Hinzuverdienst in den Monaten vor der Regelaltersrente im Jahr des Beginns der Regelaltersrente

von
Andreas

Liebe Experten,
am 1. Juli 2021 beginnt meine Regelaltersrente. Zur Zeit beziehe eine niedriege vorgezogene Rente ab 63 als langjähriger Rentner. Arbeite nebenbei noch weiterhin als Selbstständiger. Wieviel kann ich in diesem Jahr hinzuverdienen ohne das mir die Rente gekürzt wird? Sind das die ca. 46000 € oder nur ca. 23000 €.

von
Siehe hier

Zitiert von: Andreas
Liebe Experten,
am 1. Juli 2021 beginnt meine Regelaltersrente. Zur Zeit beziehe eine niedriege vorgezogene Rente ab 63 als langjähriger Rentner. Arbeite nebenbei noch weiterhin als Selbstständiger. Wieviel kann ich in diesem Jahr hinzuverdienen ohne das mir die Rente gekürzt wird? Sind das die ca. 46000 € oder nur ca. 23000 €.

Hallo Andreas,

in der Zeit des Bezuges der vorgezogenen Altersrente (also 1-6/21) dürfen Sie 46.060,00 EUR hinzuverdienen.
Danach dann unbegrenzt (weil Regelaltersrente).

hier mit Beispielen nachzuvollziehen:

https://www.haufe.de/personal/haufe-personal-office-platin/hinzuverdienst-212-jahresgrenze-46060eur_idesk_PI42323_HI13769119.html

Da als Selbstständiger Ihr Einkommen aber nicht monatlich zugeordnet werden kann, würde die Hälfte des Jahreseinkommens auf die ersten sechs Monate des Jahres 'fiktiv' verteilt und davon dann der für die vorgezogene Altersrente maßgebliche Jahresfreibetrag abgezogen werden (hier kommt es nicht darauf an, zu welchem Zeitpunkt Sie diesen Betrag innerhalb des Rentenbezugszeitraums tatsächlich erwirtschaftet haben).

60.000 EUR Jahresverdienst / 2 = 30.000,00 für Zeitraum 1-6/21.
Keine Anrechnung als Hinzuverdienst auf Rente.

120.000 EUR Jahresverdienst / 2 = 60.000 für Zeitraum 1-6/21.
Freibetrag wird um 13.940,00 EUR überschritten, entsprechend Anrechnung als Hinzuverdienst.

Das bedeutet, dass in 2021 bis zu einem Jahresverdienst von 92.120,00 EUR bei Ihrer Konstellation keine Anrechnung als Hinzuverdienst erfolgt.

Berücksichtigen Sie bei Ihren Berechnungen, dass als Jahresverdienst das nach GuV-festgestellte steuerpflichtige Einkommen maßgeblich ist.

Experten-Antwort

Hallo Andreas,

auf Ihre eigentliche Frage lautet die Anwort 46.060,00 Euro.

Sollte Ihr Gesamtjahreseinkommen für 2021 diesen Betrag nicht überschreiten sind die nachfolgenden Ausführungen für Sie nicht von Bedeutung.

Zu den Ausführungen von User Siehe hier ein paar Anmerkungen:

Es ist zutreffend, dass für die Frage des Einhaltens der Hinzuverdienstgrenze nur das in den Monaten Januar bis Juni erzielte Einkommen maßgeblich ist. Bei Selbständigen ist die Zuordnung des Jahreseinkommens zu einzelnen Monaten jedoch nicht ohne Weiteres möglich.

Nicht zutreffend sind die Aussagen zur fiktiven Verteilung. Eine solche pauschalierte Betrachtung findet nur statt, wenn der Selbständige den steuerpflichtigen Gewinn im Wege des Betriebsvermögensvergleichs ermittelt.

Wird der Gewinn im Wege der Einnahmenüberschussrechnung ermittelt, findet eine pauschalierte Verteilung nicht statt.
Dann kann auf Antrag bei Vorlage einer separaten Einnahmenüberschussrechnung für die Monate Januar bis Juni sowie geeigneter Nachweise der dort ermittelte Betrag zu Grunde gelegt werden.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Expertenteam

von
Siehe hier

Zitiert von: Experte/in
...

Wird der Gewinn im Wege der Einnahmenüberschussrechnung ermittelt, findet eine pauschalierte Verteilung nicht statt.
Dann kann auf Antrag bei Vorlage einer separaten Einnahmenüberschussrechnung für die Monate Januar bis Juni sowie geeigneter Nachweise der dort ermittelte Betrag zu Grunde gelegt werden.
...

Danke für diese Richtigstellung bzw. den Hinweis auf diese Möglichkeit.

Wenn also der steuerpflichtige Gewinn nach GuV ermittelt wird, kann es sich für den Fragesteller ggfs. rechnen, die Leistungen so spät wie möglich abzurechnen, wenn gleichzeitig eine IST-Versteuerung üblicherweise angewandt wird ;-)

Näheres dazu weiß auch der zuständige Steuerberater...

von
Andreas

Vielen Dank für die ausführlichen Informationen. Es ist eine sehr komplizierte Materie. Da muss ich nochmal meinen Steuerberater und eventuell die Rentenversicherung befragen.
Mit freundlichen Grüßen
Andreas

von
Andreas

Vielen Dank für die ausführlichen Informationen. Es ist eine sehr komplizierte Materie. Da muss ich nochmal meinen Steuerberater und eventuell die Rentenversicherung befragen.
Mit freundlichen Grüßen
Andreas

von
Andreas

Vielen Dank für die ausführlichen Informationen. Es ist eine sehr komplizierte Materie. Da muss ich nochmal meinen Steuerberater und eventuell die Rentenversicherung befragen.
Mit freundlichen Grüßen
Andreas

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