Gutachter verlangt die Brust abzutasten und die Genitalregion anzusehen - normal?

von
Ann

Ich quäle mich schon seit Wochen damit herum - bitte nur ernstgemeinte Antworten!

Bei einer Begutachtung durch einen Internisten wurde mir gleich zu Beginn klar gemacht, dass ich Mitwirkungspflicht habe und keinerlei Willensbekundung akzeptiert wird. (ich wollte die Laborwerte von Hausarzt abnehmen lassen).
Es war also klar - wenn ich nicht spure stehe ich ohne Einkommen da und der Unterhalt des Kindes wäre damit auch in Gefahr.

Dem Gutachter war bekannt, dass ich seit einer schiefgelaufenen OP unter PTBS leide und eine Arzt/Klinik-Phobie entwickelte. Ich berichtete ihm, dass ich mich in Untersuchungssituationen und bei Schmerzen nicht mehr adäquat äussern kann und zitternd dekompensiere. Auch während der Begutachtung zitterte ich so stark, dass pausiert werden musste. Zum Abschluss verlangte der Gutachter, dass ich mich zur körperlichen Untersuchung entkleide. Als ich BH und Slip anließ verlangte er den BH abzulegen und befummelte meine Brust. (systematisches palpieren zur Vorsorge ist anders!)
Irgendwie hab ich das zitternd überstanden. (Totstellmodus)
Danach sagte er: " die Anal/Genitalregion muss ich auch noch begutachten - tolerieren sie das?" Da ich heraushörte, dass ich mich verweigern kann lehnte ich dann ab. Mittlerweile habe ich mich in Foren umgehört und bin auf keinen Menschen gestoßen der soetwas in der DRV-Begutachtung erlebt hat. (ich hatte einen Beistand dabei - der aber auch völlig eingeschüchtert war und nicht einschritt)
Da ich auch diesen Arztkontakt traumatisch verarbeitet habe und es mir zunehmend schlechter geht habe ich eine Mißbrauchstelle angerufen und wurde informiert, dass ich den Gutachter zu §179 und § 240 anzeigen soll.

Deswegen nun meine dringende Frage: War dies normal und ich verarbeite es wegen der PTBS nur so schwer? Wer hat sich auch völlig entblößen müssen?? Wem wurde auch die Brust angegrabscht?
(die Brust ist nicht erkrankt - war also eigentlich nicht zu begutachten!)
Sobald der Bescheid da ist möchte ich mein weiteres Vorgehen entscheiden, dann kann er mir nicht mehr schaden.
Herzlichen Dank!
Ann

von
Rentner

Frag nicht lange rum! ANZEIGEN! Kannst Du auch im Internet machen!
Wäre nicht das erste Mal ...

Gruß Rentner

von
Sachbearbeiter DRV Bereich Reha

Zitiert von: Rentner

Frag nicht lange rum! ANZEIGEN! Kannst Du auch im Internet machen!
Wäre nicht das erste Mal ...

Gruß Rentner

So eine Aussage kann nur von jemandem stammen, der nie eine Musterung der Bundeswehr über sich ergehen lassen musste.....

von
.

Zitiert von: Ann

Ich quäle mich schon seit Wochen damit herum - bitte nur ernstgemeinte Antworten!

Dieses Forum ist nicht zur Erörterung medizinischer oder strafrechtlicher Sachverhalte geeignet.

Sehen Sie sich aber sehr vor, dass der Schuss nicht nach hinten los geht und Sie nach §§ 186/187 StGB ein Verfahren gegen sich am Hals haben.

http://de.wikipedia.org/wiki/Verleumdung
http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cble_Nachrede

von
Klaus-Peter

Ich wäre da ehrlich gesagt auch etwas vorsichtig, dem Gutachter da etwas zu unterstellen was höchstwahrscheinlich nicht an dem ist !

Ohne ihnen nahetreten zu wollen sind Sie sicherlich mit einer PTBS und Arztphobie da - verständlicherwieise - weitaus " empflindlicher " als jeder andere. Natürlich hätte der Gutachter da er ja angeblich Kenntnis von ihrer PTBS hatte bei der Untersuchung etwas vorsichter und sensibler vorgehen können. Dies hat er alledings insofern ja getan, da er Sie vorher gefragt hat ob eine Untersuchung im Intimbereich genehm sei. Das hätte er im Prinzip nicht müssen. Aber der Anstand gebietet dies sicherlich. Aber IHRE persönliche Empfindung und Wahrnehmung dieser Untersuchung KÖNNTE sich durchaus von der jedes anderen unterscheiden.

Auch ist es nicht möglich, das der Hausarzt die Blutwerte abnimmt und diese nur dem Gutachter dann mitteilt. Dies muss im Rahmen der Begutachtung vom Gutachter selbst gemacht werden.

Ebenfalls ist eine Ganzkörperuntersuchung ( von Kopf bis zum Zeh ) gerade bei einem internistischen Gutachter nicht besonders ungewöhnlich. Ich selbst war auch bei einem Internisten zur Begutachtung eigentlich nur wegen hohem Blutdruck und war auch ganz erstaunt das ich mich im Laufe der Unetrsuchung komplett entkleiden musste. Auch die Vielzahl der techn. Untersuchungen von Röngten , über Ultraschall bis Langzeit-EKG und Langezit-Blutdruckmessung hat mich doch etwas überrascht. Auch bei mir hat der Internist den " Intimbereich " dann genauesten inspiziert. Davon war ich verständlicherwiese damals und ohne genaue Kenntnisse wie so Begutachtungen ablaufen können sehr irritiert. Hatte auch kurzfristig eine Beschwerde darüber bei der RV bewogen und sogar eine Anzeige gegen den Arzt. Nach Rücksprache mit meinem Anwalt dann beides aber schnell fallen gelassen. Es sollte erst das schriftliche Gutachten und dessen Inhalt abgewartet warten. Dann gegebef. dagegen vorgehen falls med. fachlich falsch / fehlerhaft und dann auch unter mit dem Hinweis auf die Art und Weise der Begutachtung.

Eine Anzeige gegen den Arzt wurde damals von meinem Anwalt gleich abgewehrt. Diese würden in den allermeisten Fällen ausgehen wie das berühmte "Hornberger Schiessen" und bringen gar nichts- ausser weiteren Streß, Ärger und Anwaltskosten... Außerdem sehe ich persönlich in ihrem Fall und ihren Schilderungen keinerlei Gründe die eine Anzeige gegen diesen Gutachter rechtfertigen würden. Das Abtasten derr Brust gehört eben auch zu so einer Untersuchung. Über die Art und Weise und wie Sie selbst das Abtasten empfunden haben lässt sich sicher trefflich streiten. Hier dem Arzt etwas " strafbares " nachzuweisen halte ich für völlig unmöglich.

Letzlich ist es aber natürlich ihre ganz persönliche Entscheidung ob und wie Sie gegen den Gutachter vorgehen. Persönlich sehe ich keinen Sinn darin weil es ihnen nichts nutzt, sondern gleich in verschiedener Hinsicht eher schaden könnte.

Experten-Antwort

Hallo Ann, dem Beitrag von Klaus-Peter kann ich so nicht zustimmen. Die geschilderte DRV-Begutachtung ist für mich nicht ganz normal abgelaufen und muss so auch nicht von Ihnen akzeptiert werden. Trotz einer Mitwirkungspflicht bei einer Untersuchung hätte sich der Arzt vielleicht auch anders verhalten können. Wichtig ist, dass Sie auch Ihren zuständigen Rentenversicherungsträger vom Ablauf der Untersuchung in Kenntnis setzen. Aufgrund der Thematik empfehle ich ein persönliches Beratungsgespräch in einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung. Die Ihrem Wohnort am nächsten gelegene Auskunfts- und Beratungsstelle können Sie unter dem Link "Beratungsstellen finden" ermitteln. In der Beratungsstelle kann man mit Ihnen alles weitere besser besprechen. Gleichzeitig haben Sie natürlich das Recht, eine Anzeige gegen den Gutachter zu erstatten. Eine Entscheidung hierüber können Sie auch noch nach dem Beratungsgespräch treffen. Wenn Sie eine ärztliche Betreuung bzw. Hilfestellung in dieser Situation benötigen, dann kann ich es auch nur empfehlen. Alles Gute für die Zukunft.

von
SimoneE

HAllo Ann,

ich habe eine Phobie gegen über Neurologen also kann ich in etwa nachvollziehen wie es dir geht.
Ich hätte in der Situation bestimmt ganz anders reagiert. Ich hätte mich sofort wieder angezogen und wäre gegangen. Dann hätte ich wohl auch gleich bei der Rentenversicherung angerufen.
Mitwirkungspflicht hin oder her. Das bedeutet nicht das man sich alles gefallen lassen muss.
Ich denke aber das eine Anzeige nichts bringen würde. Du solltest aber umgehend die Rentenversicherung davon in Kenntnis setzten und die Kassenärztliche Vereinigung kontaktieren und warte damit nicht bis das Gutachten erstellt wurde. Dazu würde ich mir noch was schriftliches von einem Arzt deines Vertrauens besorgen das du auf eine Art durch das Gutachten traumatisiert wurdest.
Wünsche dir alles Gute und viel Kraft.

von
James Blond

Lassen Sie sich von ihrem Hausarzt (vorerst zumindest mündlich) bestätigen, dass die Art Ihrer Krankheit keine Untersuchung der Brüste erfordert und reden Sie mit Ihrer zuständigen DRV. Lassen Sie sich nicht entmutigen!

von
KSC

Ein Gespräch bei der DRV Beratungsstelle bringt m.E. gar nichts.

Entweder Ann stört sich am Ablauf der Untersuchung und will sich beschweren, dann soll Sie alles was aus ihrer Sicht nicht in Ordnung war auflisten und den Brief ihrer DRV zuleiten.
Oder sie lässt es auf sich beruhen....

Was soll ein Berater bei der örtlichen Beratungsstelle denn dazu sagen?
Ich stelle mit gerade vor Ann wohnt in meinem Landkreis und steht morgen mit "obigen Problem" in meinem Büro.

Mehr als "schreiben Sie alles auf und schicken das Schreiben an........" würde ich da nicht sagen.

von
Ann

Herzlichen Dank für Ihre Beiträge!!!

Verleumdung kann ganz sicher nicht geltend gemacht werden, einen Beistand hatte ich ja dabei. Glauben Sie mir - ich habe mich mehrfach versichert ob die Wahrnehmung des Beistandes mit meinen Eindrücken übereinstimmt!!
Ich bin mir absolut bewusst, dass PTBS empfindlicher macht, jedoch nicht zwangsläufig zu Wahrnehmungsstörungen führt.
Ich habe diese Erkrankung erst seit kurzem - merke also sehr gut den Unterschied zu "normalen Zeiten", da sich auch immer ein Tremor einstellt wenn die PTBS "aktiv" ist.

Meinem Beistand geht es übrigens auch sehr schlecht. Er begleitete mich damit ich mich sicherer fühle und hatte mich ermutigt mich dem Termin trotz Angst auszusetzen.
Er ließ sich ja auch einschüchtern, glaubte dass alles rechtens sei - die Schuldgefühle belasten ihn jetzt sehr.
Einen Zusammenhang mit einer Musterung sehe ich absolut nicht .
Nach Meinung der MißbrauchBeratungsstelle hätte der Gutachter gerade wegen OP-Arzttrauma und PTBS besonders achtsam sein müssen, eine Frau hinzuholen und generell darauf hinarbeiten sollen, dass mein Vertrauen in Ärzte nicht noch weiter Schaden nimmt, da ich durch weitere Behandlung (Korrektur-OP+Traumatherapie) durchaus eine geringe Chance auf gesundheitliche Besserung hätte (Arztmeinung).
Lt. Beratungsstelle müsse ein Gutachten auch abgebrochen werden, wenn ein Trauma-Patient dekompensiert. Die Berater dort begleiten wohl des öfteren Patienten zu Gutachten.

Ich vergaß zu erwähnen, dass die volle Erwerbsminderung sofort (befristet) erkannt wurde - darum geht es mir absolut nicht.
Ich hatte gar kein Rentenbegehren - das Gutachten hat die KK veranlasst! Den Antrag musste ich dann nachreichen.
Ohne Zwang (Mitwirkungspflicht/Rauswurf aus KK) hätte ich mich aus genannten Gründen sicher nicht zu einem Arzt/Behörde begeben.
Dass das Gutachten fehlerhaft ist und der Nebengutachter völlig unwissenschaftlich (ohne vorgeschriebene Fragebogen und ausreichend Zeit) neue Psychodiagnosen stellte und vorhandene gesicherte Befunde völlig ausser acht liess, werde ich auf den Rat von "ordentlichen" Fachkräften ignorieren.
Wenn die DRV falsche Berichte bezahlen und archivieren möchte kann ich sie davon nicht abhalten. Sollte dieser Bericht einmal ausserhalb der DRV Beachtung erlangen werde ich ihn aufgrund der Mängel bei der Erstellung "entschärfen" können. Jetzt zu intervenieren halte ich für Energieverschwendung.
Meine einzige Motivation für eine Anzeige ist die Hoffnung erreichen zu können, dass ich nie mehr einer solchen Situation ausgeliefert werde.
Jeder Tag ist momentan schwer belastet durch den Gedanken an die nächste Begutachtung (Verlängerung der Rente). Dieses Angst (die ja real ist) erzeugt heftige Symptome, von völliger Apathie bis hin zu Gedanken die man besser nicht erwähnt.
Ich bin bereits jetzt völlig am Ende und die Angst nimmt stetig zu.
Bis 2014 werde ich dies ganz sicher nicht ertragen.

Die Idee mich an die DRV zu wenden hatten wir auch bereits.
Dagegen spricht, dass ja gerade die DRV mir so zugesetzt hat und bereits vor der Begutachtung mit einer "Zwangsreha" (trotz ärztlichem Attest über Rehaunfähigkeit) sowohl körperlich als auch seelisch erheblichen Schaden zufügte.
Diese kontraindizierte Reha-Maßnahme mußte durchgezogen werden, das Attest wurde nicht anerkannt, meine Kommunikationsbemühungen mit der DRV scheiterten. Dem Arzt der Rehaklinik war absolut nicht wohl - trotzdem beendete er das teure Desaster nicht.

Aktengutachten gewissenloser Mediziner machen so etwas leider möglich.
Ein Gespräch bei einer DRV-Stelle fällt also aus- ich würde vor Angst keinen zusammenhängenden Satz herausbringen, demzufolge wird man mich dort auch diesmal nicht für voll nehmen.
Schriftlich bin ich mit genug Zeit durchaus in der Lage mich zu artikulieren - mündlich benötige ich für Kommunikation mit Ärzten/Behörden leider Unterstützung.

Es ist nun die Frage ob ich mit einer Klage erreichen kann, dass weitere DRV-Gutachten nach Aktenlage erstellt werden müssen - alternativ Dauergewährung.
Es geht also um Lebensqualität - weder Rache noch Querulanz.

Herzliche Grüße
Ann

von
KSC

Ob ein Richter am SG entscheiden wird, dass die DRV Sie nie mehr begutachten darf, Ihre Rente nie mehr überprüfen darf und nur die Arztaussagen verwenden darf, die Ihnen "genehm" sind?
Diese Frage kann Ihnen keiner im Forum beantworten - ich bezweifle das.

Das läuft m.E. auf die Forderung einer Dauerrente mit Garantie heraus, weil Sie Angst vor Ärzten haben......

von
Ann

Hallo KSC

da haben Sie Recht - das geht so nicht - Prüfung muss wohl sein. Es wäre gegenüber allen anderen auch nicht begründbar - Angst vor diesen Terminen hat wohl jeder.
Wenn der Kopf zuschaltet sehe ich das.

Nur nicht mehr in diesen DRV-Palast, nicht mehr zu einem Mann - das müsste erreichbar sein.
Evtl. mit Mediation - ohne Klage.

Danke nochmals

LG Ann

von
Schade

dann schreiben Sie den Beschwerdebrief und beenden diesen mit der Forderung an die DRV bei der nächsten Begutachtung nicht mehr vom gleichen Arzt begutachtet zu werden......das dürfte kein Problem darstellen.

Dazu braucht es keinen Gerichtsprozess.

Schönen Abend