Hinzuverdienst bei Arbeitsmarktrente

von
Roman63

Liebes Expertenteam,
ich habe eine Arbeitsmarktrente seit 2008 (3-6 Std.) und könnte nun für einen Bekannten ein Projekt begleiten, bei dem ich mir die Zeit frei einteilen kann.
Ein Zeitrahmen von ca. 4-6 Monaten ist dafür angesetzt. Es sind ca. 1-1,5 Stunden tgl. aber höchstens 5 Stunden die Woche veranschlagt.
Allerdings möchte er dafür eine Rechnungsstellung haben. Dies würde nun so aussehen, dass ich selbständig tätig bin und somit würde nach meinen Informationen die Rente entfallen.

Nun meine Frage:
Darf man "auf Rechnung" tätig werden und was muss in solch einem Fall berücksichtigt werden? Wen muss ich davon informieren (da hab ich etwas gelesen)?
Ich müsste dann sicher auch Krankenkassenbeiträge etc. entrichten - woher bekommt man diese Informationen?

Für eine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Roman63,

man darf „auf Rechnung“ tätig sein, allerdings müssten Sie Ihrem Rentenversicherungsträger gegenüber nachweisen, dass Sie täglich nur unter drei Stunden tätig sind.
Einzelheiten hierzu können Sie auch unterfolgendem Link nachlesen:

http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_43R3.2.2.3.2

Die Grundsätze für abhängig Beschäftigte (Arbeitnehmer) gelten auch für Selbständige, so dass es im Rahmen des § 43 SGB 6 insoweit keiner Unterscheidung bedarf. Nicht zuletzt im Hinblick darauf, dass auch (arbeitnehmerähnliche) Selbständige mit einem Auftraggeber zum Personenkreis der in der Rentenversicherung Pflichtversicherten gehören, sollen beide Personengruppen prinzipiell auch gleiche Leistungen in Anspruch nehmen können. Der im Rahmen der Feststellung von teilweiser oder voller Erwerbsminderung als Maßstab dienende "allgemeine Arbeitsmarkt" schließt daher auch selbständige Erwerbstätigkeiten ein.
In der Konsequenz führt die Gleichbehandlung von Arbeitnehmern und Selbständigen etwa dazu, dass im Rahmen der konkreten Betrachtungsweise die Ausübung einer selbständigen Tätigkeit dann der Annahme eines verschlossenen (Teilzeit-) Arbeitsmarktes entgegensteht, wenn sie täglich 3 Stunden oder mehr umfasst (ISRV:AF:SGB 6 § 43 AFNR 34).
Angesichts der Tatsache, dass eine selbständige Erwerbstätigkeit im Regelfall eine Arbeitszeit von täglich 3 Stunden oder mehr erfordert, ist grundsätzlich - im Sinne einer widerlegbaren Vermutung - davon auszugehen, dass für einen Versicherten, der täglich 3 bis unter 6 Stunden unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes erwerbstätig sein kann, der (Teilzeit-) Arbeitsmarkt nicht verschlossen ist, wenn er selbständig tätig ist. Anders verhält es sich nur dann, wenn der Versicherte weniger als 3 Stunden täglich arbeitet.