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Hinzuverdienst Mieteinnahmen

von
Richard

Sehr geehrtes Forum,
bei Rentenbezug mit Abschlägen vor Erreichen der Regelaltersgrenze muss ich nur in bestimmten Fällen auch Miteinnahmen als Hinzuverdienst beachten. Einnahmen aus Vermietung von Wohnräumen zählen m.W. nicht dazu, wohl aber Einnahmen aus Vermietung von gewerbl.Räumen. Ist das grundsätzlich bei Vermietung zu gewerbl. Zwecken so oder nur dann, wenn die Mieträume bisher schon gewerbl. Räume waren und der neue Mieter diese unter dem bisherigen Firmennamen (z.B. weil der bisherige Nutzer verstorben ist) anmietet und weiterführt? Hintergrund: In meinem Fall handelt es sich um eine ganz normale aber renovierungsbedürftige Wohnung in einem Mehrfamilienhaus, die als Kunstatelier vermietet werden soll? Der Mieter ist kein Hobbykünstler, sondern Profi und arbeitet als sog. Kleinunternehmer.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung und freundliche Grüsse
Richard

von
zelda

Hallo Richard,

die Rentenversicherung richtet sich nach den Feststellungen des Finanzamtes:

1. Werden die Mieteinnahmen (- die Ausgaben) als Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung im Steuerbescheid aufgeführt, so liegt kein Arbeitseinkommen und somit kein Hinzuverdienst vor.

2. Werden die Mieteinnahmen jedoch im Steuerbescheid als Einkünfte aus einer selbständigen Tätigkeit / einem Gewerbebetrieb dargestellt, so liegt ein Arbeitseinkommen und somit auch ein Hinzuverdienst vor.

Es ist also uninteressant, wie der Mieter die Wohnung / das Haus nutzt.

Zum Nachlesen:

Auszug aus dem RH der DRV Bund:

„Nicht zum Arbeitseinkommen gehören die Einkünfte nach § 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 bis 7, Abs. 2 Nr. 2 EStG), das heißt
• Einkünfte aus Kapitalvermögen (§ 20 EStG),
• Einkünfte aus Vermietung oder Verpachtung (§ 21 EStG) und
• Sonstige Einkünfte (§ 22 EStG).

Werden jedoch vom Finanzamt zum Beispiel aus Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung Einkünfte aus Gewerbebetrieb oder Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft festgestellt, stellen diese Einkünfte Arbeitseinkommen und damit Hinzuverdienst dar. „

bzw. AA der DRV- Regionalträger:

R3.5.1 Besonderheiten bei Vermietung und Verpachtung

Bei diesen Einkünften ist steuerrechtlich - nach entsprechender Erklärung gegenüber dem Finanzamt und Versteuerung der Wertsteigerung - eine Überführung in das Privatvermögen möglich. Arbeitseinkommen i. S. des § 34 Abs. 2 SGB 6 wird immer dann (noch) bezogen, wenn diese Einkünfte weiterhin steuerrechtlich z. B. als Einkünfte aus Gewerbebetrieb (und nicht als Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung) behandelt werden.
Einnahmen aus einem (teilweise oder vollständig) verpachteten Betrieb sind somit Arbeitseinkommen, wenn sie im Einkommensteuerbescheid als Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb oder selbständiger Arbeit ausgewiesen sind. Ob eine selbständige Tätigkeit tatsächlich ausgeübt wird, ist in diesem Zusammenhang unmaßgeblich (ISRV:AF:SGB 4 § 15 AFNR 1). Pachteinnahmen stellen nur dann kein Arbeitseinkommen dar, wenn sie nicht der Einkommensteuer unterliegen oder als "Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung" im Steuerbescheid erscheinen (ISRV:NI:RBRTB 2/95 3) (ISRV:NI:RBRTN 1/96 5).

Quelle hierzu: http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_34R3.5.1

MfG

zelda

Experten-Antwort

Wenn die Mieteinnahmen steuerrechtlich berechnet werden, liegt ein Hinzuverdienst für die Rente vor, und ist zu melden.