Hinzuverdienst-Arbeitszeit bei voller Erwerbsminderung

von
Willi-Unfallopfer

Es ist eine leichte Tätigkeit in Aussicht. Vier bis fünf mal im Monat(1xWoche) zu je 8 Stunden (Monitor anschauen und überwachen...). Da liege ich zwar unter 15 Std/Woche, aber es sind 8 und nicht 3 Std an diesen Tagen! Wie wird das von der RV bewertet? (Hinweis 400-Grenze ist klar!)Verliere ich meinen Status?Was, wenn ich das gesundheitl.nicht durchstehe? - auf keinen Fall will ich wieder so einen Kampf mit der RV führen. Aber ich würde so gern wieder "gebraucht" werden.

von
Auskenner

Im Normalfall wird die wirklich geleistete Stundenanzahl nicht gewertet, da die RV davon keine Kenntnis erhält.

In allererster Linie ist die 400 €
Grenze penibel einzuhalten.

Die dafür geleistete Studenanzahl ist - theoretisch zumindest - erstmal ohne Bedeutung.

ABER :

Wer eine volle EM-Rente zuerkannt bekommen hat, wurde ja als erwerbsfähig für nur unter 3 Std. täglich eingestuft. Dies ist also eine Grundvoraussetzung dafür um überhaupt eine volle EMR zu
erhalten. Ist diese Voraussetzungen nicht mehr gegeben und durch eine 8 stündige Tätigkeit dokumentieren Sie dies ja, sind SIE verpflichtet dies sofort zu melden und dann würde event. die Rente überprüft und im schlimmsten Falle entzogen werden.

Das wiederum macht natürlich kein Mensch...

Sollte die RV aber - auf welchen Wegen auch immer -
( z.b. Betriebsprüfung bei ihrem Arbeitgeber etc. ) -
doch davon Kenntnis erhalten, das Sie z.b. 8 Stunden ( auch wenn es nur 1 x pro Woche ist ) täglich arbeiten , KÖNNTE eine erneute Überprüfung ihrer EM-Rente angeordert werden.

Dann wird eben überpürft, ob Sie überhaupt noch die gesundheitlichen Bedingungen für eine volle EM-Rente erfüllen.

Sollten Sie eine befristete EM-Rente erhalten, könnte dies beim nächsten Verlängerungsantrag ein Thema werden und z.b. ein beauftragter Gutachter dann - falls er es erfährt -
daraus event. entsprechende Schlüsse zieht und keine weitere Berentung mehr vorschlägt.

Ich kann ihnen also nur raten,
genau abzuwägen inwieweit Sie bereit sind, das verbleibende Restrisiko zu tragen.

Experten-Antwort

Gemäß den Auflagen und Vorbehalten in Ihrem Rentenbescheid sind Sie verpflichtet, die Aufnahme einer Beschäftigung dem Rentenversicherungsträger mitzuteilen. Die Deutsche Rentenversicherung hat sodann zu prüfen, ob und ggf. in welchem Umfang noch ein Rentenanspruch besteht. Wer unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes im Rahmen einer 5-Tage-Woche ein Leistungsvermögen von 6 Std. täglich erbringt, ist nicht erwerbsgemindert.

von
Willi-Unfallopfer

Danke für den Hinweis - aber Sie als Expertin gehen nicht darauf ein, dass ich nur einen Tag in der Woche arbeiten würde! Es würde auf Kosten meiner Gesundheit gehen.ich kann nicht täglich arbeiten. UND es ist noch kein Job - weder ich, noch der evt.AG wissen, ob ich das geshundheitl.durchstehen könnte.
Also - wie sieht es dabei aus?

von
Schade

Das wird - wenn es der Verwaltung bekannt wird - als Einzelentscheidung zu beurteilen sein, somit kann die Expertin nichts konkretes sagen.
Kann sein, kann auch nicht sein, schaun wir mal....

von
Jack

Hallo Willi,

obwohl hier der Text der Bsetimmung wie folgt zitiert wird: "Wer unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes im Rahmen einer 5-Tage-Woche ein Leistungsvermögen von 6 Std.
t äg l i c h erbringt, ist nicht erwerbsgemindert."...
wird sie falsch interpretiert.
Es wird von einer t ä g l i c h e n Arbeitsleistung gesprochen.
Wenn Sie 1 x wöchentlich 8 Stunden arbeiten, so ist die keine tägliche Arbeitsleistung bezogen auf eine 5-Tage-Woche.
Sie haben somit 6 volle Wochentage zur Regeneration.
Eine tägliche Arbeitszeit von 2,5 Stunden (was ja eindeutig gestattet ist), kann wesentlich belastender sein als 1 x wöchentlich 8 Stunden.
Lt. meinen Erfahrungen werden von den meisten vollen EM-Rentner, die einen Hinzuverdienst haben, 15 Stunden wöchentlich unterschritten.
Bei den wenigsten ist allerdings die tägliche Arbeitszeit gleichmäßig (auf z. B. 2,8 Stunden) verteilt. Fast kein Arbeitsgeber kann einen solchen Nebenjob anbieten.
In der Praxis kommen so Arbeitswochen von z.B. 3 x 4 Stunden oder oder 2 x 7 Stunden zustande.
Von Problemen deswegen habe ich noch nie gehört.
'Experten-Äußerungen' gingen hier sogar von einer nicht unter 15 Stunden begrenzten Wochenarbeitszeit aus, so lange das Einkommen 400,00 Euro monatlich nicht überschreitet.
So weit würde ich persönlich nicht gehen.
Aber eine Gefahr für die volle EM-Rente zu sehen, nur weil die wöchentliche Arbeitszeit von unter 15 Stunden auf die Wochentage ungleich verteilt ist, höre ich das erste Mal.

von
Willi-Unfallopfer

Hallo Jack,
vielen Dank für die Antwort. Ich sehe das auch so und bin erleichtertert, dass es wohl auch so gehandhabt wird. Ich werde auf Nr.sicher gehen und mich vorher bei der RV erkundigen. Vielen Dank für Eure Mithilfe.
Gruss Willi