Hinzuverdienst

von
gernsbacher

Hallo,
mir wurde in der Beratung gesagt, ich dürfe nur 400,- Euro aus meiner selbständigen Tätigkeit verdienen - also 4800,- Euro im Jahr. Nun lese ich hier http://www.deutsche-rentenversicherung-bw.de/nn_30030/DRVBW/de/Inhalt/Presse/Pressemitteilungen/Rentner-Hinzuverdienst.html
es sind 5600, Euro. Was stimmt denn jetzt ?

Danke für die Hilfe

von
Wolfgang

Hallo gernsbacher,

grundsätzlich haben Sie Recht ...aber

Ein 2-maliges Überschreiten der Hinzuverdienstgrenze bis zu aktuell 800 EUR ist zulässig im laufenden Jahr. Bei abhängig Beschäftigten ist das kein Problem, durch mtl. Entgeltabrechnungen nachweisbar. Selbständig Tätige können in der Regel nur Ihr Jahreseinkommen (Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit) über den Einkommenssteuerbescheid nachweisen, geteilt durch 12 ergibt das monatlich zulässige Einkommen = 400 auf den Monat = 4800 aufs Jahr. Wollen Sie als selbständig Tätiger das zulässige Überschreiten für 2 Monate ausschöpfen, müssen Sie einen monatlichen Nachweis der Einkünfte führen/der DRV vorlegen - dann klappts auch. Bei mtl. schwankenden Einkünften könnten Sie die zulässige 400-EUR-Grenze vielleicht öfter überschreiten, als es Ihnen für die Rente lieb ist - das Jahreseinkommen bis 4800 zählt beim Monatsnachweis nicht.

Gruß
w.

von
F U N

Hallo gernsbacher,

in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis ist es zulässig, dass jemand während einer Rente vor erreichen der Regelaltersrente 12 x im Kalenderjahr bis zu 400,00 € hinzu verdient. Darüber hinaus darf dann noch 2 x im Kalenderjahr ein Hinzuverdienst von insgesamt 800,00 € ( 400,00 € regulär + 400,00 € wg. Urlaubsvertretung) verdienst werden.
Vereinbartes Urlaubs- oder Weihnachtsgeld etc., das zwar 1xmalig gezahlt wird, stellt aber ein regelmäßiges Überschreiten im Monat dar.

Bei einer selbständigen Tätigkeit wird ähnlich verfahren: Auszug aus dem Rechtshandbuch der DRV Bund zu § 34 SGB VI:

Auch bei Selbständigen sind die Hinzuverdienstgrenzen grundsätzlich monatlich zu prüfen. Das Arbeitseinkommen bei selbständig Tätigen kann jedoch oft nur unter großem Aufwand konkret monatlich festgestellt werden. Es ist daher regelmäßig pauschalierend zu ermitteln. Hierfür ist das in einem Kalenderjahr erzielte Arbeitseinkommen, welches sich grundsätzlich aus dem Einkommensteuerbescheid ergibt, durch die Anzahl der Monate zu dividieren, in denen die selbständige Tätigkeit bestanden hat. Das hieraus resultierende pauschalierte monatliche Arbeitseinkommen ist der jeweiligen monatlichen Hinzuverdienstgrenze gegenüberzustellen.

Das Arbeitseinkommen aus einer selbständigen Tätigkeit kann aber auch durch entsprechende (geeignete) Beweismittel (§ 21 SGB X) monatlich nachgewiesen werden. In Betracht kommt beispielsweise eine Bescheinigung des Steuerberaters oder eine wahrheitsgemäße Erklärung der Selbständigen, aus der - unter Berücksichtigung steuerrechtlicher und buchhalterischer Grundsätze - das monatliche Arbeitseinkommen hervorgeht, in Verbindung mit dem Einkommensteuerbescheid. Dabei ist zu prüfen, ob das jeweils monatlich angegebene Arbeitseinkommen in Summe über das Kalenderjahr betrachtet mit dem kalenderjährlich im jeweiligen Einkommensteuerbescheid festgestellten Arbeitseinkommen (in etwa) im Einklang steht.

Um die aufgeworfene Frage zu beantworten:
Auch ein selbständig Tätiger kann im Kalenderjahr bis zu 5.600 € zu einer Rente vor der Regelaltersrente verdienen, ohne dass dies einen unzulässigen Hinzuverdienst darstellt.

von
Schiko.

Grundsätzlich sind die 400 monatlich schon richtig. Als Aus-
nahme gilt aber auch, zweimal im Jahr dürfen es sogar 800
monatlich sein.

Zehnmal 400 ergeben 4.000 zweimal 800 1.600, somit aller-
höchst 5.600 auf das ganze Jahr gesehen.

MfG.

von
Wolfgang

Vorsicht Schiko. ...10 x 0 EUR Einkommen und 2 x 800 EUR stellen für einen Selbständigen auch schon - bei monatlichem Nachweis - die Obergrenze dar ;-)

Gruß
w.

Experten-Antwort

Die Frage wurde bereits umfassend beantwortet.