Neurologen oder Orthopäden,haben für Kassenpatienten ab 3 Monate Wartezeit, werden also kaum um neue werben.

von
Ramon

Ausserdem darf der Gutachter den zu beguachtenden nicht als Patient später annehmen ! Durch die Begutachtung ist er als " Behandler " verbrannt.

von
Maus

@Ramon: Das musste ich leider auch erfahren. Ich fand (angenehme Überraschung!) den Rentengutachter, einen Neurologen, so gut, dass ich später dorthin in Behandlung wollte, aber deswegen nicht angenommen wurde. Das ist aber keine Vorschrift der DRV, sodern der Kassenärztlichen Vereinigung.

Experten-Antwort

Sie sollten sich direkt mit dem zuständigen Rentenversicherungsträger in Verbindung setzen. Sie werden dann nach Darlegung des Sachverhalts sicherlich einen anderen Gutachter zugewiesen bekommen.

von
Sonnenblume

@ Otto N

Zitat von ihnen:

Deshalb dürften Ihre "Vermutungen" eher Ihrer regen Fantasie entsprungen sein!

Vermutlich wurde das Gutachten völlig korrekt erstellt und entspricht nur nicht Ihren Wunschvorstellungen.

Das glauben aber auch nur sie, wie schnell man zwischen die Fronten gerät, können sie sich gar nicht vorstellen!!!

Das Gutachten wurde nicht "völlig korrekt" erstellt! Natürlich entspricht es nicht meinen Vorstellungen, dass hat nichts mit "Wunschvorstellung zu tun"!

Ich will sie mal sehen, wenn sie so "richtig" krank sind und der Gutachter macht seinen ehmaligen Kollegen runter und dessen Berichte, ich würde mal sagen, das ist nicht gerade die feine Art!
Ausserdem war ich danach bei meinem behandelnen Arzt vorstellig, der das Gutachten auch für nicht richtig empfunden hat, aber noch lange nicht seinen ehmaligen Kollegen so schlecht gemacht hat. Er hat mir dann einen erneuten fachärztlichen Bericht geschrieben und kurz angemerkt, das die Feststellungen des Kollegen nicht ganz korrekt sind.
Und so hat der VDK dann Bericht mit Schreiben an die DRV weitergegeben.

So! lieber Herr Otto N., was bitte schön ist da meiner Fantasie entsprungen?

von
Mitleser

Zitiert von: Sonnenblume

So! lieber Herr Otto N., was bitte schön ist da meiner Fantasie entsprungen?

Fast Alles!

von
Mitleser

Zitiert von: Ramon

Ausserdem darf der Gutachter den zu beguachtenden nicht als Patient später annehmen ! Durch die Begutachtung ist er als " Behandler " verbrannt.

Unsinn! Selbstverständlich darf der Arzt den Patienten NICHT ablehnen, nur weil er ihn "irgendwann mal" begutachtet hat!

Noch gilt für Patienten freie Arztwahl in Deutschland!

von
Mitleser

Zitiert von: Maus

@Ramon: Das musste ich leider auch erfahren. Ich fand (angenehme Überraschung!) den Rentengutachter, einen Neurologen, so gut, dass ich später dorthin in Behandlung wollte, aber deswegen nicht angenommen wurde. Das ist aber keine Vorschrift der DRV, sodern der Kassenärztlichen Vereinigung.

Was Sie nicht schon alles erlebt haben......

von
Sonnenblume

Zitiert von: Mitleser

Zitiert von: Sonnenblume

So! lieber Herr Otto N., was bitte schön ist da meiner Fantasie entsprungen?

Fast Alles!

Vielen Dank für die BLUMEN lieber "Mitleser" und weiter so!

von
Voll niedergeschlagen

Ich bitte um mehr Sachlichkeit in diesem Forumbeitrag und keine Entgleisungen oder merkwürdige Unterstellungen, ob jemand phantasievoll ist oder nicht gehört hier nicht hin. Ebenso nicht, spitze Bemerkungen was wer schon wo erlebt hat. Die Beantwortungen sollten sich nur auf den gestellten Beitrag beziehen und nicht abschweifen. Lese ich hier heute schon häufiger in einigen Beiträgen, dass die Leute entgleisen, sich gegenseitig beschimpfen, etwas unterstellen oder ähnliches.

von
Anna

Nehmen Sie auf jeden Fall einen Beistand mit - dies darf Ihnen nicht vewehrt werden.

Selbst wenn es mich die Hälfte meines Monatsbudgets kosten würde - zur nächsten DRV-Begutachtung gehe ich nur in Begleitung einer Anwältin.

(ich zweifle in keinster Weise an Ihrer Schilderung!)