Hinzuverdienstgrenze bei Witwen- und teilweiser Erwerbsminderungsrente

von
Marion Müller

Hallo,
Aufgrund eigener Krankheit erhalte ich seit 2009 eine Teilerwerbsminderungsrente von der Landwirtschaftlichen Alterskasse in Höhe von 213,80. Außerdem erhalte ich die große Witwenrente in Höhe von 272,77 vom DRV und gleichzeitig von der Landwirtschaftlichen Alterskasse (mein Mann war Landwirt und hatte gleichzeitig einen Teilzeitjob) in Höhe von 203,50.
Seit 2008 habe ich einen Minijob und verdiene hier 640,-- Euro Brutto (netto 480). Außerdem erhalte ich Pachtzahlungen in Höhe von 3700 Euro im Jahr.

Bisher hatte ich keine Abzüge wegen Überschreitung der Hinzuverdienstgrenze, da mir jedoch ein paar Stunden mehr Arbeit und somit eine Gehaltserhöhung auf 780 Euro angeboten wurden, bin ich mir nun nicht ganz sicher, ob ich damit die Hinzuverdienstgrenz evtl. überschreiten würde?

Für eine Hilfestellung bin ich sehr dankbar!

Viele Grüße Marion Müller

Experten-Antwort

Hallo Marion Müller,

Sie müssen unterscheiden zwischen dem Hinzuverdienst zu Ihrer Erwerbsminderungsrente und der Einkommensanrechnung auf die Witwenrenten.

1. Erwerbsminderungsrente
Die Hinzuverdienstgrenze für eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderungsrente in voller Höhe beträgt in der landwirtschaftlichen Altersversorgung das 0,69fache der Bezugsgröße. Das wären aktuell 1811,25 Euro (West) bzw. 1545,60 (Ost). Mit einem Verdienst von 780 Euro hätten Sie das eingehalten. Die Pachtzahlung hat hier keine Auswirkung, es sei denn, sie ist im Steuerbescheid als "Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft" aufgeführt.

2. Witwenrenten
Auf Witwenrenten werden Einkommen wie eigene Renten und Arbeitsentgelt angerechnet. Unter bestimmten Voraussetzungenkann hier auch die Pachtzahlung zur Anrechnung kommen - aber das ist ja sicher in der Vergangenheit schon geprüft worden.

Wenn wie bei Ihnen Anspruch auf Witwenrente sowohl aus der Rentenversicherung als auch aus der Alterssicherung für Landwirte besteht, dann wird das Einkommen zuerst auf die RV-Rente angerechnet. Der Freibetrag beträgt dabei derzeit 741,05 (West) bzw. 657,89 (Ost).

Anzurechnen wären circa:

Rente 213 - 13 % = 185
Entgelt 780 - 40 % = 468
insgesamt: 653 = unter Freibetrag

Nach meiner überschlägigen Berechnung sollte es also nicht zur Anrechnung kommen. Sie sind tritzdem verpflichtet, VEränderungen des Einkommens dem Rentenversicherungsträger mitzuteilen. Außerdem sollten Sie darauf achten, dass sich die neue Stundenzahl im Rahmen Ihres festgestellten Leistungsvermögens bewegt.

Zu guter letzt: Mit 640 oder 780 Euro kann es sich natürlich nicht um einen echten "Minijob" handeln - ich gehe also davon aus, dass Sie für die Beschäftigung Beiträge zur Rentenversicherung zahlen, oder?

von
Marion Müller

Herzlichen Dank für Ihre Erläuterungen, denen ich soweit sehr gut folgen kann.

Erlauben Sie mir noch die Nachfrage: Welche Voraussetzungen gibt es, damit die Pachtzahlungen ebenfalls zur Anrechnung kommen? Bisher wurden diese nicht angerechnet (lt. Rentenbescheid). Wo kann ich entnehmen, dass dies geprüft wurde?
Die Pachteinnahmen werden im Steuerbescheid als "Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung" ausgewiesen.

Ich bin immer meiner Mitteilungs- und Mitwirkungspflicht nachgekommen und werde natürlich auch diese anstehende Gehaltserhöhung allen Versicherungsträgern mitteilen.
Danke auch für Ihre Hinweise zum festgestellten Leistungsvermögen - dies wird durch die wenigen Stunden mehr keinesfalls überschritten.

Ja - es handelt sich nicht um einen Minijob (dies hatte ich falsch in Erinnerung), sondern um einen sozialversicherungspflichtigen Job in der Gleitzone.

VG M. Müller