Hinzuverdienst

von
Ferdinand

Eine Frage zur Auslegung des Hinzuverdiensts bei Bezug einer gesetzlichen Altersrente vor dem 65. Lebensjahr: Wie verhält es sich mit eventuellen Gewinnzuweisungen aus geschlossenen Beteiligungen an Windkraftanlagen und Schiffen (Einkunftsart Gewerbebetrieb)? Werden diese steuerrechtlich relevanten Gewinnzuweisungen bei den Hinzuverdienstgrenzen berücksichtigt o d e r bleiben diese (sofern die Beteiligungshöhe kleiner als 1 % der Zeichnungssumme ist) hier außer Betracht? Werden diese Gewinnzuweisungen nach SGB IV als Arbeitseinkommen gewertet? Ich bin an einem Windpark sowie an einem Tankschiff beteiligt und ging bislang davon aus, dass diese Art Vermögensbeteiligungen nach dem SGB IV nicht als Arbeitseinkommen gewertet werden. Wie ist die Rechtslage?
Mir ist schon klar, dass Einkünfte aus Gewerbebetrieb rentenrechtlich wie Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit gesehen werden. Meine Frage zielt auf den Anspekt "Arbeitseinkommen" ab, wie ihn die Sozialversicherungsträger auslegen. Wird rentenrechtlich die jährlichen Ergebniszuweisungen aus einem geschlossenen Windparkfonds (Beteiligungshöhe unter 1 % der Zeichnungssumme) hierbei als zusätzliches "Arbeitseinkommen" gesehen? Hier wird doch nicht die eigene Arbeitskraft eingesetzt. Im Übrigen ähnelt doch eine solche Einkommensquelle eher den Einkunftsarten aus Kapitalvermögen und Vermietung und Verpachtung (die letztgenannten Einkunftsarten sind bekanntlich rentenrechtlich irrelevant).

von
SELTSAM

Warum nehmen Sie sich nicht die Zeit und klären solch einen komplizierten!!! Sachverhalt persönlich in einer Beratungsstelle?????
Als jetzt schon wieder die gleiche Frage zu stellen, nachdem Sie schon Antworten darauf erhalten haben.

Sehr seltsam.

von
Rosanna

Ich weiß nicht, ob ich Ihnen eine befriedigende Antwort geben kann. Und ob diese bei Ihnen so zutrifft.

Bei den Einnahmen aus einer Beteiligung an einem Handelsgeschäft als "Stiller Gesellschafter" liegt kein zu berücksichtigendes Arbeitseinkommen vor, WENN der Gesellschafter oder Darlehensgeber nicht als Mitunternehmer anzusehen ist. Es handelt sich dann um Einkünfte aus Kapitalvermögen (§ 20 Abs. 1 Nr. 4 EStG), die als Vermögenseinkünfte i.S. des § 18 a Abs. 4 Nr. 1 SGB IV über § 18 a Abs. 1 S.1 Nr. 3 SGB IV anzurechnen sind.

Liegt dagewgen eine "Mitunternehmereigenschaft" des stillen Gesellschafters vor - die Prüfung wird von der STEUERVERWALTUNG vorgenommen -, stellen die Einnahmen Einkünfte aus Gewerbebetrieb und damit Arbeitseinkommen nach § 18 a Abs. 2 a SGB IV dar.

Wie haben Sie denn die Einkünfte in der Steuererklärung deklariert und wie werden sie vom Finanzamt gesehen? Als Kapitalvermögen oder Arbeitseinkommen? Danach richtet sich auch die Prüfung, ob § 34 SGB VI Berücksichtigung findet oder nicht.

MfG Rosanna.

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