Halbweisenrente + Job +Studieren

von
Tobi

Hallo,

ich habe folgendes Problem:
Ich bin Student und bekomme monatlich ca. 180 € Halbweisenrente. Jetzt stehe ich davor einen Nebenjob anzutreten bei dem ich mich als geringf. entlohnter Werktätiger oder Wekrstudent anstellen lassen kann.Ich würde dabei 8€/h verdienen und wohl ca. 15 - 20 Stunden die Woche arbeiten.

Die Frage ist jetzt welche Art der Anstellung ist besser für mich bzw. welche Abzüge habe ich?
Welche Freibeträge und Gehaltsgrenzen gibt es usw.

MfG Tobi

von Experte/in Experten-Antwort

Erwerbseinkommen (z.B. Arbeitsentgelt) ist grundsätzlich auf eine Halbwaisenrente anzurechnen. Jedoch gibt es einen Freibetrag. Dieser beträgt monatlich 495,26 EUR und erhöht sich ab 01.07.2014 auf monatlich 503,54 EUR (für Ostdeutschland gelten andere Freibeträge). Wird dieser Freibetrag nicht überschritten, wird kein Einkommen angerechnet. Überschreitet das monatliche Einkommen den Freibetrag, wird das den Freibetrag überschreitende Einkommen zu 40% auf die monatliche Halbwaisenrente angerechnet. Bei der Ausübung eines Minijobs (450 EUR-Basis) liegen Sie regelmäßig unter dem Freibetrag. Sofern Sie eine rentenversicherungspflichtige Beschäftigung ausüben, werden bei der Einkommensanrechnung noch pauschal 40% vom Bruttoentgelt abgezogen.
Im Übrigen empfehlen wir Ihnen, sich vor Aufnahme einer Beschäftigung mit der für Sie zuständigen Sachbearbeitung (siehe Halbwaisenrentenbescheid) in Verbindung zu setzen.

von
Tobi

Vielen Dank,

wenn ich in Ostdeutschland studiere und arbeite ,aber aus Baden-Württemberg stamme bzw. meine Erstwohnsitz in BaWü habe, welche Freibetragsregelung gilt dann für mich?

und nochmal zur Übersicht:

Werkstudent: keine Abgaben unter 495,26 € bzw. 503,54 € und das den Freibetrag überschreitende Einkommen wird zu 40% auf die Halbwaisenrente angerechnet.

Rechenbeispiel
bei 20h/Woche * 8 €/h * 4 Wochen
= 640 €/Monat
- 495 € Freibetrag
=145 * 40% (Anrechnung)
= 58 € von Halbwaisenrente abzuziehen

= 640 € + 180 € - 58 € = 762 €

und wenn die Beschäftigung Rentenversicherungspflichtig ist werden von den 640 nochmal pauschal 40% (=256) abgezogen, sodass ich am Ende bei
640 - 256 + 180 - 58 = 506 € lande ?

Als geringfügig beschäftigter passiert einfach nichts da ich immer unter 450 falle oder kommen da diese pauschalen 40% auch noch auf das Bruttoentgelt weil es eine rentenversicherungspflichtige Beschäftigung ist.

von
Tobi

Vielen Dank,

wenn ich in Ostdeutschland studiere und arbeite ,aber aus Baden-Württemberg stamme bzw. meine Erstwohnsitz in BaWü habe, welche Freibetragsregelung gilt dann für mich?

und nochmal zur Übersicht:

Werkstudent: keine Abgaben unter 495,26 € bzw. 503,54 € und das den Freibetrag überschreitende Einkommen wird zu 40% auf die Halbwaisenrente angerechnet.

Rechenbeispiel
bei 20h/Woche * 8 €/h * 4 Wochen
= 640 €/Monat
- 495 € Freibetrag
=145 * 40% (Anrechnung)
= 58 € von Halbwaisenrente abzuziehen

= 640 € + 180 € - 58 € = 762 €

und wenn die Beschäftigung Rentenversicherungspflichtig ist werden von den 640 nochmal pauschal 40% (=256) abgezogen, sodass ich am Ende bei
640 - 256 + 180 - 58 = 506 € lande ?

Als geringfügig beschäftigter passiert einfach nichts da ich immer unter 450 falle oder kommen da diese pauschalen 40% auch noch auf das Bruttoentgelt weil es eine rentenversicherungspflichtige Beschäftigung ist.

von Experte/in Experten-Antwort

Bei nur einer geringfügigen Beschäftig mit 450 EUR wird die Einkommensgrenze eingehalten, die Waisenrente also nicht gekürzt. Auf den erzielten Bruttoverdienst werden bei der Prüfung der Einkommensanrechnung pauschal 40 % abgezogen (nicht noch dazu gezählt).

von
Tobi

Okay. Ja das habe ich gemeint. Die 40 % werden ggf. noch abgezogen.
Btw für was sind dieser 40 % überhaupt?
bekommt man die wieder zurück beim Lohnsteuerjahresausgleich oder hat das damit nichts zu tun?

Könnten sie noch den ersten Teil meiner Frage beantworten. Wie sich das mit den Freigrenzen in Ostdeutschland verhält?

von Experte/in Experten-Antwort

Die anzuwendenden Regelungen bezüglich der Einkommensanrechnung/Freibeträge richten sich nach Ihrem (Haupt)Wohnsitz (genauso wie der für Sie zuständige Rentenversicherungsträger). Auf die Rente wird lediglich "ein Nettoeinkommen" angerechnet. Dieses wird bei einer abhängigen Beschäftigung durch den Abzug von pauschal 40 % vom Bruttoeinkommen, z.B. für Lohnsteuer und Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung, ermittelt. Ob bzw. welchen Teil Sie hiervon ggfs. wieder beim Lohnsteuerjahresausgleich zurückerstattet bekommnen, müssen Sie natürlich mit Ihrem Finanzamt klären.