Gutachtertermin fehlende Unabhängigkeit

von
Rentenantrag

Hallo,

ich muss zum Gutachter. Der benannte ist laut Arztbewertungen nicht unabhängig und arbeitet demnach einseitig zugunsten der DRV.

Worauf muss man in solchen Fällen vor, während und nach der sogenannten Begutachtung achten?

Wann hat man Anrecht auf Begleitung?
Mit SB-Ausweis Merkzeichen B und Pflegegrad 1?

von
Antwort

Einfach ehrlich antworten und nicht übertreiben oder verschlimmern.
Dann passt es schon.

von
?

Zitiert von: Antwort
Einfach ehrlich antworten und nicht übertreiben oder verschlimmern.
Dann passt es schon.

Dass bringt doch nichts, wenn der Gutachter sich aufgrund einer - ggf. angenommener- Vorgabe zur Ablehnung verpflichtet fühlt, da er ja auch weiterhin Aufträge bekommen möchte.

von
Sonja

Hingehen. Und ggfls. später Widerspruch einlegen.

Hatte das Problem auch selbst.

Bei mir hat er all das gemacht, was in Internet nachzulesen war.

Bei meinem Sohn war er absolut objektiv.

Das von mir war DRV, das vom Sohn Landesamt wegen SBA.

Und zwei verschiedene Erkrankungen.

Die DRV habe ich nach dem Erhalt des Gutachtens über das unwürdige Verhalten und die Voreingenommenheit informiert. Ob diese daraus Konsequenzen ziehen, weiss ich natürlich nicht. Wissen sollten sie es aber.

von
Schade

Grundsätzlich sind Bewertungen im Internet immer mit Vorsicht zu genießen.

Es beschweren sich normalerweise nur die, deren Rentenwunsch abgelehnt wurde (natürlich ist jede Ablehnung falsch und dem schlechten Gutachter geschuldet).
Die bei denen die Begutachtung zur Rente führt, beschweren sich eher nicht, in deren Augen ist der Gutachter ein "TopMann" weil er die Rente durchgewunken hat.

Eine Begleitperson ist kein Problem, sofern diese sich ruhig und zurückhaltend verhält und sich nicht "andauern aktiv einmischt und alles besser weiß".

Und weiterhin sollten Sie unvoreingenommen und ohne Vorurteile zum Termin kommen und die gestellten Fragen sachlich beantworten unabhängig davon ob Ihnen der Gegenüber als Mensch sypatisch ist oder nicht.

Bei allem gilt wohl "so wie es in den Wald hineinruft, so ruft es auch wieder hinaus".

Experten-Antwort

Hallo,
wir könne hier im Expertenforum keine objektive Aussage dazu tätigen, wie Sie sich während einer Begutachtung verhalten müssten, weil Sie zu einem Begutachter bestellt werden, der nach subjektiven Internet-Beurteilungen, der in Ihren Augen gar nicht der richtige Begutachter für Sie sein könnte, auch wenn Sie ihn noch gar nicht kennen gelernt haben.
Wir wünschen Ihnen, dass Sie offen, neutral und vorurteilsfrei zur Beratung kommen.
Warten Sie am besten einfach die Begutachtung ab. Wie bereits von den anderen Teilnehmern erwähnt wurde, haben Sie die Möglichkeit für Sie evtl. auftretende „Ungereimtheiten“ anzusprechen, ggfs. Beschwerde und weitere Rechtsmittel einzulegen.
Wir wünschen Ihnen für die Beratung alles Gute.
Es sollte kein Problem darstellen eine Begleitperson mitzunehmen. Klären Sie dies bitte mit dem beauftragten Mediziner bzw. dessen Mitarbeitern.

von
Rentenantrag

Zitiert von: Schade
Grundsätzlich sind Bewertungen im Internet immer mit Vorsicht zu genießen.

Es beschweren sich normalerweise nur die, deren Rentenwunsch abgelehnt wurde (natürlich ist jede Ablehnung falsch und dem schlechten Gutachter geschuldet).
Die bei denen die Begutachtung zur Rente führt, beschweren sich eher nicht, in deren Augen ist der Gutachter ein "TopMann" weil er die Rente durchgewunken hat.

Eine Begleitperson ist kein Problem, sofern diese sich ruhig und zurückhaltend verhält und sich nicht "andauern aktiv einmischt und alles besser weiß".

Und weiterhin sollten Sie unvoreingenommen und ohne Vorurteile zum Termin kommen und die gestellten Fragen sachlich beantworten unabhängig davon ob Ihnen der Gegenüber als Mensch sypatisch ist oder nicht.

Bei allem gilt wohl "so wie es in den Wald hineinruft, so ruft es auch wieder hinaus".

Wie lang muss die Begutachtung mindestens sein? Laut Internetbewertung können das manche Gutachter innerhalb von 15 Minuten.

von
Student

Wie lange muss die Begutachtung sein?

So lange sie eben dauert. Glaubem Sie ein Gutachten ist erst ab 30 Minuten gut?

Machen Sie sich ein eigenes Bild vom Gutachter und lesen Sie keine Kommentare oder suchen bereits jetzt Ausreden warum Ihr Antrag möglichweise scheitert.

Wenn es berechtigte Kritik am Gutachter und oder an dessen Gutachten gibt, kann man das alles im Widerspruch aufgreifen. Aber vorher einem Gutachter irgendwas zu unterstellen, weil man einen Kommentar gelesen hat?!

von
?

Unter welchen Bedingungen kann Mann oder Frau einen Gutachtertermin kurzfristig verschieben? Ambulante Krankschreibung? Krankenhausaufenthalt?

von
Sonja

Ich war unvoreingenommen. Das möchte ich betonen.

Die negativen Bewertungen habe ich erst nach dem erschreckenden Termin gelesen.

Noch bevor das Gutachtenergebnis abzusehen war.

Eine zweite Person hatte 2 Stunden vor mir Termin. Wir waren beide 6 bzw. 8 Stunden dort.
In einer Praxis die zu war. Ohne anwesenden Arzt bis auf die letzte Stunde.

Den größten Teil der Zeit saßen wir im Wartezimmer. Ohne das es da auch nur Zeitschriften gab. Direkt nach ca. 30 Minuten Fragebogen ausfüllen, wurde man spazierengehen geschickt. Für eine halbe Stunde.
Als ich zurückkam, passierte - nichts.

Erst in der letzten halben Stunde musste es dann ganz schnell gehen. Der Arzt war da. Aus der Freizeit, wie man seinem Gespräch mit seinem Personal entnehmen konnte und wütend auf mich, weil jetzt gleich seine Patienten kämen und ich jetzt störe.

Im Gutachten war mein schlechter Zustand anerkannt. Nur war er der Meinung, ich wäre innerhalb von wenigen Wochen gesund (von einem Krankheitsbild, das ich seit Kindertagen habe).

von
tja

Zitiert von: ?
Unter welchen Bedingungen kann Mann oder Frau einen Gutachtertermin kurzfristig verschieben? Ambulante Krankschreibung? Krankenhausaufenthalt?

Beim Krankenhausaufenthalt ist ein verschieben wohl angebracht/erklärbar.

Ambulante Krankschreibung wohl nicht, denn die meisten Antragsteller auf eine EMR sind wohl zum Zeitpunkt des Gutachtens arbeitsunfähig geschrieben.

Bin ich am Tag vorher gestürzt o.ä. dann ist ein verschieben wohl legitim...kommt natürlich auf die Verletzung an.

Nur, was gewinnt man mit einem verschieben? Damit löst man ja gar nichts. Es dauert alles nur noch länger. Und wer will das?

Augen zu und durch!

von
Blix

Mein Rententräger ist die KBS. Diese hat einen eigenen Sozialmedizinischen Dienst. Das würde indizieren, dass die Gutachter von Haus aus parteiisch sind. Dem ist aber beileibe nicht so. Zwar hatte ich dort auch schon schlechte Erfahrungen gemacht, aber hatte dann auch einen sehr netten Gutachter,der gut zuhören konnte, nicht von oben herab war, gute Fragen stellte und auch mal lustig war oder Zusammenhänge sah, die ich selber gar nicht auf dem Schirm hatte. Fazit, man kann schon an jemanden geraten, der etwas schräg drauf ist, aber generell schwarze Schafe sind die Gutachter nicht. Und ich glaube auch nicht, dass da mit absichtlich Fehlentscheidungen getroffen werden. Schließlich muss das Ganze notfalls auch vor der Sozialgerichtsbarkeit bestehen. Beim Gutachter einfach darstellen, wie alles ist. Auch ruhig was man noch kann und was eben nicht. Identisch muss man rüber kommen. Bammel vorm Termin darf natürlich auch sein.

von
Nachfrage

Wann, wie, wo und in welcher Form erhalte ich nach der Begutachtung eine Kopie des Gutachtens? Da eine Entscheidung und evt. eine Widerspruchsfrist davon abhängt, kann man ja nicht Monate warten bis die DRV die Unterlagen herausrückt. Wie lange darf sich die DRV Zeit nehmen?
Erhält man Kopien oder muss man in ein Beratungszentrum? Ich wohne in Westdeutschland, bin aber einem ostdeutschen DRV-Träger (DRV Bund) zugeordnet und in den Beratungsterminen vor Ort heißt es immer, keine Aktenzugriff, da anderer Träger.

von
tja

Zitiert von: Nachfrage
Wann, wie, wo und in welcher Form erhalte ich nach der Begutachtung eine Kopie des Gutachtens? Da eine Entscheidung und evt. eine Widerspruchsfrist davon abhängt, kann man ja nicht Monate warten bis die DRV die Unterlagen herausrückt. Wie lange darf sich die DRV Zeit nehmen?
Erhält man Kopien oder muss man in ein Beratungszentrum? Ich wohne in Westdeutschland, bin aber einem ostdeutschen DRV-Träger (DRV Bund) zugeordnet und in den Beratungsterminen vor Ort heißt es immer, keine Aktenzugriff, da anderer Träger.

Das Gutachten schriftlich bei der zuständigen RV in Kopie anfordern.

Mit dem schriftlichen Widerspruch kann man auch eine Kopie des Gutachtens anfordern und erwähnen, dass die schriftliche Begründung des Widerspruches nachgereicht wird. Somit ist die Frist des Widerspruches gewahrt und nach Einsicht in das Gutachten kann man seinen Widerspruch auch begründen.

Kopie des Gutachtens kann man auch unabhängig von einem Widerspruch anfordern.

von
Pech

Zitiert von: tja
Zitiert von: Nachfrage
Wann, wie, wo und in welcher Form erhalte ich nach der Begutachtung eine Kopie des Gutachtens? Da eine Entscheidung und evt. eine Widerspruchsfrist davon abhängt, kann man ja nicht Monate warten bis die DRV die Unterlagen herausrückt. Wie lange darf sich die DRV Zeit nehmen?
Erhält man Kopien oder muss man in ein Beratungszentrum? Ich wohne in Westdeutschland, bin aber einem ostdeutschen DRV-Träger (DRV Bund) zugeordnet und in den Beratungsterminen vor Ort heißt es immer, keine Aktenzugriff, da anderer Träger.

Das Gutachten schriftlich bei der zuständigen RV in Kopie anfordern.

Mit dem schriftlichen Widerspruch kann man auch eine Kopie des Gutachtens anfordern und erwähnen, dass die schriftliche Begründung des Widerspruches nachgereicht wird. Somit ist die Frist des Widerspruches gewahrt und nach Einsicht in das Gutachten kann man seinen Widerspruch auch begründen.

Kopie des Gutachtens kann man auch unabhängig von einem Widerspruch anfordern.

Man hat dann Pech, wenn die DRV den Widerspruch schon ablehnt und nicht mehr auf die Begründung wartet.

von
Britta

Es ist doch so, dass man darauf hoffen muss, dass der Termin einigermaßen gut verläuft. Wenn nicht, ist man doch in der Beweispflicht, der Gutachter ist fein raus. Seine Aussage
und Bewertung steht im Gutachten und das zählt.
Ob das nun den Tatsachen entspricht interessiert erstmal niemanden.
Von daher , doch nicht so einfach....natürlich kann man einen Widerspruch schreiben und auch das Gutachten anfordern....aber das sollte am Besten wohl ein Anwalt machen.
Denn ohne Anwalt, stehen die Chancen wieder so gut, wie beim Gutachter.
Sind die Fristen abgelaufen, ist es zu spät.

von
Sonja

Himmel, seid ihr alle negativ ........

Ich habe selbst Widerspruch eingelegt, Gutachten angefordert und es dann begründet.

Wurde nochmals zum Gutachter geschickt und es wurde stattgegeben.

Man braucht nicht immer gleich einen Anwalt. Und bevor ich das überlege, wartet man doch erstmal ab.

von
Britta

Das mag jeder für sich handhaben , wie er mag.
Nur mit negativ Sehen,hat es nichts zu tun.
Und Abwarten... ist s
natürlich auch möglich, wenn es dann gut geht, herzlichen Glückwunsch.
Nur leider kenne ich einige Leute, denen hat der gute Glaube gar nichts gebracht
Und man überschätzt sich glaube ich doch sehr, wenn man denkt, sich im rechtlichen Rahmen des Sozialrechts auszukennen.
Aber jeder wie er mag.

von
Hans-Martin H.

Es ist mittlerweile einfach Glückssache, leider ist das so bitter. Ich hatte dieses Glück, immer faire Gutachter und reibungsloses Rentenverfahren. Das war nicht mein Verdienst. Als Zuschauer habe ich anderes miterlebt. Es ist auch nicht nur eine Frage von Kenntnis im Sozialrecht, rechtsstaatliche Prinzipien an sich stehen heute in Frage, man lese z. B. einmal, was Strafverteidiger unter revisionssicheren Urteilen verstehen.
Konkret, und das relativiert die Bedeutung der Gutachten grundsätzlich bis fast zur Bedeutungslosigkeit: In Niedersachsen ist ein Kläger vors Sozialgericht gezogen, weil der ärztliche Rentengutachter ein herabgesetztes Leistungsvermögen und eine Teilrente zugebilligt hatte. Die juristischen Entscheider des Rententrägers werteten jedoch medizinische Befunde komplett anders und lehnten Rente ab. Das LSG Niedersachsen hat 2019 dies für Recht erkannt, dass Juristen die gutachterlich festgestellte medizinische Bewertung des Leistungsvermögen ändern dürfen. Also im Grunde ist es egal, was ein Gutachter tut und ob er neutral ist. Der Rententräger darf heute eigenmächtig und gegen ärztliche Sichtweise Feststellungen treffen. Es ist Lotterie geworden.

von
Hans-Martin H.

Einfach mal lesen: L 12 R 179/16

Leider nicht.