Halbwaisenrente - Schulende Abitur

von
Familie Schlüter

Hallo,
Mein Sohn hat in seinem aktuellen Rentenbescheid eine Korrektur des Datum erhalten. Von ursprünglich bis 31.7.2021 ist es auf 30.6.2021 gekürzt worden, weil dies in seiner aktuellen Schulbescheinigung so angegeben wurde. Wir waren der Annahme, dass offiziell das Schuljahr immer am 31.7. endet und es somit auch für die Rentenzahlung gilt und sind nun verunsichert. Hätte die Schule es anders bescheinigen müssen, oder ist es ein Fehler seitens der Rentenkasse?

Vielen Dank im Voraus
Familie Schlüter

von
Schlüter

Nachtrag:

Im März 2020 wurde der Rentenkasse eine Schulbescheinigung vorgelegt, diese beinhaltete als Enddatum den 31.7.2021
daraufhin verlangte die Rentenkasse seltsamerweise im August 2020 eine erneute, aktuelle Bescheinigung und das Ausfüllen des Vordrucks V0510. In diesem benannte die Schule (gemäß Erläuterung im Anhang) die voraussichtliche Zeugnissübergabe mit dem 30.6.2021. zusätzlich gab es eine erneute eigene Schulbescheinigung mit Enddatum 31.7.2021. Beides wurde der Rentenkasse übersandt.
Wie können wir uns nun am besten verhalten, da die Rentendauer auf dem 30.6.2021 bestimmt wurde.

Erläuterung im Anhang Vordruck 0510

Schulbesuch
Schulbesuch liegt beim Besuch von allgemeinbildenden öffentlichen und privaten Schulen (zum Beispiel Hauptschule, Realschule oder Gymnasium) vor.
Einzutragen ist die Zeit vom Beginn des Schulbesuchs - frühestens ab dem vollendeten 17. Lebensjahr - bis zum Zeitpunkt der Aushändigung des letzten Zeugnisses (zum Beispiel Reifezeugnis, Abschlusszeugnis); ...

von
Schlüter

Nachtrag:

Im März 2020 wurde der Rentenkasse eine Schulbescheinigung vorgelegt, diese beinhaltete als Enddatum den 31.7.2021
daraufhin verlangte die Rentenkasse seltsamerweise im August 2020 eine erneute, aktuelle Bescheinigung und das Ausfüllen des Vordrucks V0510. In diesem benannte die Schule (gemäß Erläuterung im Anhang) die voraussichtliche Zeugnissübergabe mit dem 30.6.2021. zusätzlich gab es eine erneute eigene Schulbescheinigung mit Enddatum 31.7.2021. Beides wurde der Rentenkasse übersandt.
Wie können wir uns nun am besten verhalten, da die Rentendauer auf dem 30.6.2021 bestimmt wurde.

Erläuterung im Anhang Vordruck 0510

Schulbesuch
Schulbesuch liegt beim Besuch von allgemeinbildenden öffentlichen und privaten Schulen (zum Beispiel Hauptschule, Realschule oder Gymnasium) vor.
Einzutragen ist die Zeit vom Beginn des Schulbesuchs - frühestens ab dem vollendeten 17. Lebensjahr - bis zum Zeitpunkt der Aushändigung des letzten Zeugnisses (zum Beispiel Reifezeugnis, Abschlusszeugnis); ...

von
Siehe hier

Da die Schule ja noch nicht abgeschlossen ist, lassen Sie sich dann, wenn es also tatsächlich zu Ende ist, eine neue Bescheinigung der Schule ausstellen.

Auf 'Vorhersagen' werden keine Rentenzeiten berücksichtigt, auf Tatschen dann schon. Aber nun haben wir erst Dezember 2020...

von
KSC

Geht es eigentlich um die Meldung der Rentenzeit für später oder um den Bezug eine Waisenrente?

Was macht das Kind nach Ende der Schule? Arbeiten gehen oder eine Schul- oder Studienausbildung?

Wenn er im Juli arbeiten geht ist es egal, wenn er weiter auf die Schule geht und sich die nächste Schule relativ nahtlos anschließt, auch.

So gesehen können Sie entspannt bleiben, heute ist ja erst der 06.12.2020 und Sie sorgen sich um Probleme die vielleicht in 7 oder 8 Monaten entstehen?

von
Jana

Dass die DRV eine neue Schulbescheinigung verlangt, ist normal.

Man weiss ja nicht, ob der Schüler im neuen Schuljahr weiter macht.

Bei Ihnen geht es wohl um Waisenrente. Da ist es natürlich doof, wenn nicht das tatsächliche Enddatum drauf steht.

Aber Sie können das im Mai/Juni nachreichen, wenn es nahtlos weiterlaufen soll.

Experten-Antwort

Zitiert von: Familie Schlüter
Hallo,
Mein Sohn hat in seinem aktuellen Rentenbescheid eine Korrektur des Datum erhalten. Von ursprünglich bis 31.7.2021 ist es auf 30.6.2021 gekürzt worden, weil dies in seiner aktuellen Schulbescheinigung so angegeben wurde. Wir waren der Annahme, dass offiziell das Schuljahr immer am 31.7. endet und es somit auch für die Rentenzahlung gilt und sind nun verunsichert. Hätte die Schule es anders bescheinigen müssen, oder ist es ein Fehler seitens der Rentenkasse?

Vielen Dank im Voraus
Familie Schlüter

Hallo Familie Schlüter,

Anspruch auf Halbwaisenrente besteht für Ihren Sohn nur soweit und solange er sich in Berufs- bzw. Schulausbildung befindet.
Nach einem Urteil des Bundessozialgerichts endet die Ausbildung an allgemein- oder berufsbildenden Schulen mit der Aushändigung des letzten Zeugnisses (Urteil des BSG vom 01.07.2010,
AZ: B 13 R 86/09 R, SozR 4-2600 § 48 Nr. 4, mit Hinweisen auf weitere Rechtsprechung) - es sei denn, die Waise weist einen anderen Tag der Zeugnisausgabe nach.
Für den Waisenrentenanspruch gilt daher das bundeseinheitliche Schuljahr NICHT.

Leider bescheinigen viele Schulen nur das bundeseinheitliche Schuljahr. In dem Fragebogen zur Waisenrente R0616 wird aber ausdrücklich nach dem Tag der der letzten Prüfung bzw. nach dem Tag der Zeugnisübergabe gefragt.
Warum Ihnen nicht dieser Vordruck, sondern statt dessen der Vordruck V0510 übersandt wurde, kann ich nicht sagen.

Die Waisenrente Ihres Sohnes war daher auf das voraussichtliche tatsächliche Endedatum der Schulausbildung (in diesem Fall also der 30.06.2021) zu befristen.

Allerdings besteht der Anspruch auf Waisenrente weiter, wenn Ihr Sohn beabsichtigt, innerhalb eines Übergangszeitraums von bis zu 4 Monaten nach Ende der Schulausbildung eine weitere Ausbildung aufzunehmen (z.B. Berufsausbildung oder Studium).
Der Rentenversicherungsträger wird Ihren Sohn rechtzeitig vor dem Fristende anschreiben und hierzu befragen.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

von
rosebud

Zitiert von: Familie Schlüter
Hallo,
Mein Sohn hat in seinem aktuellen Rentenbescheid eine Korrektur des Datum erhalten. Von ursprünglich bis 31.7.2021 ist es auf 30.6.2021 gekürzt worden, weil dies in seiner aktuellen Schulbescheinigung so angegeben wurde. Wir waren der Annahme, dass offiziell das Schuljahr immer am 31.7. endet und es somit auch für die Rentenzahlung gilt und sind nun verunsichert. Hätte die Schule es anders bescheinigen müssen, oder ist es ein Fehler seitens der Rentenkasse?

Vielen Dank im Voraus
Familie Schlüter


Nach Ihrer Schilderung gehe ich davon aus, dass weder die Schule noch der Rentenversicherungsträger etwas falsch gemacht haben.

Schauen Sie mal hier unter Abschnitt 5.1.1.2:
https://rvrecht.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/rvRecht/01_GRA_SGB/06_SGB_VI/pp_0026_50/gra_sgb006_p_0048.html#doc1576682bodyText22

"Das Ende der Schulausbildung an allgemein- und berufsbildenden Schulen, Fachschulen, Fachhoch- und Hochschulen, Privatschulen und anderen Schulen ist abhängig von den Ausbildungsplänen und Studienordnungen. Ist die Ablegung einer Abschlussprüfung danach nicht vorgesehen, endet die Ausbildung mit dem letzten Unterrichtstag. Sieht der Ausbildungsplan oder die Studienordnung eine Prüfung vor, endet die Ausbildung mit dem Tag der letzten Prüfung, wenn der Waise dabei das Prüfungsergebnis bekannt gegeben wird. Wird der Waise das Prüfungsergebnis erst später bekannt gegeben, so ist Endzeitpunkt der Tag der Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses. Wird die Ausbildung abgebrochen, ist der Zeitpunkt maßgebend, von dem an eine tatsächliche Ausbildung mit dem erforderlichen Zeitaufwand nicht mehr vorlag (zum Ende einer Fachschul- oder Hochschulausbildung vergleiche auch verbindliche Entscheidungen in RVaktuell 12/2011, 387 und in RVaktuell 03/2014, 86).

Unter „Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses“ ist eine verbindliche Aussage zu verstehen, ob die Waise bestanden oder nicht bestanden hat. Die Aushändigung des Prüfungszeugnisses kann gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Bei allgemein- oder berufsbildenden Schulen (mit Ausnahme von Fachschulen beziehungsweise höheren Fachschulen) ist grundsätzlich davon auszugehen, dass das Prüfungsergebnis offiziell erst mit der Zeugnisausgabe im obigen Sinne „bekannt gegeben“ ist. Die Ausbildung an allgemein- oder berufsbildenden Schulen endet daher mit der Aushändigung des letzten Zeugnisses (Urteil des BSG vom 01.07.2010, AZ: B 13 R 86/09 R, SozR 4-2600 § 48 Nr. 4, mit Hinweisen auf weitere Rechtsprechung). Das Datum der Aushändigung ist in der Regel identisch mit dem Datum des Zeugnisses (es sei denn, die Waise weist einen anderen Tag der Zeugnisausgabe nach). Ist eine Zeugniserteilung nicht vorgesehen, endet die Schulausbildung mit dem letzten Unterrichtstag."

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Familie Schlüter

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Herzlichst Familie Schlüter

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