Hinzuverdienst bei Erwerbsminderungsrente

von
Marion

Mein Mann erhält ab 01.02.2009 eine Erwerbsminderungsrente.
Hiermit bitte ich um Auskunft, wie ein Hinzuverdienst behandelt wird, wenn er die Grenze von 400,-- € übersteigt.
Wird die Rente dann um den gesamten Betrag gekürzt welcher Hinzuverdient wird, oder nur um den Betrag, welcher die 400,-- € übersteigt?
Ich möchten bemerken, dass der Hinzuverdienst monatlich regelmäßig 420,00 € betragen würde.
Kann es passieren, dass bei einem
Hinzuverdienst von monatlich 420,00 € die Rente in eine Teilrente umgewandelt würde?

von
Schade

Steht doch im Rentenbescheid!

Die höchste Teilrente ist die 2/3 Rente und im Bescheid steht, dass er die bekommt, wenn er zwischen 400 und XXX verdient.

Ich würde allerdings bei so einer Konstellation ein bißchen weniger arbeiten, damit ich nur 400 verdiene und erhalte die volle Rente.

Sollte doch ganz einfach sein....oder bei AG auf 20 € verzichten...

von
-_-

Es kann nicht nur, es wird dann nur eine Teilrente gezahlt! Die Entgeltgrenzen sind aber im Rentenbescheid auch genau genannt. Liegt man 1 Cent über 400,- EUR ... Teilrente.

Lediglich 2 mal kalenderjährlich darf man bis zum Doppelten, also 800,- EUR, hinzuverdienen. Wenn der Arbeitgeber nicht total unbegabt reagiert, kann er dass aber doch sicher einrichten. Man kann doch in einem Monat für 240,- EUR (oder in 2 Monaten für je 120,- EUR) mehr arbeiten, statt in 12 Monaten für jeweils 20,- EUR. Man sollte nur darauf achten (Arbeitsvertrag entsprechend abfassen!), dass diese Mehrarbeit nicht regelmäßig anfällt, sondern unerwartet. Sonst ist es nämlich auch gar kein "Minijob" mehr, sondern eine versicherungspflichtige Beschäftigung.

Es wäre dann ggf. auch zu überprüfen, ob die Erwerbsminderung überhaupt (noch) vorliegt.

von
Kthrin

Ich kriege eine volle Erwerbsminderungsrente, aber nur 60 euro im MOnat. Wenn ich jetzt arbeiten gehe und die Rentenversicherungsbeiträge bezahle ,wird meine Erwerbsminderungsrente erhöht? Und wenn sie erhöht wird,ab welchem Monat, gleich ab dem ersten Arbeitsmonat?

Und wird es eine Rolle spielen ob ich in den Werkstätten für Schwerbehinderten arbeiten würde oder normal?

von
Tanja

Liebe Marion,

ich kann mich dem Beitrag von 'Schade' nur anschließen.
Verzichten Sie auf 20,00 Euro und Sie haben keine Probleme.
Bedenken Sie auch, dass es neben der Kürzung der EM-Rente auch zu einer außerplanmäßigen Überprüfung der weiteren Rentenberechtigigung kommen kann, weil man nun hellhörig wird aufgrund Ihrer Leistungssteigerung.
Das kann ins Auge gehen.
Lassen Sie die Finger von den 20,00 Euro mehr im Monat.

von
-_-

Ist der Leistungsfall der Erwerbsminderung bereits eingetreten, werden die danach entrichteten Beiträge erst bei einem späteren Leistungsfall angerechnet (z. B. Altersrente, Hinterbliebenenrente).

Bei einer Rente wegen Erwerbsminderung von 60,- EUR haben Sie aber doch ohnehin vermutlich einen höheren Anspruch auf Sozialleistungen, als Sie rentenunschädlich hinzuverdienen können.

Das bei Arbeit in einer Werkstatt für Behinderte Menschen gezahlte Geld ist kein Arbeitsentgelt im Sinne der gesetzlichen Rentenversicherung. Die Werkstattbeschäftigten werden jedoch unabhängig von den häufig geringen Entgeltzahlungen wie andere Arbeitnehmer kranken-, pflege- und rentenversichert.

http://de.wikipedia.org/wiki/Behindertenwerkstatt#Arbeitsentgelt

von
Schade

in dieser Fragestellung stecken so viele Teilaspekte, dass es wohl sinnvoller wäre ein Beratungsgespräch zu suchen, weil ein Forum da m.E. überfordert ist.

Eine Arbeit in einer Werkstätte für behinderte Menschen (WfbM) wäre sicher unschädlich für den EM Anspruch - die gezahlten Beiträge würden die spätere Altersrente beeinflussen.

Eine freie Arbeit wäre ab 400 € beitragspflichtig, wer aber voll erwerbsgemindert ist und sich Gedanken über eine Arbeit in der WfbM macht, wird wohl schwerlich eine versicherte Arbeit machen können.
Findet man so einen Job, wäre man möglicherweise wieder "gesund" und die Rente fällt weg.

Fragen über fragen,.....

von Experte/in Experten-Antwort

Die Hinzuverdienstgrenze liegt laut Bescheid nun einmal bei 400 Euro. Sollte Ihr Mann jetzt regelmäßig 420 Euro verdienen, würde seine Rente im günstigsten Fall um ein Viertel gekürzt.

Eine einfache Anrechnung des übersteigenden Betrags konnte man mal vor langer Zeit bei Unwissenheit vereinbaren. Diese Zeiten sind lange vorbei...

Außerdem kann es zu einer Überprüfung seines Leistungsvermögens, also des Rentenanspruchs direkt, kommen. Bei einer vollen Erwerbsminderung wurde ein Restleistungsvermögen unter drei Stunden täglich attestiert, beziehungsweise eine verschlossener Arbeitsmarkt festgestellt. Auf einmal ginge Ihr Mann wieder einer versicherungspflichtigen Beschäftigung nach. Zumindest wirft es Fragen auf.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Kthrin,

Sie sollten vielleicht einen eigenen Beitrag eröffnen.
Bei einer WfB sieht die Sache anders aus.

von
Kthrin

Hallo,
Vielen Dank füe Ihre Hilfe. Aber was bedeutet eigentlich WfB? Sie haben mir geschrieben, ich solle vielleicht einen eigenen Beitrag eröffnen.

Eine andere Frage. Ich kriege eine sehr kleine EU-Rente und 80% schwerbehindert. Kann man vielleicht die Rente (60 euro) als Freibetrag bei der Sozialhilfe eingeben? Da gibt es doch Freibeträge für Schwerbehinderte.