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Halbwaisenrente im Ausland?

von
Manni Kahn

Hallo,ich arbeite bald im außereuropäischem Ausland und möchte meine 12 jährige tochter mitnehmen. Sie ist Halbwaise. Bekommt sie auch zukünftig die Halbwaisenrente ausgezahlt? Vielen Dank für eure Antworten.

von
-_-

Zitiert von: Manni Kahn

Hallo, ich arbeite bald im außereuropäischem Ausland und möchte meine 12jährige Tochter mitnehmen. Sie ist Halbwaise. Bekommt sie auch zukünftig die Halbwaisenrente ausgezahlt?

Selbstverständlich! Wenn es sich nur um einen vorübergehenden Auslandsaufenthalt handelt und eine zustellungsfähige Anschrift in Deutschland sowie ein deutsches Konto besteht, wird die Rente weiter wie bisher gezahlt.

Für den längerfristigen oder dauerhaften Auslandsaufenthalt gilt:

Die Deutsche Rentenversicherung finanziert aus deutschen Beitragszeiten Renten im Ausland
- an deutsche Staatsbürger zu 100 Prozent,
- an Ausländer der der Europäischen Union zu 100 Prozent,
- an Ausländer aus Staaten, mit denen ein Sozialversicherungsabkommen besteht, zu 100 Prozent,
- an sonstige ausländische Staatsangehörige nur zu 70 Prozent.

In dem Fall müssen Sie den längerfristigen oder dauerhaften Auslandsaufenthalt bei Ihrem Rentenversicherungsträger anzeigen und die Zahlung umstellen lassen.

Näheres hier:
http://www.ihre-vorsorge.de/rente/rente-ins-ausland_112.html

von
Manni Kahn

Da sie ja hier schulpflichtig ist,wird sie hier abgemeldet. Ich behalte in der BRD aber den Wohnsitz.Die Rente wird ja auf mein Konto gezahlt da sie minderjährig ist.Wie ist es denn da? Meldepflichtig oder nicht? Das verstehe ich noch nicht.Danke aber für die schnelle Antwort.

von
-_-

Zitiert von: Manni Kahn

Da sie ja hier schulpflichtig ist, wird sie hier abgemeldet. Ich behalte in der BRD aber den Wohnsitz. Die Rente wird ja auf mein Konto gezahlt da sie minderjährig ist. Wie ist es denn da? Meldepflichtig oder nicht?

Ob eine polizeiliche Abmeldung erfolgt oder nicht, ist zunächst nachrangig. Wichtig ist, dass die Post zugestellt werden kann und die Zahlung ankommt. Zweckmäßig ist es daher, den Rentenversicherungsträger zu informieren und anzugeben, wenn es sich um einen vorübergehenden Auslandsaufenthalt handelt, die Anschrift aber weiter zustellungsfähig bleibt.

Ansonsten:
Stellt der Rentenversicherungsträger durch eine Anfrage an die Einwohnermeldebehörde fest, dass ein Verzug ins Ausland erfolgte, kommt es zur Zahlungseinstellung, sofern keine Informationen vorliegen.

Sie haben leider auch wichtige Angaben nicht gemacht. Ist das Kind deutsche Staatsangehörige? In welches Staatsgebiet verzieht es? Wie lange dauert der Auslandsaufenthalt voraussichtlich? Besteht in Deutschland weiterhin eine zustellungsfähige Anschrift?

Wie lange ein vorübergehender Auslandsaufenthalt dauern kann, ist im Gesetz nicht beschrieben. Die Rentenversicherungsträger hatten sich jedoch für die Zeit ab 1982 dafür entschieden, auf der Grundlage älterer gesetzlicher Regelungen (§ 1320 RVO i. d. F. des FANG) zu verfahren, wonach als vorübergehender Aufenthalt ein solcher bis zur Dauer eines Jahres anzusehen ist. Daran ist auch für die Zeit ab 01.01.1992 festzuhalten. Es ist also wie bisher davon auszugehen, dass ein Aufenthalt bis zu einem Jahr als ein vorübergehender Aufenthalt und ein längerer Aufenthalt als ein gewöhnlicher Aufenthalt im Ausland anzusehen ist.

Wird geltend gemacht, dass über die Jahresfrist hinaus ein vorübergehender Aufenthalt vorliegt, ist darüber im Einzelfall unter Würdigung aller Umstände zu entscheiden.

Wenn Sie sich lieber "durchkämpfen" möchten:
http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_110R0

von
Manni Kahn

Zunächst mal ein fettes Danke für die fundierte ,fachkundige antwort.Sie scheinen vom Fach zu sein ;-)
Das Kind und ich sind deutsche Staatsbürger und es geht nach Thailand.Es wird länger als 1 Jahr dauern,das ist sicher.Eine zustellfähige Adresse und deutsches Konto bleiben bestehen.Da das Kind minderjährig ist und die Rente in jedem Fall bis zum 18. Lebensjahr gezahlt wird,ist eine Mitteilung an den Rententräger nicht erforderlich,so weit mein Kenntnissstand,bitte korrigieren sie mich,wenn ich falsch liegen sollte.Ansonsten reicht eine formlose Mitteilung an den Rententräger aus,oder gibt es da Formulare für? Nochmals ein Dank für die kompetente Hilfe hier.

Experten-Antwort

Hallo Herr Kahn,

den vorstehenden Ausführungen ist im Wesentlichen zuzustimmen.

Da Sie, wie Sie angeben, wohl länger als 12 Monate in Thailand verbleiben (mit Thailand existiert kein Sozialversicherungsabkommen) wird man in Ihrem Fall wohl zu dem Ergebnis kommen, dass es sich um einen gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland handelt (dabei ist die Grenze von 12 Monaten nur ein Richtwert; entscheidend sind die im Einzelfall vorliegenden Umstände).

Bei Rentenzahlungen ins vertragslose Ausland sind grds. die Auslandsrentenzahlvorschriften der §§ 110 ff. SGB VI zu beachten. Da Ihre Tochter aber die deutsche Staatsangehörigkeit hat, dürften sich auf die Rentenhöhe keine Auswirkungen ergeben (mögliche Auswirkungen könnten sich z.B. bei Versicherungszeiten nach dem Fremdrentengesetz (FRG) ergeben).

Ich würde Ihnen aber auf jeden Fall empfehlen, den Rentenversicherungsträger, welcher die Waisenrenten zahlt, über den geplanten Auslandsaufenthalt (formlos) zu informieren. So sind Sie auf alle Fälle Ihren Informationspflichten nachgekommen.

Zudem wird i.d.R. bei gewöhnlichem Aufenthalt im vertragslosen Ausland einmal jährlich eine sogenannte „Lebensbescheinigung“ vom Berechtigten eingefordert. Dieses müsste durch den Rentenversicherungsträger veranlasst werden.

von
Manni Kahn

Ja. Ok. Eine Mitteilung reicht dann. Vielen Dank für ihre Mühen. Hat mir geholfen. Nochmals Danke

von
Bayern fan

Manni Kahn ?

Sind Sie verwandt mit Oliver Kahn, dem Ex-Torwart des FC Bayern ?

Wäre mal interessant zu wissen...