Gutachter - Psychiater stellt komische Fragen

von
Melissa

Hallo, hab mal ne etwas eigenartige Frage, aber niemand kann mir dazu ne Erklärung geben. Deshalb möchte ich hier mal direkt den Rentenexperten fragen, was solche Fragen bezwecken. Aufgrund eines laufenden Rentenverfahrens musste ich gestern, am 2.7. zum Gutachter für Psychiatrie und Neurologie. Da es ja um meine Psyche geht und NICHT um gynäkologische Dinge, fand ich die Fragen irgendwie ziemlich sinnlos. Ich wurde gefragt, ob ich denn auch meine Regelblutung regelmäßig bekomme, ob ich schon Geburten hatte, ob sonst gynäkologisch alles in Ordnung ist und ob ich eine feste Beziehung habe und so`n Käse. Was sollen denn diese Fragen????? Sind das Routinefragen, die vom Gutachter abgefragt werden MÜSSEN????? Das hat doch mit der Rente nix zu tun.

von
SW

Hallo,

ich hätte solche Fragen nicht beantwortet.
Ich denke das sollte in einem Rentenverfahren keine Rolle spielen und überhaupt geht sowas keinen Sachbearbeiter und schon keinen Gutachter was an.
Neulich lief mal ein Beitrag in dem es um genau sowas ging.

Gruß

von
Mutti

Zitiert von: Melissa

Da es ja um meine Psyche geht und NICHT um gynäkologische Dinge, fand ich die Fragen irgendwie ziemlich sinnlos. Ich wurde gefragt, ob ich denn auch meine Regelblutung regelmäßig bekomme, ob ich schon Geburten hatte, ob sonst gynäkologisch alles in Ordnung ist und ob ich eine feste Beziehung habe und so`n Käse.

Manches , was Sie schreiben, klingt komisch. Aber der Hormonhaushalt hat schon auch Auswirkungen auf die Psyche, und nach Ihren Lebensumständen wird er bei psychischen Problemen auch immer fragen.

von
Alltagsbegleiter

Da wurde der Bogen wohl überspannt.

Bei einer psychologischen Erstdiagnose können Fragen nach gynäkologischen Sachverhalten tatsächlich wichtig sein, um eine organische Erkrankung auszuschließen, um zum Beispiel abklären ob eine hormonelle Störung vorliegt. Auch das vorliegen einer intakten Partnerschaft spielt für das Seelenleben eine Rolle.

Ein Gutachter, der im Auftrag der Rentenversicherung arbeitet, hat jedoch nicht zu diagnostizieren. Er hat die Krankenakten der Probanden mit bereits gestellter Diagnose vorliegen. Seine Aufgabe ist es, die Erwerbsfähigkeit zu überprüfen, nicht aber die bereits erfolgte Arbeit seiner Kollegen neu zu bewerten oder gar in Frage zu stellen.

von
Alltagsbegleiter

Da wurde der Bogen wohl überspannt.

Bei einer psychologischen Erstdiagnose können Fragen nach gynäkologischen Sachverhalten tatsächlich wichtig sein, um eine organische Erkrankung auszuschließen, um zum Beispiel abklären ob eine hormonelle Störung vorliegt. Auch das vorliegen einer intakten Partnerschaft spielt für das Seelenleben eine Rolle.

Ein Gutachter, der im Auftrag der Rentenversicherung arbeitet, hat jedoch nicht zu diagnostizieren. Er hat die Krankenakten der Probanden mit bereits gestellter Diagnose vorliegen.

Seine Aufgabe ist es, die Erwerbsfähigkeit zu überprüfen, nicht aber die bereits erfolgte Arbeit seiner Kollegen neu zu bewerten oder gar in Frage zu stellen.

von
SW

Zitiert von: Alltagsbegleiter

Da wurde der Bogen wohl überspannt.

Bei einer psychologischen Erstdiagnose können Fragen nach gynäkologischen Sachverhalten tatsächlich wichtig sein, um eine organische Erkrankung auszuschließen, um zum Beispiel abklären ob eine hormonelle Störung vorliegt. Auch das vorliegen einer intakten Partnerschaft spielt für das Seelenleben eine Rolle.

Ein Gutachter, der im Auftrag der Rentenversicherung arbeitet, hat jedoch nicht zu diagnostizieren. Er hat die Krankenakten der Probanden mit bereits gestellter Diagnose vorliegen.

Seine Aufgabe ist es, die Erwerbsfähigkeit zu überprüfen, nicht aber die bereits erfolgte Arbeit seiner Kollegen neu zu bewerten oder gar in Frage zu stellen.

Das trifft den Nagel auf den Kopf.
Einen Psychotherapeuten/in muss man vorab mitteilen was er/sie den überwseienden Arzt mitteilt. Es geht da ja häufig um Dinge die ein Arzt nicht unbedingt wissen sollte. In dem Bericht für die Kostenübnahme, der an den MDK geht, wird dafür gesorgt das den nur der MDK liest und nicht ein Sachbearbeiter der KK.
Ein Gutachten was von der DRV in Auftraggeben wird, kann so gut wie jeder lesen. Nicht nur die Sachbearbeiter sondern je nach Lage auch der behandelnde Arzt, ein Anwalt, ein Richter usw.
Tolle Vorstellung wenn dann im Gutachten über mein Sexualleben geschrieben wird.
Das ist schon allein der Grund warum ich solche Fragen nie beantworten würde.

Ich war bei einem Psychologen zu einem Gutachten. Das Gespräch dauerte 2 Stunden und da ging es rein um meine jetzige Situation und wie es dazu gekommen ist aber nicht um mein Intimstes. So war das für mich schon OK.

von
SW

Habe den Link zu dem Beitrag von neulich gefunden. Da geht es zwar in erster Linie über den MDK aber das kann man auch gut auf Gutachter anderer Stellen übertragen.
http://www.br.de/fernsehen/das-erste/sendungen/report-muenchen/dossiers-und-mehr/medizinischer-dienst-der-krankenversicherung100.html

von
Melissa

Vielen Dank für Eure zahlreichen Meinungen und vor allem vielen Dank für die zwei eingestellten Links. Hat mir schon ein bisschen weitergeholfen. Ich war auch leider nicht so spontan und schlagfertig, den Gutachter direkt darauf anzusprechen bzw. die Fragen nicht zu beantworten. Man ist ja eh schon so aufgeregt bei solchen Terminen.

von
D. Pechter

Ich verstehe die ganze Aufregeung nicht. Der Gutachter wird seine Gründe gehabt haben warum er gerade dies auch abgefragt hat. Das ist soweit auch alles in Ordnung. Oft kann ein Gutachter auch nur durch provozierende Fragen oder solche die ans " Eingemachte " gehen Erkenntnisse erlangen.

Gutachter hier deshalb als pervers darzustellen ist eine absolute Frechheit. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum und @anna sollte sehr sehr vorsichtig hier mit ihren Äusserungen sein.

Das die Redaktion hier solche Äusserungen duldet ist ebenfalls nicht hinnehmbar.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Melissa,

leider bin ich kein Arzt oder Psychologe, dass ich mir hinsichtlich des von Ihnen geschilderten Sachverhalts eine abschließende Meinung bilden und eine entsprechende Stellungnahme abgeben kann. Dazu fehlen mir einfach die notwendigen medizinischen Kenntnisse und die in Ihrem Fall ggf. zu berücksichtigenden Informationen der medizinisch relevanten Gesamtumstände.

Sie haben jedoch die Möglichkeit, Ihrem zuständigen Rentenversicherungsträger mitzuteilen, wie die Begutachtung aus Ihrer Sicht verlaufen ist. Dann kann diese Art der Begutachtung von den Ärzten der Rentenversicherung kritisch geprüft werden und ggf. ein Wechsel des Gutachters vorgenommen werden.