Halbwaisenrente - Anrechnung Einkommen aus selbst. Arbeit - was zählt alles dazu?

von
Ben

Hallo,

ich beziehe Halbwaisenrente und habe Promotion für Telekommunikation gemacht. Jetzt, nachdem mir meine Rechnungen erstatten wurden, wollte ich jedoch wissen, was alles zum Einkommen gehört und was evtl. unberücksichtigt bleibt.

Ich habe ein Tageshonorar + Provision + Prämien und teilweise (je nach Einsatzort) eine Fahrtkostenpauschale erhalten.
Außerdem habe ich Spesen erhalten. Dabei wurden mir die Unkosten für Benzin erstattet, die ich hatte, weil ich für den Besuch eines Seminars einen Mietwagen zur Verfügung gestellt bekommen habe und dabei die Benzinkosten vorstrecken musste. Werden diese Spesen auch angerechnet?

Und darf ich grundsätzlich bei der Anrechnung von selbstständiger Arbeit mir durch die Arbeit entstandene Kosten verrechnen oder nicht?

von
BEN

Ergänzung:

Was mir noch eingefallen ist. Was dient hierbei zwitlich gesehen als Bewertungsgrundlage?
Im Gegensatz zu einem Angestelltenverhältnis, bei dem ich über einen bestimmten Zeitraum beschäftigt bin habe ich in meinem Fall nur an bestimmten Tagen gearbeitet.

Wird nun ein ganzer Monat als Vergleichgrundlage gewählt und geschaut, ob ich über dem monatlichen Höchstbetrag liege? Oder wird je ein Tag betrachtet, an dem ich gearbeitet habe: Überprüft, ob ich über dem Höchstbetrag für einen Tag liege und falls ja muss ich für diesen Tag die Rente zurückzahlen und für die Tage an denen ich nciht gearbeitet habe erhalte ich ganz normal Rente?

von
Wolfgang

Hallo Ben,

so aus dem Bauch heraus: es wird der einkommensteuerrechtliche Gewinn aus selbständiger Tätigkeit sein, als Jahreseinkommen geteilt durch 12. Dieses so ermittelte Monatseinkommen wird pauschal um 39,8 % reduziert (gilt als Nettoarbeitseinkommen) und an der Hinzuverdienstgrenze gemessen.

Gruß
w.

Experten-Antwort

Die berechnungstechnische Umsetzung der Einkommensanrechnung auf Renten wegen Todes geschieht auf der Grundlage von Monatsbeträgen. Das gilt selbst dann, wenn eine Beschäftigung oder Tätigkeit - allerdings regelmäßig - nur an einzelnen Tagen des Monats ausgeübt wird. Auch bei einer Fallkonstellation wie dieser kommt es daher auf die monatlichen Einkünfte aus dieser Beschäftigung oder Tätigkeit an mit der Folge, dass der Betrag dieser Einkünfte auch dem jeweili-gen monatlichen Freibetrag (nur das über den Freibetrag hinausgehende Einkommen wird bekanntlich im Umfang von 40 % auf die Rente angerechnet) gegenüberzustellen ist.

Maßgebend für die Einkünfte aus einer selbständigen Tätigkeit ist dabei der nach der allgemeinen Gewinnermittlungsvorschrift des Einkommensteuerrechts ermittelte Gewinn. Dabei ist der Rentenversicherungsträger an die durch die Finanzverwaltung mit dem Einkommensteuerbescheid getroffenen Feststellungen gebunden. Pauschaliert wird dann lediglich insoweit, als ein Zwölftel dieses Jahresbetrages das im Rahmen der Einkommensanrechnung zu berücksichtigende monatliche Arbeitseinkommen darstellt.

Solange der für die Ermittlung des Vorjahreseinkommens oder des laufenden Einkommens erforderliche Einkommensteuerbescheid noch nicht vorgelegt werden kann, muss das im Rahmen der Einkommensanrechnung zu berücksichtigende Arbeitseinkommen auf andere Weise nachgewiesen, ggf. zunächst geschätzt werden. Es versteht sich von selbst, dass eine so noch nicht auf gesicherten Einkommensdaten beruhende Entscheidung nur vorläufigen Charakter haben kann. In einem solchen Fall behält sich der Rentenversicherungsträger regelmäßig eine Berichtigung und Rückforderung überzahlter Beträge nach Eingang und Auswertung des Einkommensteuerbescheides vor.