Hat ein erneuter Antrag Erfolg?

von
biene3678

Meine Probleme sind,
Kniearthrose (Unfallspätfolgen) im fortgeschrittenem Stadium, Rücken- u. Schulterprobleme. Ich habe im Jahr 2008 einen
Antrag auf eine Kur gestellt,
abgelehnt.Wiederspruch eingelegt, abgelehnt.
Mein behandelnder Arzt hat es auch nicht verstanden. Bin
52 Jahre, muß und will auch noch einige Jahre arbeiten. Was muß ich tun um eine Kur bewilligt zu bekommen ?

von
RAA § 10 SGB VI

Die Bestimmung verlangt, dass durch die Leistung zur Teilhabe voraussichtlich
– eine Minderung der Erwerbsfähigkeit abgewendet werden kann (soweit diese erheblich gefährdet ist),
– eine wesentliche Besserung oder Wiederherstellung oder eine wesentliche Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit abgewendet werden kann (soweit diese bereits gemindert ist),
– zumindest der Arbeitsplatz erhalten werden kann (soweit die Erwerbsfähigkeit teilweise gemindert ist und keine Aussicht auf eine wesentliche Besserung besteht).

Diese Aussagen sind prospektiv zu treffen. Aus dem Wort "voraussichtlich" ergibt sich, dass eine positive Aussage im Zeitpunkt der Entscheidung zu den Leistungsvoraussetzungen gehört und dass das angestrebte Ziel mit einer zeitlich begrenzten Leistung erreicht werden kann.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt/Ihren Ärzten, inwieweit das angestrebte Ziel erreichbar ist und welche alternativen Möglichkeiten aus ärztlicher Sicht bestehen.

Experten-Antwort

Hallo Biene3678,

ohne Kenntnis Ihres Einzelfalles können wir den Sachverhalt in diesem Forum nicht aufklären. Bitte setzen Sie sich mit der Rehabilitationssachbearbeitung Ihres Rentenversicherungsträgers in Verbindung und stellen ggf. einen neuen Antrag auf eine medizinische Rehabilitation.

von
biene3678

Danke für die Antwort.
Von mir noch ein paar Infos.
Habe einen GdB 30, natürlich wird die Arthrose weiter fortschreiten und irgendwann einmal in einem künstl. Kniegelenk enden. Natürlich ist mein Arbeitsplatz
gefährdet.Doch das scheint die Schreibtischtäter beim Versicherungsträger nicht zu interessieren, denn ich wurde noch nicht einmal zu irgendeiner Untersuchung eingeladen. Bin mir nicht sicher ob diese Vorgehensweise so korrekt ist.

von
Auskenner

In dem Zusammenhang wäre schon wichtig zu wissen, was
in dem ablehnenden Widerspruchsbescheid genau gestanden hat, WARUM man ihnen keine med. Reha seinerzeit bewilligen wollte.

Waren zu krank für eine Reha
und damit die Erfolgsaussichten zu gering oder waren Sie aus Sicht der RV nicht krank genug - also gesund - um überhaupt eine Reha bewilligt zu kommen.

Das ist doch das einzig entscheidende warum es überhaupt geht.

Dies muss Ihnen doch seinerzeit schriftlich und haarklein mitgeteilt worden sein.

Und natürlich können Sie jederzeit wieder einen Rehaantrag einreichen. Dann wird eben völlig neu gepürft und die Entscheidung KANN eine völlig andere oder diesselbe sein wie damals.

Sollte natürlich in der Zwischenzeit eeine neue Erkrankung oder eine Verschlechterung der bestehenden Erkrankungen eingetreten sein, so würde das ihre Chance auf eine Reha natürlich massiv steigen lassen - aber nur wenn man Sie damals für zu gesund für eine Rehamassnahme gehalten hat.

Ihr GdB von nur 30 % spielt übrigens überhaupt keine Rolle in dem Zusammenhang, zumal Sie mit so wenig % ja noch nicht mal als Schwerbehindert gelten !

Alles Gute für Sie.

von
silence

Meinem Mann ging es ähnlich, nach Hochdosischemo und allogener Stammzelltransplantation hat die DRV eine onkologische Reha schon
z w e i m a l (!) abgelehnt. Dies kam für uns total überraschend, lt. Krankenkasse ist denen kein Fall bekannt, wo es so gelaufen ist. Auch die behandelnden Ärzte meines Mannes waren total überrascht, weil sie ausdrücklich die Reha empfohlen haben und sicher sind, dass er in Kürze wieder arbeiten kann.
Ein Widerspruch hat jeweils gar nichts gebracht und ein möglicher Ansprechpartner wird einem gar nicht erst genannt. Da hilft dann wohl nur noch eine Klage vor dem Sozialgericht.
Immerhin sind wir doch alle Beitragszahler und keine Almosenempfänger.

von
biene3678

Das mit dem GdB war nur informativ !!! Aber wahrscheinlich feier ich nicht oft genug krank. Aber mein Arbeitsplatz ist mir schon wichtig und in der heutigen Zeit leider auch nicht mehr sicher. Im übrigen teilte man mir mit das alle Maßnahmen hier vor Ort ambulant, per Rezapt vorgenommen werden könnten. Ha, ha ....
Welcher Arzt schreibt denn Krankengymn. oder ähnliches auf. Mit viel Glück einmal. Unsere Gesundheitspolitik ist nichts für Kranke. Ackern bis man umfällt und dann tschüss.

von
Auskenner

Wenn ihnen die RV also nur ambulante Rehamassnahmen seinerzeit genehmigen wollte, hält die RV Sie eben nicht für so krank, das eine stationäre Rehamassnahme unbedingt angezeigt erscheint.

Außerdem kann man sicher auch ambulant einiges erreichen. Dazu gibt es auch bestimmte Rehakliniken die ambulant behandeln, sodass ein stationärer Aufenthalt nicht unbedingt sein muß.

Die RV hält bei Ihnen offensichtlich eine kurz bevorstehende Erwerbsmidnerung wohl nicht für gegeben und hat ihnen darum eben nur die ambulanten Massnahmen bewilligt.

Das Sie dies natürlich anders sehen und gerne eine stationäre Reha hätten, ist verständlich.

Sie können dann nur mit Hilfe ihres behandelnden Arztes einen neuen Rehaantrag stellen und dort eindeutig und medizinisch schlüssig nachvollziehbar argumentieren, warum es eben unbedingt eine stationäre Reha sein muß.

Sie sollten sich dann bei erneuter Ablehnung auf jeden Fall sofort Hilfe beim vom VDK/SovD oder einem Fachanwalt holen.

Wünsche Ihnen viel Erfolg.