Hinzuverdienst 2021

von
Heinz

Guten Tag,
ich habe am 21.12.20 Antrag auf Altersrente für langjährig Versicherte (mit 3% Abschlag) gestellt.
Hierzu habe ich einen Verdienst in 2021 von 10.000€ angegeben. Mir wurde mitgeteilt, daß dieser Betrag unschädlich ist, da für 2021 die Hinzuverdienstgrenze auf 46.060€ festgesetzt wurde.
Dies finde ich auch so im § 302 (8) SGB VI wieder.
Nun habe ich gestern meinen Rentenbescheid erhalten, der nur als Teilrente bewilligt wurde, da die Hinzuverdienstgrenze nur mit 6.300€ gerechnet wurde.
M.E. ist der Bescheid eindeutig fehlerhaft.
Muß ich hier Widerspruch einlegen, oder korrigiert die DRV dies noch von selbst, sprich: sind alle von diesem Fehler betroffen?
Besten dank

von
Berater

Sollten für 2021 tatsächlich nur 6300 € Hinzuverdienst berücksichtigt worden sein, sollten Sie diesbezüglich Widerspruch einlegen, dem vermutlich unkompliziert abgeholfen wird.
Sie können aber auch telefonisch Kontakt mit Ihrer zuständigen Sachbearbeitung aufnehmen. Bei dieser eindeutigen Konstellation wird Ihre Rente auch ohne Widerspruch schnell neu berechnet werden.

von
W°lfgang

Zitiert von: Berater
Sollten für 2021 tatsächlich nur 6300 € Hinzuverdienst berücksichtigt worden sein, sollten Sie diesbezüglich Widerspruch einlegen, dem vermutlich unkompliziert abgeholfen wird.
Sie können aber auch telefonisch Kontakt mit Ihrer zuständigen Sachbearbeitung aufnehmen. Bei dieser eindeutigen Konstellation wird Ihre Rente auch ohne Widerspruch schnell neu berechnet werden.

Ergänzend + nachgefragt:

Bei einigen laufenden Fällen ("Flexirente", Einkommen für 2021 noch auf Hinzuverdienstgrenze 6.300 € basierend) wurde erwartungsgemäß die Altersrente ab 01.01.2021 entzogen. Dass diese Fälle etwa von Amtswegen seitens der DRV aufgegriffen/überprüft werden, erwarte ich nicht ...war ja im letzten Jahr nicht anders. Insofern sollte schlicht ein (formloser) Überprüfungsantrag gestellt werden (Telefonat oder andere Kommunikationswege gehen auch).

Fristen für die rückwirkende Rentenzahlung ab 01.01.2021, auch wenn einem Versicherten das erst im Sommer 2021 klar wird? Wohl eher nicht, wenn er nicht _bewusst_ ein neues Rentenbeginndatum (aus welchen Gründen auch immer) wählt.

Sehe ich das so richtig?

Fragt
w.

PS: @Heinz: "Nun habe ich gestern meinen Rentenbescheid erhalten, der nur als Teilrente bewilligt wurde, da die Hinzuverdienstgrenze nur mit 6.300€ gerechnet wurde."

Das wäre natürlich aufgrund der Rechtslage zum Datum Bescheiderteilung ein Widerspruchsfall, lässt sich aber sicher auch auf 'kurzem' Wege mit der DRV unproblematisch klären!

Experten-Antwort

Hallo Heinz,
ich rate zur kurzen Einlegung eines förmlichen Widerspruchs, da sie damit bestmöglich und max. rechtssicher aufgestellt sind.

Tats. sind derartige Bescheide mit (noch) 6300 Euro jährlicher Hinzuverdienstgrenze für 2021 vorhanden. Die erhöhte Hinzuverdienstgrenze ist erst sehr spät in 2020 gesetzlich verabschiedet worden und trägerindividuell zu unterschiedlichen Tagesdaten umgesetzt worden.
Allerdings sollten aktuell alle Rentenversicherungsträger die erhöhte Hinzuverdienstgrenze für 2021 programmseits übernommen haben, daher kann ich ihrem Bescheid mit (noch) der alten Hinzuverdienstgrenze grad nicht abschließend beurteilen. Daher meine Empfehlung -> Widerspruch

In Summe (Geldbeträge) würde schlussendlich nichts passieren, da spätestens im Rahmen der Spitzabrechnung (Nachprüfung des Hinzuverdienstes) eine Korrektur vorgenommen werden müsste. Allerdings möchte man ja ungern Geld einer lfd. Rentenleistung liegen lassen und diese dann als Nachzahlung bekommen. Wäre schon sinnvoll, wenn hier von Beginn an die richtige Richtung eingeschlagen wird.

@W°lfgang
- Fristen spielen keine Rolle, da ja ein Rentenanspruch (nach aktuellen Rechtslage mit erhöhter Hinzuverdienstgrenze) besteht. Die Leistung würde also immer nachgezahlt werden müssen
- auch wenn eine Rente ab 01/2021 entzogen wurde (da prognostizierter Verdienst weit über der bisherigen Grenze von 6300 Euro/Jahr 2021 liegt und somit kein Rentenanspruch mehr besteht), ist eine Spitzabrechnung (Hinzuverdienstprüfung) vorzunehmen. Auch diese Fälle sollten dann auffällig werden und korrigiert/nachberechnet werden.

von
Heinz

Guten Tag,
ich hatte heute früh den tel. Beratungstermin mit der zuständigen DRV-Servicezentrum.
Dort wurde mir nun mitgeteilt, daß der Bescheid so richtig sei, da es sich um eine selbständige Tätigkeit handelt, für die die erhöhte Hinzuverdienstgrenze nicht gelte. Eine Rechtsgrundlage hierfür konnte mir die Bearbeiterin aber nicht nennen.
Ich habe zwar schon letzte Woche Widerspruch eingelegt, sodaß dieser ja irgendwann beschieden wird, dennoch würde mich vorab interessieren, was nun stimmt.
Vielen dank

Experten-Antwort

Hallo Heinz,

für das Jahr 2021 steigt die Verdienstgrenze bei vorgezogenen Altersrenten auf 46.060 Euro. Rentnerinnen und Rentner können daher bis zu 46.060 Euro im Kalenderjahr zu ihrer Rente hinzuverdienen, ohne dass diese gekürzt wird.

Als Hinzuverdienst gelten u.a. Bruttoentgelt, steuerrechtlicher Gewinn (z.B. Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb, Land- und Forstwirtschaft und Einkünfte aus selbständiger Arbeit) sowie vergleichbare Einkommen wie Vorruhestandsgeld.

Somit sollte es grundsätzlich keine Rolle spielen, ob Sie einen Hinzuverdienst aus einer abhängigen Beschäftigung oder aus einer selbständigen Arbeit haben.

Die Erhöhung der Verdienstgrenzen gilt lediglich nicht für Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrenten.

Da Sie bereits Widerspruch eingelegt haben, bleibt der Bescheid abzuwarten.

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