Hilfe! Wer kann mir Bitte Tips geben! Krankengeld läuft aus! Nun Rentenantrag mit 38?

von
sandrab

Hallo Ihr Lieben!
Ich (38, Kauffrau,single) bin total verzweifelt!
Ich habe neben Rheuma (seit 10 Jahren) seit 2 Jahren auch psychische Probleme
(Ängst, Krankheitsbewältigungsproblem,
Depression...).
Bin wegen o.g. Krankheiten auch in dauerhafter Behandlung.

Nun mein Problem.
Mein Krankengeld läuft zum 1.8. aus!
Werde jetzt schon von der Krankenkasse aufgeforder bzw. hingewiesen, dass ich wohl einen Rentenantrag stellen soll.

Vorgeschichte:
Habe div. Rehas hinter mir!
Auch eine stufenweise Widereingliederung ist gescheitert!
Bei meinem Arbeitgeber (bin noch nicht gekündigt!) gibt es keine andere Verwendung! Auch nicht wenn der Arbeitsplatz behindertengerecht umgestalltet wirde.
Haben wir schon alles besprochen!
Umschulen auf einen anderen Beruf geht nicht, da ich ja schon Kauffrau bin!
Habe praktisch alles durch.

Mein Gesundheitszustand (vorallem Psyche) wird sich die nächsten Monate lt. meinen Ärzten nicht so schnell verbessern.
An Arbeit ist daher nicht zu denken.
Wiedereingliederung ist ja gescheitert.

Was nun?
Ich bin bei meinem Arbeitgeber noch angestellt. Ich werde aber dort nicht mehr zurückkehren, da ich zu große Angst habe. Traue mir das einfach nicht mehr zu.

Ich hab jetzt wohl nur 2 Möglichkeiten:
1) Einen neuen Job suchen, und mich "gesundschreiben" wenn ich einen gefunden habe. Dann gehe ich aber die Gefahr ein, dass ich wieder scheitere...

2) Antrag auf Erwerbsminderungsrente stellen! Von einer teilweisen kann ich nicht leben! Von einer "ganzen" grad so.
Habe zum Glück eine BUZ Versicherung

Mein Ziel ist es, wieder so gesund zu werden, dass ich wieder ohne Angst und körperliche Probleme arbeiten kann.
Aber das braucht noch Zeit. Und die habe ich nicht, da mein Krankengeld am 1.8. abläuft!

PS: Ich war noch nie arbeitslos!

Wer kann mir Tips aus der Praxis geben?
Beim Rententräger war ich schon!
Der sagt "Als Kauffrau sind Sie jederzeit vermittelbar"... das wars...

Danke
sandra

von
Du meine Güte

Hartz IV

von
Corletto

Vorrangig vor allem anderen , sollten Sie alle medizinisch/psychotherapeutischen Möglichkeiten ausschöpfen um ihre Erkrankung(en) zu verbessern. Alles andere ist unwichtig und ergibt sich dann später !!

Bis 1.8. - dem Aussteuerungsdatum - ist ja noch einige Zeit hin und diese sollten Sie wirklich nur und ausschließlich ihrer Gesundung widmen.

Sie dürfen aber keinesfalls den Fehler machen, sich zu sehr unter Druck zu setzen und immer dieses Datum 1.8. im Kopf zu haben - gerade psychische Erkrankungen lassen sich eben nicht so einfach und schnell verbessern und benötigen eben gewisse ( manchmal jahrelange ) Zeit.

Und Druck - selbst gemacht oder von außen - können Sie da wahrlich nicht gebrauchen.

Zitat Ihrerseits :

"Mein Ziel ist es, wieder so gesund zu werden, dass ich wieder ohne Angst und körperliche Probleme arbeiten kann.
Aber das braucht noch Zeit. Und die habe ich nicht, da mein Krankengeld am 1.8. abläuft! "

Genau dieser Satz sagt alles aus und hier liegt ihr Fehler.

Ich hoffe Sie befinden sich schon in einer psychiatrischer und psychologischer Behandlung. Dann wird man Ihnen alles zu diesem Thema dort sicherlich genau erklären.

Die med. Reha , wenn Sie denn von der Krankenkasse zum Rehaantrag aufgefordert werden ( zum Rentenantrag kann die Krankenkasse sie NICHT auffordern ) , MÜSSEN Sie antreten um weiterhin KK-Geld zu bekommen.
Da haben Sie keine andere Wahl - auch wenn Sie schon div. Rehas absolviert haben.

Wobei dann hier die Frage sein wird, ob Ihnen seitens der Rentenversicherung überhaupt noch eine weitere med. Reha genehmigt wird, deren Erfolgsaussichten ja dann wohl auch relativ gering sein werden..

Es könnte auch sein, das ihr Rehaantraag dann gleich als Erwerbsminderungsantrag angesehen wird. Hier kommt es aber auf die vorliegenden med. Atteste/Befundberichte etc. pp an.

Nachdem Sie am 1.8. ausgesteuert worden sind, haben Sie auch erstmal dann Anspruch auf 12 Monate ALG I.

Da heisst , eigentlich haben sie also bis 1.8.2010 Zeit an ihrer Gesundung zu arbeiten und wieder fit zu werden.

Manchmal hilft es schon , wenn man sich den Zeitrahmen einfach weiter steckt.

Gerade weil Sie schon sehr lange krankgeschrieben sind,
eine gescheiterte Widereingliederung sowie diverse wohl erfolglose Rehas hinter sich haben, werden Sie wohl nicht nur eine teilweise EM bekommen , sondern die volle EM-Rente - wenn Sie den überhaupt eine EM-Rente bekommen..

Persönlich aus eigener Erfahrung und ähnlichem Krankheitsbild kann ich ihnen sagen , das ich genau denselben Fehler wie Sie ihn gerade machen - nämlich mich selbst unter Druck setzen - zu lange gemacht habe und damit meine Genesung unnötig verzögert habe.

Irgendwann habe ich dann zu mir gesagt :

o.k. und wenn es jetzt 5 oder 10 Jahre dauert bis ich wieder fit bin - die Zeit gebe ich mir.

Ab diesem Zeitpunkt ging es dann mit meiner Gesundheit wieder bergauf !

Alles Gute für Sie.

von
KSC

Sie wissen doch schon alles!

entweder Sie finden einen Job und können arbeiten.

Oder Sie kriegen Rente - ob voll, teilweise oder Ablehnung wissen Sie definitiv erst, wenn Sie den Rentenbescheid in Händen halten.

Und bei einer Ablehnung sind Sie nach Ende des KG beim Arbeitsamt, sofern Sie nicht arbeiten. Wie lange Sie ALG erhalten erfahren Sie bei der Ag. für Arbeit.

Neben einer Teilrente könnten Sie auch (teilweise) arbeiten.

Den Rentenantrag können Sie jederzeit stellen, sollten Sie momentan nöch zögern, weil das KG die höhere Sozialleistung ist, sollte der Rentenantrag spätestens 3 Monate vor KG Ablauf gestellt werden, sofern es der Kasse nicht bereits vorher gelingt, sie zu Renten- Rehaantrag zu zwingen.

Ihr Arbeitsverhältnis nützt Ihnen nicht viel, da Sie sagen, dass Sie dorthin nicht mehr zurückkehren wollen und werden.

Mehr als das können höchstens Hellseher leisten...

von
ImmermitderRuhe

Verstehe vollkommen, dass Sie sich Sorgen machen.
Wenn Sie wirklich schon alles durchhaben (vor allem eine gescheiterte Wiedereingliederung spricht für einen Rentenantrag), dann sollten Sie den Antrag auf Erwerbsminderung auch stellen.Ob es dann eine volle oder halbe EM wird, kann ich natürlich nicht sagen.
Das Alter spielt übrigens überhaupt keine Rolle... meine Tochter ist mit 27 Jahren in die volle EM gegangen.
Sie sollten Mitglied beim VdK werden (sind nur wenige Euros pro Monat an Beitrag); lassen Sie dort Ihre Unterlagen prüfen und sich vom Anwalt des VdK beraten.
Noch etwas: auch wenn Sie bereits Kauffrau sind... eine Umschulung käme auf jeden Fall in Frage.
Aber... was nicht geht, geht nicht; basta. ;-)
Aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen aber sagen: es ist ein verdammt dornenreicher Weg bis zur Rente.
Das kostet viele Nerven und... Nervenzusammenbrüche. :-(
Nur mit Hilfe lässt sich so ein Verfahren einigermaßen bewältigen; also: bitte nicht Alleinkämpfer sein wollen.
Ihre Kraft brauchen Sie für Ihre Gesundheit!
Falls über Ihren Rentenantrag vor Ablauf des Krankengeldes noch nicht entschieden ist, sollten Sie sich bei der Agentur für Arbeit melden.
Auch wenn Sie NICHT arbeitslos sind!
Es gibt dann so eine Art Übergangsgeld für Rentenantragsteller; schließlich müssen Sie ja von etwas leben.

Fazit: in Deutschland verhungert niemand, der das nicht will.

Alles Gute!

Experten-Antwort

Den Beiträgen von "Corletto", "KSC" und "ImmermitderRuhe" kann ich nichts hinzufügen.