Halbwaisenrente - Einkommensanrechnung in der Gleitzone

von
DFW

Guten Tag,

ich bin 26. Jahre alt und habe aufgrund meines Studiums noch Anspruch auf eine Halbwaisenrente.

Nebenbei arbeite ich auf 450-Euro-Basis, würde meine Arbeitsstunden aber gerne aufstocken (maximal 20 Stunden/Woche), womit ich circa 720 Euro Brutto verdienen würde.

Nun hatte ich bereits ein Beratungsgespräch, bin mir allerdings weiterhin unsicher, welcher Pauschalsatz von meinen Bruttoverdienst abgezogen wird, um das für die Halbwaisenrente maßgebliche Nettoeinkommen zu berechnen. In dem Beratungsgespräch wurde mir eine Tabelle vorgelegt, in der sowohl 40% als auch 30,5% genannt werden.

Des Weiteren wollte ich noch einmal bezüglich des Satzes "Das monatliche Einkommen ist aus dem Erwerbseinkommen des Kalenderjahres zu ermitteln, das dem Jahr 2013 vorausgeht" auf Nummer sicher gehen: Ist damit die Zeitspanne 01.01.2012 - 31.12.2012 oder die Zeitspanne 01.07.2011 - 30.06.2012 gemeint?

Für eine Rückmeldung bedanke ich mich im Voraus!

von
Bartl

Hallo DFW,

bei einem normalen Beschäftigungsverhältnis werden pauschal 40 % zur Ermittlung des Nettoeinkommens abgezogen. Die in der Tabelle genannten 30,5 % werden nur abgezogen, wenn die Beschäftigung aufgrund z.B. eines Altersvollrentenbezuges versicherungsfrei ist.

"Das monatliche Einkommen ist aus dem Erwerbseinkommen des Kalenderjahres zu ermitteln, das dem Jahr 2013 vorausgeht" bezieht sich auf den Zeitraum 01.01.2012 bis 31.12.2012. Deswegen auch Kalenderjahr :)

Freundliche Grüße,
Bartl

von
DFW

Viele Dank für die schnelle Rückmeldung!

Entschuldigung, dass ich trotzdem nochmal nachhaken muss.

Habe ich das richtig verstanden, dass die 30,5% nur dann relevant wären, wenn ich bereits eine Altersrente beziehen und weiterhin arbeiten würde?

Mein, für die Halbwaisenrente maßgebendes, montaliches Netto-Einkommen wären also
720 Euro - 288 Euro (entspricht 40%) = 432 Euro?

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo,

ja, nur bei Altersvollrentnern und Versorgungsbeziehern wird vom Arbeitsentgelt 30,5 % abgezogen. In allen anderen Fällen wird vom versicherungspflichtigen Arbeitsentgelt 40% in Abzug gebracht.
Wenn Sie in Ihrer Beschäftigung allein die Stunden und damit Ihr Einkommen erhöhen, handelt es sich um eine Einkommensänderung, die grds. erst ab 01.07. des Folgejahres berücksichtigt wird.

von
DFW

Ihrer Antwort nach, gehe ich davon aus, dass ich als Empfänger einer Halbwaisenrente nicht zu der Grupper der "Versorgungsbezieher" gehöre? Leider kann ich mit den Begriff nicht allzu viel anfangen. Umfasst dieser z.B. Empfänger von Leistungen einer betrieblichen Altersversorgung?

Um alles zusammenzufassen, käme es bei einem Brutto-Verdienst von ca. 720 Euro nach aktuellem Stand (Freibetrag: 495,26 Euro) also zu keiner Einkommensanrechnung auf die Halbwaisenrente? Und wenn, dann erst nach dem 01.07.2014, wenn der Freibetrag neu berechnet wird?

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo,

wenn Sie z.B. als Beamter eine Versorgung wegen Alters beziehen und nebenher noch beschäftigt sind, dann werden im Rahmen der Einkommensanrechnung pauschal 30,5% abgezogen.
Sie gehören also nicht zu diesem Personenkreis.
Ihre Einkommenserhöhung würde -nach dem was Sie geschildert haben- sich grds. zum 01.07.2014 berücksichtigt werden. Zum 01.07.2014 wird dann das durchschnittliche Vorjahreseinkommen einschließlich etwaiger Sonderzahlungen ermittelt. Man ermittelt also Ihren Einkünften aus der Zeit vom 01.01.2013 - 31.12.2013 das durchschnittliche Einkommen. Nach Ihren Schilderungen würde als durschnittliches Einkommen für 2013 nicht 720 Euro sondern voraussichtlich ein geringeres Einkommen ermittelt werden, da die Einkommenserhöhung im Laufe des Jahres eintritt.
Sollte Ihr laufendes Einkommen zum 01.07.2014 allerdings um wenigstens 10% geringer sein, als Ihr Vorjahreseinkommen, dann wird das laufende Einkommen zu Grunde gelegt.
Im nächsten Schritt wird dann geprüft, ob das ermittelte Einkommen den dann geltenden Freibetrag (derzeit 495,26 Euro) übersteigt. Wird der Freibetrag nicht überschritten, hat die Einkommensanrechnung keine Auswirkung auf die Höhe Ihrer Waisenrente.