Hinzuverdienst - Fahrkosten

von
Johann Reiter

Hallo Expertin, hallo Experte!

Frau W. (45 Jahre) bezieht seit 3 Jahren eine Rente wegen voller Erwerbsminderung und ist seit 1.1.2009 geringfügig beschäftigt (Arbeitsentgelt 400 € brutto, wöchentliche Arbeitszeit zirka 10 Stunden). Der Arbeitgeber würde neben den 400 € gerne noch einen Fahrkostenzuschuss von 30 € monatlich für den Weg von der Wohnung zur Arbeitsstätte (10 Entfernungskilometer zu 30 Ct = 3 € an 10 Arbeitstagen monatlich)zahlen und diesen Fahrkostenzuschuss pauschal mit 15 % versteuern, so dass er sozialversicherungsrechtlich nicht zum Arbeitsentgelt gehört.
Frage: Hat die Zahlung des Fahrkostenzuschusses von 30 € monatlich Auswirkungen auf den Rentenanspruch bzw. die Rentenhöhe oder ist die Zahlung rentenunschädlich?
Vielen Dank für Ihre Bemühungen.
Freundliche Grüße

von
Sigi

Hallo,

gute Frage die mich als betroffenen auch interessiert. Und wie sieht es aus mit Weihnachtsgeld oder einen Boni für besondere Leistung und ich damit die 400 € überschreite.

Gruß
Sigi

von
Wolfgang

Hallo Sigi,

> Weihnachtsgeld oder einen Boni für besondere Leistung und ich damit die 400 € überschreite.

rechnet eindeutig zum Einkommen/Hinzuverdienst mit.

Quelle:
http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_96AR2.1

R2.1 Arbeitsentgelt

Nach § 14 und § 17 SGB 4 >>>>(SGB 4 § 14 G0), >>>>(SGB 4 § 17 G0) zählen zum Arbeitsentgelt alle laufenden und einmaligen Einnahmen aus einer Beschäftigung, Familienzuschläge, Mehrarbeitsvergütungen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, vermögenswirksame Leistungen, Urlaubsabgeltungen und alle sonstigen zu versteuernden und sonstigen beitragspflichtigen Zuwendungen und Zuschüsse. Auch steuerfreie Sonn-, Feiertags- und Nachtzuschläge zählen seit dem 01.07.2006 zum sozialversicherungspflichtigen Arbeitsentgelt, soweit sie auf einem Grundlohn von mehr als 25 Euro je Stunde beruhen.
Als Hinzuverdienst ist beim Arbeitsentgelt der tatsächlich gezahlte Bruttobetrag - einschl. aller beitragspflichtigen Zuwendungen - anzusetzen. Dies gilt auch, wenn das tatsächlich ausgezahlte Arbeitsentgelt niedriger ist als das tarifvertraglich geschuldete Entgelt .

Im Hinblick auf Fahrkosten: "...und alle sonstigen zu versteuernden und sonstigen beitragspflichtigen Zuwendungen und Zuschüsse."

Gruß
w.

von
Sigi

Vielen dank für die schnelle und ausführliche Antwort.

Doch was heißt Stundenlohn über 25€ Brutto? Das verdient ja wohl keiner in einer geringfügigen Beschäftigung. Bei 8 € pro Stunde sieht es dann anders aus oder gilt generell die 400€ Obergrenze.

Gruß
Sigi

von
Wolfgang

Hallo Sigi,

> Doch was heißt Stundenlohn über 25€ Brutto?

Da geht in diesem Zusammenhang ausschließlich um: ... "steuerfreie Sonn-, Feiertags- und Nachtzuschläge" ...

die im Rahmen eine Mini-Jobs als Std-Lohn wohl kaum erzielt werden dürften.

Gruß
w.

von
Ehrlicher

Die 400€ dürfen doch um 800 € pro Jahr sowie
überschritten werden.

Bei 12 x 30€ = 360 € liegt Sie doch immer noch weit unter der Zuverdienstgrenze - zumindest aufs Jahr betrachtet.

von
sab

So dürfen Sie aber nicht rechnen!

Laut Angabe von Johann Reiter verdient die Versicherte mtl 400 € und es soll ein MONATLICHER Zuschuß von 30 € gewährt werden.

Wenn dieser Zuschuß anzurechnen wäre, wäre auch die Hinzuverdienstgrenze überschritten, da diese monatlich zu betrachten ist und eine unschädliche Überschreitung nur zwei mal jährlich bis zum doppelten möglich ist.

Eine Rechnung, wie Sie sie aufstellen:

12 mal 400 € + 12 mal 30 € macht 5160 € liegt also unter 5600 € (12 mal 400 € + 800 €) und ist unschädlich

darf NICHT erfolgen.

Solche falschen Überlegungen haben schon bei manchem Rentner zu bösen Überraschungen geführt.

Experten-Antwort

Hallo Johann Reiter,

so wie in Ihren Ausführungen geschildert, ist der Fahrkostenzuschuss nur pauschal zu besteuern und gehört somit nicht zum Arbeitsentgelt. Auf die Ausführungen Ihres Arbeitgebers wird verwiesen.

Als Hinzuverdienst ist er demnach nicht zu werten, so dass er keine Auswirkungen auf den Rentenanspruch bzw. die Rentenhöhe hat.

Wir empfehlen wir Ihnen bei der nächst gelegenen Auskunfts- und Beratungsstelle einen Termin zu vereinbaren, damit Sie individuell beraten werden können. Die Ihrem Wohnort nächst gelegene
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