Hinzuverdienst

von
Sandrine

Hallo,
ich beziehe seit zwei Jahren eine EM-Rente. Da darf ich 400,- Euro dazuverdienen. Nun kann ich für einen Monat einen weiteren Job ausüben und bekomme dafür 300,- Euro. Das wären ja nun 700,-Euro und somit mehr als die erlaubten 400,-. Allerdings darf ich zweimal im Jahr bis zum doppelten verdienen. Meine Frage: Zählt das nur bei Überstunden bei Job 1 oder auch für zwei Jobs ? Ich habe mich schon an meinen Träger gewendet, bekam aber nur nocheinmal meine Hinzuverdienstgrenzen zugesandt. Über das telefon bekam ich unterschiedliche Aussagen. Bitte um Hilfe!
Danke !!!

von
KSC

unabhängig von den Verdienstgrenzen würde ich abraten diesen zusätzliche Job (und wenn es nur ein Monat ist) anzunehmen.

Sie bringen dadurch die Verwaltung ja geradezu auf den Gedanken, dass Sie möglicherweise doch nicht so schlimm dran sind?

Wer 2 Jobs machen und 700 € verdienen kann, ist der noch voll erwerbsgemindert?

Lassen Sie die Finger davon und wecken keine schlafenden Hunde - und wenn Sie es machen: jammern Sie bitte nicht, wenn man Ihre EM überprüfen sollte...und es plötzlich keine Rente mehr gibt.

Weniger ist manchmal mehr!

von
-_-

Wird bei Zusammenrechnung mehrerer 400-Euro-Minijobs die monatliche Grenze von 400 Euro überschritten, so handelt es sich nicht mehr um versicherungsfreie Minijobs. Vielmehr sind die einzelnen Beschäftigungen sozialversicherungspflichtig.

Nachzulesen unter:
http://www.minijob-zentrale.de/nn_10182/DE/1__AN/4__mehrereMinijobs/navNode.html?__nnn=true

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich ggf. an die Minijobzentrale.

Was Ihre Rente wegen Erwerbsminderung betrifft: Siehe den Beitrag von "KSC". Rein theoretisch dürften Sie von Seiten des Rentenbezuges 2 mal im Kalenderjahr bis zum Doppelten der Hinzuverdienstgrenze von 400,- EUR (= 800,- EUR) verdienen. Das wäre aber dann nur ausnahmsweise und im gleichen Job möglich. Sobald das "regelmäßig" stattfindet, siehe:

http://www.minijob-zentrale.de/nn_10952/DE/1__AN/3__verdienstgrenzen/navNode.html?__nnn=true

Auch schon vertraglich vereinbartes Weihnachts- oder Urlaubsgeld ist "regelmäßig" und damit zu 1/12 den Monatsentgelten hinzu zu rechnen!

von
Herb

Ich kann leider überhaupt nicht nachvollziehen, das Bezieher(innen) einer vollen EM-Rente noch gesundheitlich dazu in der Lage sind zwei Nebenjobs auszuführen.

Da drängst sich doch geradezu die Frage auf, ob es bei der Zuerkennung der Rente mit legalen Mitteln zuging ?

Auf der einen Seite müssen wirklich schwerkranke Menschen durch alle möglichen Instanzen gehen um ihre Rechte durchzusetzen und in diesem Falle weiß man nicht, wie man den Zuverdienst gestalten soll, damit man keine Probleme bei Weitergewährung der Rente bekommt.

Dieser Fall dürfte nicht die Regel sein. Zumindest ist dieses Verhalten recht fragwürdig.

von
Wolfgang

Hallo Herb,

es stellt sich sicher nicht immer die Frage, ob EM-RentnerInnen können ...sondern, ob sie müssen, um den täglichen Bedarf zu finanzieren, weil es rundum einfach nicht reicht. Auch voll EM-RentnerInnen steht daher die Möglichkeit offen, mehr - als die Hinzuverdienstgrenzen einschränkend ermöglichen - hinzu zu verdienen - ohne das die Rente allein wegen des Mehrverdienstes keine Berechtigungsgrundlage mehr hat.

KSC und -_- haben es schon beschrieben ...die DRV wird bei Mehrverdienst sicher hellhörig werden, das muss aber kein Grund sein, allein den Verdienst (bei vorrübergehender Rentenkürzung) als Maßstab für die med. Voraussetzungen zu werten.

Gruß
w.

von
-_-

Die Frage ist nicht immer, ob sie wirklich arbeiten können, sondern ob sie nicht sogar etwas hinzu verdienen müssen, obwohl sie eigentlich nicht können oder sogar ihre Gesundheit weiter verschlechtern, wollen sie einigermaßen über die Runden kommen! Leider geht das dann häufig "in die Hose", weil man sich nicht informiert hat. Die Deutsche Rentenversicherung fordert dann mühsam, möglicherweise zu Lasten der Restgesundheit Erarbeitetes teilweise zurück. Haben Sie schon einmal mit so einem wirklich armen Menschen telefoniert oder ihn vor sich sitzen gehabt? Da halte ich es doch für besser, sich vorher zu informieren, wie das hier geschah. Wirklich fragwürdig ist doch das Verhalten von Menschen, die durch Riesterfaktor, Demographiefaktor und Änderung der Wirkung zurückgelegter rentenrechtlicher Zeiten die Renten immer weiter geschmälert haben und den Menschen einreden wollen, sie müssten selbst privat etwas für ihre Altersvorsorge tun, obwohl das wegen des geringen Einkommens bekanntermaßen unmöglich ist.

von
Reis

Ich kann leider überhaupt nicht nachvollziehen, das Bezieher(innen) einer vollen EM-Rente noch gesundheitlich dazu in der Lage sind zwei Nebenjobs auszuführen.

Da drängst sich doch geradezu die Frage auf, ob es bei der Zuerkennung der Rente mit legalen Mitteln zuging ?

????????

In China ist ein Sack Reis umgefallen, obwohl er vorher noch ganz normal stand. Ich denke das ist wieder ein Fall für Sie. Da drängt sich doch die Frage auf, ob das mit Rechten dingen zugegangen ist, das der Sack umgekippt ist. Eim umgekippter Sack Reis, eine Sache am Rande der Legalität!!!!!

von
elvira

ich bin auch der Meinung,dass hier nicht alles mit Rechten dingen zugegangen ist.Ich 53 Jahre bekomme auch die volle EM-Rente und bin nicht in der Lage auch nur eine Arbeit auszuführen.

von
Herb

Vielleicht werde ich ja "bewusst" missverstanden.

Einerseits ist mir schon klar, dass bei vielen Rentenempfängern die Rente oftmals kaum ausreicht, um über die Runden zu kommen. Andererseits weiß ich auch aus meinem näheren Umfeld, wie schwer es kranke Menschen haben, ihre berechtigten Ansprüche in einem Rentenverfahren durchzusetzen. Viele mussten den langen Weg durch die Instanzen am eigenen Leib erfahren.

Heutzutage muss man auch für einen 400-Euro-Job einige Stunden in der Woche arbeiten. Wieviel Stunden müssen es dann bei zwei Job`s sein ?

Und hier stellt sich für mich ganz einfach die Frage, ob das hinsichtlich dem verbliebenen Leistungsvermögen noch mit rechten Dingen zugeht. Nicht mehr und nicht weniger.

Mit den mir bekannten gesundheitlichen Einschränkungen, die bei einer EM-Rente zugrunde liegen müssen, dürfte die Ausübung von zwei Aushilfsjobs für einen EM-Rentner schon alleine aus gesundheitlichen Gründen kaum möglich sein.

von
Reis

Sie werden nicht bewusst missverstanden.

Es ist nur ein Ding der Unmöglichkeit, das sie aus dem Stehgreif irgendwelche Stammtischaussagen treffen, wobei sie den Meschen und die Krankheitsgeschichte nicht mal im Ansatz kennen.

Es sei denn sie sind ein Magier, ein Hellseher, der die komplette Situation und den Krankheitsverlauf von Sandrine kennt. Dann nehme ich alles zurück und Sie haben vollkommen Recht.
Aber wenn Sie kein SUPER HELLSEHER sind, dann würde ich mir mal Gedanken machen( ich würde es zumindest versuchen, ob es klappt ist eine 2. Frage ) was ich für einen Unsinn von mir gebe.

Es ist nämlich schlichtweg lächerlich, was hier bezüglich der Situation non Sandrine geschrieben wird.

Sie stellt eine Frage zum Rentenrecht, und anstatt eine sinnvolle Antwort zu schreiben, kommen diese unsinnigen Kommentare ob die Rente zurecht gewährt wird. UNFASSBAR!!!Also besser geht nun echt nicht mehr.

von
B´son

Bitte projezieren sie nicht IHRE Situation auf die anderer Menschen.

Vielleicht wären ja auch sie in der Lage noch etwas zu arbeiten, haben aber genau diese Arbeit einfach nicht gefunden :-)
(Bitte richtig verstehen, das soll KEINE Unterstellung sein)

Experten-Antwort

Hallo Sandrine ,

die maßgebliche Hinzuverdienstgrenze darf im Laufe eines Kalenderjahres zweimal bis zum Doppelten der allg. Hinzuverdienstgrenze i.H.v. 400,00 € überschritten werden. Dabei ist es unbeachtlich, aus welchen Gründen die jeweilige Hinzuverdienstgrenze überschritten wird. Es ist also theoretisch möglich eine geringfügig versicherungsfreie Beschäftigung im Rahmen der Geringfügigkeitsgrenze und eine kurzfristige Beschäftigung die im voraus auf 2 Monate begrenzt ist auszuüben.

von
Sandrine

Danke