halbe EMR volle EMR

von
Kurt

Ich bin so langsam am Boden zerstört und mit meinen Kräften am Ende. Ich brauche dringend einen Rat.
Kurz zu meiner Geschichte: Ich bin jetzt 59 Jahre, fast seit Geburt Diabetiker I, habe viele andere Leiden z.B. 5-Fach Bypass, 2 Herzinfarkte, Schlaganfall, Hirnblutung, Sehschäden, etc. Seit 41 Jahren bin ich regelmäßig auf Arbeit und auf Grund des Diabetes und dessen Spätschäden seit 4 Jahren 1/2 erwerbsgemindert. Mein Behinderungsgrad ist 60%. Im Oktober 2019 stellte ich einen Antrag bei der DRV auf volle EMR weil es einfach nicht mehr geht! bis Juni 2020 bekam ich nicht mal einen Bescheid und telefonierte mehrmals mit der DRV auch da wo es noch kein Corona gab. Jedes mal wurde ich vertröstet und nach Corona erst recht. Nach ca. 8 Monaten bekam ich dann Bescheid dass ein Sachverständigen-Gutachten verlangt wird. Jeder Arzt weiß eigentlich daß Diabetes und die Vielzahl an Folgeerkrankungen eigentlich immer schlechter werden; aber gut.... Jetzt warte ich bereits wieder ca. 1 Monat auf einen Termin beim Sachverständigen und nach tel. Anfrage geht das erst wieder im August. Meine "Nocharbeitszeit" beträgt ca.2 Jahre 3 Monate. Da habe ich dann über 42 Jahre gearbeitet. WAS SOLL ICH TUN?? Soll ich die letzte Zeit noch arbeitslos machen, Soll ich Hilfe bei einem Verband suchen, soll ich rechtlichen Beistand suchen?
Da ich darüberhinaus durch die vielen Krankheiten zur höchsten Risikogruppe bei Corona gehöre und in meiner Tätigkeit als Kundenberater wahrscheinlich vorerst nie mehr unter Leute darf, verstehe ich erst recht nicht, warum ein Sachverständigengutachten hier überhaupt noch notwendig ist bzw. warum der Vorgang so in die Länge gezogen wird.

von
Rieke

Wenn Sie nicht mehr arbeitsfähig sind momentan, sollten Sie sich krank schreiben lassen.

9 Monate Bearbeitungszeit ist jetzt nicht wirklich viel. Auch wenn es anders besser wäre.

Auch das sich die Gutachtertermine so lange hinziehen, ist nicht ungewöhnlich.

Ich fürchte, Sie brauchen da mehr Geduld.

von
PeterT

ICH würde mich krank schreiben lassen.
Das Krankengeld ist zumindest höher als ALG1.

Da Sie auch schon einen Rentenantrag gestellt haben, dürfte es keine Probleme mit dem MDK geben.

Experten-Antwort

Hallo Kurt,

so wie Sie es schreiben, können Sie Ihre Tätigkeit als Kundenberater zur Zeit nicht ausüben. Ich kann mich daher den vorherigen Tipps anschließen: Gehen Sie zu Ihrem behandelnden Arzt und lassen sie prüfen, ob Sie arbeitsunfähig sind. Ggf. haben Sie dann Anspruch auf Krankengeld, bis über den Rentenantrag entschieden wurde.

Viele Grüße
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 06.07.2020, 09:14 Uhr]

von
Schade

Mit Krankengeld und ggfls. ALG können Sie die Zeit bis zur Entscheidung über den derzeitigen Antrag / bis zur AR für Schwerbehinderte "locker" überbrücken.

Wenn es nicht geht, brauchen Sie sich doch nicht "quälen bis der Bescheid kommt".