Hinzuverdienstgrenze bei Altersrente vor Regelaltersgrenze

von
Pruefer 11

Liebe Experten,
die Hinzuverdienstgrenze liegt bei 400€ monatlich. Bei unselbständiger Beschäftigung ist das der monatliche Bruttoverdienst. Wie ist es bei einer nebenbruflichen selbständigen Arbeit?In diesem Fall wird der Gewinn aus der selbständigen Tätigkeit erst zum Ende des Geschäftsjahres ermittelt.Ist es hier so, dass lediglich der Gewinn von 4800€ jährlich nicht überschriiten werden darf bzw 5600€,wenn man berücksichtigt, dass zweimal im Jahr die Hinzuverdienstgrenze von 400€ um das doppelte überschritten werden darf?

von
Mr Snow

Es handelt sich um eine MONATLICHE Hinzuverdienstgrenze. NICHT um eine jährliche. Monatlich darf nicht mehr als 400 Euro hinzuverdient werden.

von
...

Die Möglichkeit des zweimaligen Überschreitens der HZV-Grenze ohne Auswirkungen auf die Rente gibt es bei freiberuflilcher/selbständiger Tätigkeit nicht, da eben der Zufluß des Einkommens meist nicht genau einem Monat zugerechnet werden kann.

D.h. die RV nimmt das zu versteuernde EK laut EK-Steuer-Bescheid, teilt durch 12 und dieser durchschnittliche mtl. Betrag darf 400 Euro nicht überschreiten (im Umkehrschluß = 4800Euro im Jahr)

von
Knut Rassmussen

Das zweimalige Überschreiten ist zulässig!

Dazu ist aber der Nachweis der monatlichen Einkünfte erforderlich. Das Pauschale zwölfteln der Jahreseinkünfte ist nur ein Hilfsmittel. Das exakte monatlich Gegenüberstellen kann aber auch zur nachteiligen Situation führen, dass in mehr als 2 Monaten die 400 EUR überschritten werden, obwohl das Jahreseinkommen 4800 EUR nicht überschreitet.

Bei der pauschalen Betrachtun g ist auch folgende Sonderkonstellation zu beachten:

Ergibt sich jedoch zum Beispiel für das Folgejahr ein höheres pauschalierend ermitteltes Arbeitseinkommen als im Vorjahr, ist das zweimalige Überschreiten der Hinzuverdienstgrenze in den Monaten Januar und Februar des Folgejahres zulässig.

Experten-Antwort

Hallo Prüfer 11,

das monatliche Arbeitseinkommen aus selbstständiger Tätigkeit ist grundsätzlich pauschalierend zu ermitteln. Für die Ermittlung des Hinzuverdienstes aus selbstständiger Tätigkeit ist daher analog § 165 SGB VI ein Zwölftel des Jahreseinkommens gemäß dem entsprechenden Steuerbescheid bzw. bei Erstfestsetzung der Rente ein Zwölftel des vom Steuerberater geschätzten Jahreseinkommens in Ansatz zu bringen. Eine Ausnahme von der kalenderjährlichen Betrachtungsweise gilt, wenn die Tätigkeit nicht während des gesamten Kalenderjahres (z. B. wegen Aufnahme oder Aufgabe eines selbstständigen Gewerbebetriebes oder Wechsel von einer abhängigen Beschäftigung in eine selbstständige Tätigkeit) ausgeübt wird.

Weist der Versicherte sein monatliches Arbeitseinkommen nach (um z. B. von dem zweimaligen Überschreitensrecht Gebrauch zu machen), wird dieses monatlich nachgewiesene Arbeitseinkommen bei der Prüfung der Hinzuverdienstgrenzen berücksichtigt.

Ein zulässiges Überschreiten der Hinzuverdienstgrenze ist damit grundsätzlich nur in Fällen des Nachweises des monatlichen Einkommens möglich.

von
Pruefer 11

Liebe Mitarbeiter,
vielen Dank für die Mitarbeit.Die Antworten sind etwas unterschiedlich ausgefallen.Überzeugt hat mich jedoch die Darstellung des Experten.Nur noch eine Frage zu den Ausführungen. Ist es so, wenn die Rente am 01.04. des Jahres beginnt, das Jahreseinkommen lt. Steuerbescheid für das betreffende Jahr höchstens 3600.-€ (9 x 400= 3600€)betragen darf?

Experten-Antwort

Hallo Prüfer 11,

nein. In diesem Fall darf das Einkommen 4800 Euro/Jahr betragen. Lediglich im umgekehrten Fall (Rente seit 01.01., selbständige Tätigkeit seit 01.04.) dürfte der Gewinn 3600 Euro (9 Monate zu 400 Euro) nicht übersteigen.

von
Pruefer 11

Lieber Experte,
sie haben mir geholfen.
Vielen Dank!