Heimfahren während Praktikum am Umschulungsort

von
keller

Hallo,

ich befinde mich derzeit in einer Umschulung. Im November steht ein 3-monatiges Praktikum an. Dieses möchte ich am Umschulungsort machen, da ich hier weniger rheumatische Beschwerden habe als zuhause und die räumliche Nähe zu sehr guten Rheumaspezialisten gegeben ist.
Den Praktikumsvertrag habe ich schon unterschrieben.
Nun möchte die Rentenversicherung nicht, dass ich mein Praktikum am Umschulungsort mache.
Wie mache ich den Sachbearbeitern klar, dass es gesundheitlich besser für mich ist?
Und habe ich dann Anspruch auf 2 Familienheimfahrte im Monat?

Mit freundlichen Grüßen

1)

von
Nix

Legen Sie bitte dem RV-Träger ein Ärztliches Attest über Ihre rheumatischen Beschwerden vor, mit der Empfehlung des Hausarztes, dass es medizinisch notwendig ist, das Praktikum am Umschulungsort durchzuführen.

Dann ist Ihr Sachbearbeiter baff und kann nichts mehr dagegen sagen.

Viele Grüsse
Nix

von
keller

ist das auch ok, wenn es der Artz des Berufsförderungswerkes hier ausfüllt?
Das ist namlich auch mein Hausarzt.

von
Nix

Hallo keller!

In keiner anderen Abteilung als dem Bereich Rehabilitation sind die Entscheidungen für oder gegen eine Leistungsgewährung so individuell (Ermessensentscheidungen) wie im Bereich Rehabilitation.
Ich habe Ihnen einen Vorschlag gemacht, wie Sie in Ihrer Angelegenheit vorwärts kommen können.
Ob nun Ihr Sachbearbeiter in der Deutschen Rentenversicherung den Arzt des Bfw als Ihren Hausarzt akzeptiert oder eben nicht, steht in keiner Arbeitsanweisung speziell oder irgendwie beschrieben.
Das ist eine Entscheidung des Sachbearbeiters bzw. auch seines eigenen Vorgesetzten=Sachgebietsleiters.

Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass wir in diesem Forum nur grundsätzliche Ratschläge/Lösungsvorschläge/Hilfestellungen geben können, die gesetzlich abgedeckt sind.

In die Köpfe der einzelnen Sachbearbeiter/Sachgebietsleiter können wir nicht hineinschauen...und in Ihren individuelle Aktenvorgang schonmal garnicht.

Die Entscheidung wird nicht hier im Forum gefällt, sondern in Ihrer Akte!

Legen Sie das Attest vor...von wem auch immer...und lassen Sie uns hier im Forum ruhig wissen, wie die Entscheidung bei Ihnen ausgefallen ist!

Viele Grüsse

Nix

Experten-Antwort

Ihre Frage ist nicht abschließend im Forum zu beantworten, da es sich um einen
sehr besonderen Einzelfall handelt. Das Praktikum soll dazu dienen, Sie wieder
in den Arbeitsmarkt einzugliedern und endet idealerweise sogar in einer Übernahme/Arbeitsvertrag.
Deshalb in (künftige) Wohnortnähe sinnvoll.
Nach § 53 SGB IX sind "in der Regel" maximal 2 Familienheimfahrten pro Monat
erstattungsfähig, vorausgesetzt, die Maßnahme ist am gewählten Ort bewilligt.

Wenn Sie am Umschulungsort weniger Beschwerden haben und das auch mit einem
fundierten ärztlichen Attest nachweisen können, muss dies ebenfalls wie die Erfolgsaussichten für die Wiedereingliederung und der Kostenfaktor bei einer Ermessensentscheidung von der Rentenversicherung berücksichtigt werden.
Evtl. könnte hier auch die Form des persönlichen Budgets weiterhelfen. Das bedeutet,
dass Sie Kosten auf der Basis ersetzt bekämen, wie sie bei einem wohnortnahen Praktikum entstehen würden.
Wir empfehlen Ihnen schnellstmöglichst mit Ihrer zuständigen Rentenversicherung
zu sprechen und sich auch beraten zu lassen, welche Unterstützungsmöglichkeiten
es gibt, wenn Sie aus den geschilderten Gründen umziehen wollen.

Sofern die Rentenversicherung bereits einen ablehnenden Bescheid erteilt hat oder
sie mit der Höhe des persönlichen Budgets nicht einverstanden sind, steht Ihnen der
Rechtsweg offen.