Hilfe - kann mir eine beitragsnachforderung drohen?

von
Tina M

Hallo liebe Experten,

ich brauche ganz dringend einen Rat:

Am 05.01.2012 ist mein Sohn geboren. Davor war ich in fester Anstellung. Nach der Geburt habe ich mich am 01.05.2013 als Handelsvertreterin für eine Firma selbstständig gemacht. Mir war zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt, dass ich mich damit an die Rentenversicherung wenden muss. Erst Mitte Januar habe ich zufällig von meinen Kollegen davon erfahren. Dann habe ich direkt bei der Rentenversicherungsstelle in Berlin angerufen um zu fragen, ob ich mich rückwirkend befreien lassen kann. Die Dame dort am Telefon war sehr nett, sie hat mir ausführlich erklärt, dass in den ersten drei Jahren nach der Geburt des Kindes die Pflichtbeiträge als bezahlt gelten. Sie würde mir ein Formular schicken, zur Feststellung meiner Versicherungspflicht. Dieses Formular habe ich dann direkt ausgefüllt und zurück geschickt, wohl wissend von meinen Kollegen, dass es sehr gut sein kann, dass ich versicherungspflichtig bin. Aber die Dame hat mich ja am Telefon beruhigt und mir, wie bereits geschrieben, versichert, dass diese Kindererziehungszeit als "bezahlt" gilt und wenn dann meine Versicherungspflicht festgestellt ist, könnte ich diese Befreiung beantragen. Nun kam heute das Schreiben der Deutschen Rentenversicherung, dass ich versicherungspflichtig bin, dass ich innerhalb drei Monate nach Aufnahme meiner Tätigkeit eine Beitragsbefreiung für drei Jahre beantragen kann, da mein Schreiben (dieses Formular zur Feststellung der Versicherungspflicht) aber erst am 28.01.eingegangen ist, könnte ich einen Antrag auf Befreiung ab 28.01.2015, längstens bis 01.05.2016 stellen (also dann genau dieses drei Jahre). Jetzt mache ich mir große Sorgen, dass ich trotz der Aussage der netten Dame am Telefon rückwirkend für die Zeit vom 01.05.2013 bis Januar 2015 Beiträge zu zahlen sind. Vielleicht können Sie mir weiterhelfen, ob diese Kindererziehungszeit auch dann als bezahlte Beiträge gilt, wenn ich zeitweise in dieser Zeit bereits selbstständig tätig war.Herzlichen Dank!

von
KSC

Ja eine Nachforderung kann Ihnen drohen, wenn Ihr Gewinn zwischen Mai 2013 und Januar 2015 die Grenze von 450 € überschritten hat.

Ein pflichtversicherter Selbständiger wird nicht dadurch, dass er ein Kind hat plötzlich beitragsfrei - genausowenig wie eine Arbeitnehmerin, die arbeiten geht bevor das Kind 3 Jahre alt ist, sagen kann, ich will aus dem Job keinen Beitrag zahlen.

Was die nette Dame Ihnen im Januar am Telefon gesagt hat, werden Sie kaum beweisen können und es ändert auch nichts daran, dass Sie sich schon im Sommer 2013 hätten erkundigen sollen.

von Experte/in Experten-Antwort

Sehr geehrte Frau Tina M.,
KSC hat Ihre Mail eigentlich schon beantwortet. Kindererziehungszeiten sind tatsächlich kein Tatbestand der zu einer Befreiung von der Versicherungspflicht als Selbständige führt. Sie müssen deshalb mit einem Nachforderungsbescheid für die Zeit vom 01.05.2013 bis zum 27.01.2015 rechnen,
sofern Ihr Gewinn aus der selbständigen Tätigkeit die Geringfügigkeitsrichtlinien übersteigt.