Gutachter Auskunft

von
Manfred

Hallo,
ich muss bald zum Arzt der Rentenversicherung zur Begutachtung wegen Antrag auf Erwerbsminderungsrente.

Meine Frage.

Darf,... oder muss mir der Arzt am Ende der Untersuchung mitteilen zu welcher Entscheidung er gekommen ist!
( unter 3 Std. / oder 3 bis 6 Std. / oder mehr als 6 Std. )

von
Auskenner

Er kann/darf sich ihnen nach der Untersuchung schon mitteilen, aber müssen muss er nicht und ob er es macht , ist immer Einzelfallabhängig und obliegt vor allem der Lust und Laune sowie der Tagesform des Gutachters ..

Sie sollten ihn nach seiner Einschätzung ihrer EM konkret fragen, da von selbst meistens keine Wasserstandsmeldung kommen wird.

Persönlich habe ich bei mehreren Gutachtern die Erfahrung gemacht, das die sich sehr bedeckt halten und eigentlichts nichts zu ihrer Einschätzung der EM nach oder noch während der Untersuchung sagen.

Ein Gutachter hat mir nach der Untersuchung und auf meine direkt Frage hin gesagt, das er eine EM befürworten wird - in dem später dann der RV zugeschickten Gutachten war davon jedoch keine Rede mehr, sondern genau das Gegenteil war der Fall.

Insofern wäre ich sehr sehr vorsichtig hinsichtlich der Bewertung einer mündlichen Aussage des Gutachters.

Letzlich zählt nur das der Rentenversicherung zugesandte schriftliche Gutachten !

von
Manfred

Danke für die Info Auskenner,

aber ist, oder muss es durch die Deutsche Rentenversicherung nicht irgendwie geregelt sein, dass der Arzt, oder Gutachter seine Einschätzung mir mitteilen muss.

oder gibt es da bis zur entscheidung eine gewisse geheimhaltung.

von
Egbert

Hallo Manfred,

sie können ihre Frage stellen, wie sie wollen. Der Gutachter wird sich in aller Regel ihnen gegenüber zunächst bedeckt halten. Aus gutem Grund.

Stellen Sie sich doch mal die Diskussion in der Praxis des Gutachters vor, wenn er Ihnen trotz ihrer möglichen Erwartungshaltung mitteilt, dass er Sie für vollschichtig arbeitsfähig hält.

Das würde zu manch harten Diskussionen und Auseinandersetzungen führen.

Geben Sie sich mit der kompetenten Antwort von "Auskenner" zufrieden.

von
Auskenner

Wie gesagt, muss der Gutachter dem Untersuchten überhaupt nichts mitteilen.

Anzumerken ist noch, das
die Einschätzung des Gutachters zur Erwerbsfähigkeit nicht
a l l e i n e ausschlaggebend für die Bewilligung einer EM-Rente ist !

In vielen Fällen folgt die RV zwar der Meinung des Gutachters, aber eben nicht immer.

Wenn z.B. das Gutachten medizinisch völlig abweichend oder widersprüchlich von den anderen vorliegenden ärztlichen Unterlagen ist, wird das Gutachten keine Verwendung finden (dürfen) und event. wird dann sogar eine neue weitere Begutachtung angesetzt werden.

Ob letzlich eine EM-Rente zuerkannt wird, entscheidet einzig und alleine der med. Dienst der RV nach
Prüfung a l l e r über Sie vorliegenden ärztlichen Befundberichte/Atteste/
Rehaberichte/Gutachten, dem Verlauf der Erkrankung in der Vergangenheit und der Prognose selbiger für die Zukunft und eben nicht nur alleine nach dem erstellten Gutachten.

Insofern nützt es ihnen wenig , wenn der Gutachter
eine Empfehlung zur Berentung zwar abgeben wird ( und ihnen dies auch nach der Untersuchtung sagt ), aber der med. Dienst ihnen dann trotzdem - aufgrund der anderen ärztlichen Unterlegen die dagegen sprechen - dann keine EM-Rente zuerkennen wird.

Es bleibt ihnen nichts anderes übrig, als noch einige Wochen nach der Begutachtung abzuwarten, bis der endgültige Bescheid der RV dann bei ihnen vorliegt.

von
userin

Der wird wahrscheinlich nix sagen.
Ich fragte den eigentlich sehr netten Gutachter auch zum Abschluss der Untersuchung, wie er die Sache sehe. Der sagte nur: "Ich muss mir alles nochmal ansehen, aber wahrscheinlich wie Ihre Ärzte".

Experten-Antwort

Hallo Manfred,

bei der Feststellung der Erwerbsminderung handelt es sich um eine juristische Feststellung. Versicherungsrechtliche Voraussetzungen , Fragen nach der beruflichen Verweisbarkeit und das Fehlen eines sogenannten Teilzeitarbeitsplatzes müssen juristisch mit berücksichtigt werden. Ein Gutachter darf keine Stellungnahme zur Erwerbsminderung im Sinne der gesetzlichen Rentenversicherung abgeben.
Er soll sich als medizinischer Sachverständiger ausschließlich auf medizinische Angaben beschränken.