Hinzuverdienst zwischen ATZ und Rente

von
Leo

Bin Jahrgang 1949 und noch bis Oktober 2012 in passiver Altersteilzeit. Habe jetzt ein Angebot für eine freiberufliche Tätigkeit von etwa 2,5 Jahren für den Zeitraum "Nach dem Ende der passiven ATZ" (dann werde ich 63 sein) und "Antragstellung auf bzw. Bezug der Altersrente".
Gibt es hier Einkommensgrenzen und falls ja, wie hoch sind diese?
Danke für belastbare Informationen.

von
Schade

Da Sie in der fraglichen Zeit noch nicht Rentner sind, kann es diesbezüglich auch keine Zuverdienstgrenzen geben.

Nur wenn Sie vor Beginn der Regelaltersrente tatsächlich in Rente gehen, gibt es neben der Rente auch Verdienstgrenzen.

Warum sollte sich die DRV darum kümmern müssen ob ein "Noch nicht Rentner" irgendwelche Grenzen einhält?

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Leo,

wie Schade Ihnen bereits geschrieben hat, gibt es aus Sicht der Rentenversicherung für Ihren Verdienst v o r der Rente keine Hinzuverdienstgrenzen.

von
ATZ-Vertrag

Achtung ! Schauen sie in ihren ATZ-Vertrag ob dies möglich ist. Evtl. hat ihr alter Arbeitgeber Einzahlungen auf ihr Rentenkonto getätigt, damit sie nach der passiven Phase abschlagfrei in die Rente gehen können. Dann müssen sie umdenken.

von
W*lfgang

> Bin Jahrgang 1949 und noch bis Oktober 2012 in passiver Altersteilzeit. Habe jetzt ein Angebot für eine freiberufliche Tätigkeit von etwa 2,5 Jahren für den Zeitraum "Nach dem Ende der passiven ATZ"

Hallo Leo,

Sie meinen tatsächliche die Phase nach aktivem Ende bis Rentenbeginn (die passive Phase) ?!

Natürlich kann es da Einkommensgrenzen geben (nicht Hinzuverdienstgrenzen, die sich auf laufenden Rentenbezug beziehen, wie die beiden folgenden Antworten (Schade/Experte) gedeutet haben). Diese Einkommensgrenzen ergeben sich aus dem ATZ-Vertrag und dem ATZ-Gesetz. Grundsätzlich ist lediglich _auch in der passiven Phase_ nur ein Mini-Job (max. 400 EUR) zulässig und grundsätzlich auch nicht beim selben Arbeitgeber. Beim selben Arbeitgeber würde jeglicher Arbeitseinsatz dazu führen, dass Sie die "Reduzierung der Arbeitszeit auf die Hälfte" während der gesamten ATZ-Phase (aktiv wie passiv) schon mit der ersten Minute Mehrarbeit überschreiten würden und damit die Voraussetzungen für die ATZ nicht mehr erfüllen würden - Rückzahlungen Ihrerseits anstehen können, ggf. Förderleistungen des Arbeitsamtes entfalllen, die ATZ wegen Störfall rückabzuwickeln ist.

Wenn Ihnen der selbe Arbeitgeber eine 'freiberufliche Tätigkeit anbieten sollte, wäre generell zu hinterfragen, ob es sich nicht um eine 'Scheinselbständigkeit' handelt. Bei einem anderen Arbeitgeber sind ggf. die (tariflichen) Bedingungen für Nebentätigkeiten beim gegenwärtigen Arbeitgeber abzuklären.

Für die Rente ab 65 wird es wahrscheinlich wurscht sein, ob Sie die ATZ-Voraussetzungen einhalten, da Sie vermutliche die ATZ eh nicht vor 2007 sondern eher in 2009 noch als letzte tarifvertragliche Möglichkeit abgeschlossen haben. Ich gehe davon aus, dass Sie 45 Jahre Pflichtbeiträge zusammen haben und somit die Altersrente an besonders langjährig Versicherte erhalten können, ohne auf die Gültigkeit der ATZ (bei Altersrente nach ATZ ab 65 ohne Abschlag) angewiesen wären. Andernfalls könnte es plötzlich einen Abschlag von 0,9 % geben.

Sie sollten den Hinzuverdienst in der passiven Phase mit Arbeitgeber und Arbeitsamt klären, ob schädliche Auswirkungen dadurch entstehen. Auch ein Gespräch mit einer Beratungsstelle der DRV kann nicht schaden, ob eine 'kaputte' ATZ Einfluss auf die Rente ab 65 haben könnte.

Gruß
w.

von
Leo

Zuerst meinen Dank an Euch alle.

Hallo W*lfgang,

laß mich das bitte deutlicher formulieren:
Der Freizeitblock meiner ATZ endet am 31.10.2012 und ich habe ab dem 01.11.2012 (mit dann 63 Jahren) zwei Optionen:
a) Noch etwa 2,5 Jahre als Freiberufler zu arbeiten => GIbt es hier eine Einkommensgrenze und wo liegt diese?
oder
b) Demnächst Altersrente mit einem Beginn am dem 01.11.2012 zu Beantragen.
Bei b) weiß ich dass; weil zu diesem Zeitpunkt noch nicht 65 Jahre alt, nur eine sog. geringfügige Beschäftigung rentenunschädlich ist.
Meine Frage bezieht sich nur auf a); Freiberufler in einer Interimszeit nach dem Ende der ATZ und vor dem Rentenantrag.

Zitiert von: W*lfgang

> Bin Jahrgang 1949 und noch bis Oktober 2012 in passiver Altersteilzeit. Habe jetzt ein Angebot für eine freiberufliche Tätigkeit von etwa 2,5 Jahren für den Zeitraum "Nach dem Ende der passiven ATZ"

Hallo Leo,

Sie meinen tatsächliche die Phase nach aktivem Ende bis Rentenbeginn (die passive Phase) ?!

Natürlich kann es da Einkommensgrenzen geben (nicht Hinzuverdienstgrenzen, die sich auf laufenden Rentenbezug beziehen, wie die beiden folgenden Antworten (Schade/Experte) gedeutet haben). Diese Einkommensgrenzen ergeben sich aus dem ATZ-Vertrag und dem ATZ-Gesetz. hGrundsätzlich ist lediglich _auch in der passiven Phase_ nur ein Mini-Job (max. 400 EUR) zulässig und grundsätzlich auch nicht beim selben Arbeitgeber. Beim selben Arbeitgeber würde jeglicher Arbeitseinsatz dazu führen, dass Sie die "Reduzierung der Arbeitszeit auf die Hälfte" während der gesamten ATZ-Phase (aktiv wie passiv) schon mit der ersten Minute Mehrarbeit überschreiten würden und damit die Voraussetzungen für die ATZ nicht mehr erfüllen würden - Rückzahlungen Ihrerseits anstehen können, ggf. Förderleistungen des Arbeitsamtes entfalllen, die ATZ wegen Störfall rückabzuwickeln ist.

Wenn Ihnen der selbe Arbeitgeber eine 'freiberufliche Tätigkeit anbieten sollte, wäre generell zu hinterfragen, ob es sich nicht um eine 'Scheinselbständigkeit' handelt. Bei einem anderen Arbeitgeber sind ggf. die (tariflichen) Bedingungen für Nebentätigkeiten beim gegenwärtigen Arbeitgeber abzuklären.

Für die Rente ab 65 wird es wahrscheinlich wurscht sein, ob Sie die ATZ-Voraussetzungen einhalten, da Sie vermutliche die ATZ eh nicht vor 2007 sondern eher in 2009 noch als letzte tarifvertragliche Möglichkeit abgeschlossen haben. Ich gehe davon aus, dass Sie 45 Jahre Pflichtbeiträge zusammen haben und somit die Altersrente an besonders langjährig Versicherte erhalten können, ohne auf die Gültigkeit der ATZ (bei Altersrente nach ATZ ab 65 ohne Abschlag) angewiesen wären. Andernfalls könnte es plötzlich einen Abschlag von 0,9 % geben.

Sie sollten den Hinzuverdienst in der passiven Phase mit Arbeitgeber und Arbeitsamt klären, ob schädliche Auswirkungen dadurch entstehen. Auch ein Gespräch mit einer Beratungsstelle der DRV kann nicht schaden, ob eine 'kaputte' ATZ Einfluss auf die Rente ab 65 haben könnte.

Gruß
w.

von
Jockel

....die Frage (zu a.)) wurde bereits von "Schade" beantwortet.

von
W*lfgang

Zitiert von: Leo

laß mich das bitte deutlicher formulieren:

Hallo Leo,

ich muss mich entschuldigen, ich hab es zunächst etwas undeutlicher meinerseits gelesen (obwohl, beim 3. Nachlesen die Phase nach Ende der ATZ mit dem Mehrverdienst auch ich nun verstanden habe :-)

Seitens der DRV ist es egal, ob Sie nach der ATZ in Rente gehen oder nicht, das haben meine Vorredner auch schon so gesagt.

Im Hinblick auf die Nach-ATZ-Phase kommt es auf Ihren Arbeitgeber an, ob er Ihnen 'wegen nicht direkt in Rente danach' Probleme bereiten kann, oder nicht. Ggf. im Hinblick auf Abfindungen danach, weil 'Leo geht dann in Rente' ...das Gespräch mit dem AG würde ich zunächst suchen, bzw. die Folgebedingungen des ATZ-Vertrages klären.

Für die DRV ist nach wie vor 'schnurtz', was nach Ende der ATZ/Einkommensgrenzen passiert ...etwaige ATZ-Regelungen/Vertrauensschutzregelungen hängen nur vom Zeitpunkt der Vereinbarung dieser Regelungen ab - nicht, ob sie später noch Bestand haben. VOR Rentenbeginn gibt es keine Einkommensgrenze, nicht wegen der künftigen Rente.

Zum Thema 'Freiberufler' empfiehlt sich doch eine vorhergehende Beratung bei der DRV ...im Hinblick auf etwaige 'Scheinselbständigkeit' habe ich oben eine kurze Anmerkung gemacht (Statusfeststellung seitens der DRV schafft Klarheit).

Kurzum, wegen der Rente gibt es keine Einkommensgrenzen wegen eine Folgebeschäftigung/-tätigkeit ...so lange der ATZ-Vertrag keine Knebeln vorsieht - das ist mit dem AG zu klären.

Gruß
w.