Hinterbliebenenrente...ich kapier`s immer noch nicht...

von
t.schäfer

Guten Abend,bin zufällig auf dieses Forum gestoßen und hoffe hier vielleicht Hilfe zu finden
Kurz meine Geschichte
Ich bin 1971 geboren und seit 2003 verwitwet
Mein mann war 1965 geboren und wir haben 1991 geheiratet.Für mich gilt also das neue Recht.
Wir haben zwei Söhne geb 1991 und 1994
Als der Jüngste letztes Jahr 18 wurde ist die große Witwenrente die ich bis dahin bezog weggefallen.
Angeblich steht mir jetzt nichts zu bis ich 2016 das 45 lebensjahr vollendet habe.
Also eben auch nicht die sogenannte kleine Witwenrente..
2016 könnte ich dann ja wieder die große beantragen..
Jetzt ist mein jüngster trotz Volljährigkeit aber noch Schüler und wird nach dem Abitur studieren wollen..
Ich bin berufstätig und versuche das alles irgendwie hinzukriegen aber richtig kann das doch alles nicht sein,ich fühle mich bestraft so früh Kinder bekommen zu haben
Ich würde mich über Antworten freuen und vielleicht gibt es doch auch noch andere die betroffen sind
Viele Grüße

von
Random

Wir Arbeitnehmer werden alle bestraft.
Der Staat ändert einfach die Gesetze wie er Lust hat und plötzlich steht man vor vollendeten Tatsachen und muß als Rentner, Witwe auch noch arbeiten.

Statt uns durch das ÖR-TV, für das wir auch noch monatlich Rundfunkbeitrag abdrücken müssen, über die ständigen Gesetzesänderungen zu informieren, wird man mit verblödenden Filmen und Werbung vollgestopft.

von
Sonne

Und was ist Ihre Frage ?

von
....

Nach dem Gedankengang des Gesetzgebers, ist es Ihnen zuzumuten sich bis zum 45 Lebensjahr selbst zu Versorgen, so wie jeder andere alleinstehende auch.
Die Waisen erhalten Waisenrente + BaföG/Ausbildungsvergütung -> somit ist deren Unterhalt mehr oder wenigen gedeckt.

@Random -> Warum soll eine Witwe / ein Witwer nicht arbeiten gehen?

von
=//=

Zitiert von: Random

Wir Arbeitnehmer werden alle bestraft.
Der Staat ändert einfach die Gesetze wie er Lust hat und plötzlich steht man vor vollendeten Tatsachen und muß als Rentner, Witwe auch noch arbeiten.

Statt uns durch das ÖR-TV, für das wir auch noch monatlich Rundfunkbeitrag abdrücken müssen, über die ständigen Gesetzesänderungen zu informieren, wird man mit verblödenden Filmen und Werbung vollgestopft.

Im Zuge der Rentenreform 1992 wurde u.a. das Hinterbliebenenrentenrecht zum 01.01.1992 neu geregelt. Ist also erst 21 Jahre her!!! Seinerzeit wurde iauch in den Medien über die Rentenreform berichtet, und das nicht zu knapp. Natürlich hat dies nicht alle interessiert, schon gar nicht @t.schäfer.

Was erwarten Sie denn, dass jedes Jahr die Neuregelungen, die jetzt ja inzwischen sehr alt sind, durchgekaut werden?

Sie sind schon ein Spaßvogel.

Und ja, man erwartet auch von einer Witwe, dass sie arbeitet. Erst recht, wenn sie noch ziemlich jung ist. Weshalb denn nicht? Die Waise ist nach dem 18. Lebensjahr bei Ausbildung durch die Waisenrente abgesichert.

von
t.schäfer

Hallo
arbeiten gehen ist auch für Witwen möglich,das ist auch gar nicht das Thema.Ich hab die ganzen Jahre gearbeitet und werde das auch in Zukunft tun und zwar in Vollzeit.
Meine Frage ist ,steht mir denn nicht die kleine Witwenrente zu solange der Volljährige Halbwaise noch zur Schule geht.
Denn jetzt in diesen Jahren wäre es doch wichtig.Schule,Ausbildung,Studium das kostet alles eine Stange Geld,da kommt man mit den paar Euro Halbwaisenrente nicht weit,zumal die in den Jahren ins Einkommen der ganzen Familie eingeflossen sind.Und nochmal...ich war immer berufstätig!!Wenn ich 45 bin kann ich wieder die große Witwenrente bekommen bis ans Ende meines Lebens...Dann brauchen meine Kinder aber meine finanzielle Unterstützung hoffentlich nicht mehr..

von
Sonne

Okay, um Ihre Frage zu beantworten: nein, man kann nicht die kleine Witwenrente beziehen, solange eine volljährige Waise noch in Ausbildung ist.
Das ist nun mal das Gesetz.
Man kann das diskutieren, aber das bringt an dieser Stelle niemanden weiter.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo t.schäfer,

Anspruch auf große Witwenrente bestand in Ihrem Fall nur solange, bis das jüngste Kind volljährig wurde. Eine anschließende Zahlung einer kleine Witwenrente ist gesetzlich nicht vorgesehen.
Erst ab Vollendung Ihres 45. Lebensjahres besteht wieder ein Anspruch auf große Witwenrente. Zu diesem Zeitpunkt wird dann auch die Einkommensanrechnung erneut geprüft.

von
=//=

Zitiert von: t.schäfer

Hallo
arbeiten gehen ist auch für Witwen möglich,das ist auch gar nicht das Thema.Ich hab die ganzen Jahre gearbeitet und werde das auch in Zukunft tun und zwar in Vollzeit.
Meine Frage ist ,steht mir denn nicht die kleine Witwenrente zu solange der Volljährige Halbwaise noch zur Schule geht.
Denn jetzt in diesen Jahren wäre es doch wichtig.Schule,Ausbildung,Studium das kostet alles eine Stange Geld,da kommt man mit den paar Euro Halbwaisenrente nicht weit,zumal die in den Jahren ins Einkommen der ganzen Familie eingeflossen sind.Und nochmal...ich war immer berufstätig!!Wenn ich 45 bin kann ich wieder die große Witwenrente bekommen bis ans Ende meines Lebens...Dann brauchen meine Kinder aber meine finanzielle Unterstützung hoffentlich nicht mehr..

Das mit dem Arbeiten von Witwen war nicht auf Sie gemünzt, sondern auf die großartige Aussage von @Random!

Ich persönlich kann Ihre Situation gut verstehen, aber das Gesetz sieht es eben nicht anders vor (s. § 46 SGB VI). Und ehrlich gesagt, alleinerziehenden Müttern oder Vätern, die nicht verwitwet sind, geht es ja auch nicht besser.

Sie hatten noch den "Vorteil", wegen der Erziehung Ihrer beiden Kinder vor Vollendung des 45. Lebensjahres mehrere Jahre die große Witwenrente zu erhalten. Ansonsten hätte Ihnen nach dem "neuen" Recht nach dem Tod Ihres Mannes nur 24 Monate die kleine W-Rente zugestanden und dann erst bei Vollendung des 45. LJ. die Große.

Und dass erst ab dem 45. Lebensjahr die große W-Rente zusteht, hat wohl auch seinen Sinn. Sicher sind dann Ihre Kinder aus dem Gröbsten raus, aber allgemein wird eine Witwe ab 45 schwieriger einen Job bekommen, wenn sie bis zum Tod des Ehemannes keinen hat.

Die Witwenrente ist als "Ersatzleistung" für das weggefallene Einkommen des Mannes zu sehen und auch eigentlich nicht überwiegend für die Kosten des volljährigen Kindes gedacht. Deshalb wird auch die Waisenrente wegen der Schulausbildung Ihres Sohnes über das 18. Lebensjahr hinaus weitergezahlt.

Es wird vielen Kindern in dieser Situation auch nicht unbedingt schaden, einen kleinen Nebenjob anzunehmen!? Schüler- und Studentenjobs müssen ebenso die Kinder annehmen, wo die Eltern nichts zusteuern können.

von
t.schäfer

Die Witwenrente ist als "Ersatzleistung" für das weggefallene Einkommen des Mannes zu sehen und auch eigentlich nicht überwiegend für die Kosten des volljährigen Kindes gedacht. Deshalb wird auch die Waisenrente wegen der Schulausbildung Ihres Sohnes über das 18. Lebensjahr hinaus weitergezahlt.

Es wird vielen Kindern in dieser Situation auch nicht unbedingt schaden, einen kleinen Nebenjob anzunehmen!? Schüler- und Studentenjobs müssen ebenso die Kinder annehmen, wo die Eltern nichts zusteuern können.
[/quote]

Genauso ist es...die Rente war für meine Familie das zugegebenermaßen stark abgespeckte Gehalt meines verstorbenen Mannes.Umso schlimmer das es jetzt wegfällt..
Denn erstmal hat sich ja an unserer Situation nichts geändert
Es gibt aber keinen unterhaltspflichtigen Vater mehr wie es eben bei Geschiedenen ist.Der müsste nämlich dann noch zahlen solange die Kinder kein eigenes Geld verdienen und das ist nicht vergleichbar mit den paar Euro Halbwaisenrente.Die Kosten für die Kinder würden dann nicht von mir alleine bestritten.
Verstehen sie mich nicht falsch,ich hab mich mit meiner Situation arrangiert und das bereits seit Jahren.Mit der Rente sind wir gut über die Runden gekommen und ich konnte mich trotz Berufstätigkeit um meine Kinder kümmern.
Ich finde es nur nicht richtig Verwitwete mit Geschiedenen zu vergleichen,denn es gibt dann immer zwei Elternteile wenn auch nicht in einem Haus.
Nach altem Recht würde mir jetzt bis 45 die kleine Witwenrente zustehen und ich finde das wäre auch richtig.Denn ich kann den fehlenden Betrag auch durch Vollzeitarbeit nicht ausgleichen.
Im Übrigen hat mein Sohn neben seiner Schule noch einen Job um sein Taschengeld zu verdienen(es darf nur nicht zuviel sein,sonst wird ihm noch das bisschen Halbwaisenrente gekürzt)

von
=//=

Zitiert von: t.schäfer

Die Witwenrente ist als "Ersatzleistung" für das weggefallene Einkommen des Mannes zu sehen und auch eigentlich nicht überwiegend für die Kosten des volljährigen Kindes gedacht. Deshalb wird auch die Waisenrente wegen der Schulausbildung Ihres Sohnes über das 18. Lebensjahr hinaus weitergezahlt.

Es wird vielen Kindern in dieser Situation auch nicht unbedingt schaden, einen kleinen Nebenjob anzunehmen!? Schüler- und Studentenjobs müssen ebenso die Kinder annehmen, wo die Eltern nichts zusteuern können.

Genauso ist es...die Rente war für meine Familie das zugegebenermaßen stark abgespeckte Gehalt meines verstorbenen Mannes.Umso schlimmer das es jetzt wegfällt..
Denn erstmal hat sich ja an unserer Situation nichts geändert
Es gibt aber keinen unterhaltspflichtigen Vater mehr wie es eben bei Geschiedenen ist.Der müsste nämlich dann noch zahlen solange die Kinder kein eigenes Geld verdienen und das ist nicht vergleichbar mit den paar Euro Halbwaisenrente.Die Kosten für die Kinder würden dann nicht von mir alleine bestritten.
Verstehen sie mich nicht falsch,ich hab mich mit meiner Situation arrangiert und das bereits seit Jahren.Mit der Rente sind wir gut über die Runden gekommen und ich konnte mich trotz Berufstätigkeit um meine Kinder kümmern.
Ich finde es nur nicht richtig Verwitwete mit Geschiedenen zu vergleichen,denn es gibt dann immer zwei Elternteile wenn auch nicht in einem Haus.
Nach altem Recht würde mir jetzt bis 45 die kleine Witwenrente zustehen und ich finde das wäre auch richtig.Denn ich kann den fehlenden Betrag auch durch Vollzeitarbeit nicht ausgleichen.
Im Übrigen hat mein Sohn neben seiner Schule noch einen Job um sein Taschengeld zu verdienen(es darf nur nicht zuviel sein,sonst wird ihm noch das bisschen Halbwaisenrente gekürzt)
[/quote]

Dass sich das Hinterbliebenenrecht ab 1992 wie auch vieles Andere im Rentenrecht negativ geändert hat, ist wohl jedem klar, aber nicht zu ändern. Man sollte sich nicht über Dinge ärgern, die nicht zu ändern sind. Dass es Ihnen mit der zusätzlichen Witwenrente finanziell besser ging, ist unbestritten.

Ich rede übrigens nicht von alleinerziehenden Geschiedenen, sondern ganz allgemein von Alleinerziehenden. Den längst nicht alle Geschiedenen erhalten vom Ex-Partner auch Kindes-Unterhalt. Die Quote der nichtzahlenden Väter oder auch Mütter ist höher als Sie denken.

Und es ist ja sehr löblich, dass Ihr Sohn einen kleinen Job hat. Der Freibetrag liegt bei immerhin 495,26 EUR, die er nicht überschreiten darf. Und das ist nicht nur ein Taschengeld.

von
kein Experte

Zitiert von: t.schäfer

Hallo t.schäfer,

Anspruch auf große Witwenrente bestand in Ihrem Fall nur solange, bis das jüngste Kind volljährig wurde. Eine anschließende Zahlung einer kleine Witwenrente ist gesetzlich nicht vorgesehen.
Erst ab Vollendung Ihres 45. Lebensjahres besteht wieder ein Anspruch auf große Witwenrente. Zu diesem Zeitpunkt wird dann auch die Einkommensanrechnung erneut geprüft.

angehobenes 45.Lebensjahr?

von
t.schäfer

Hallo Kein Experte

angehobenes 45.Lebensjahr?
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Was bedeutet das??
Gruss

von
=//=

Nach § 46 Abs. 2 Ziff. 2 SGB VI wird die große Witwenrente bei vollendetem 47. Lebensjahr gezahlt.

Auch bei den Witwen(r)renten wurde ab 01.01.2008 die Altersgrenze vom 45. auf das 47. Lebensjahr angehoben, parallel zur Regelaltersgrenze. Die Anhebung der Altersgrenze auf das 47. Lebensjahr erfolgt, abhängig vom Todesjahr des Versicherten, vom 01.01.2012 an.

Das betrifft Sie aber nicht, sondern nur diejenigen, wo der Vers. ab 2012 verstorben ist (§ 242 a Abs. 5 SGB VI). Z.B. 2012 verstorben = große Witwenrente beim 45. LJ + 1 Monat, ab 2029 verstorben = 47. LJ.