Hinzuverdienstprüfung bei H-Rentenantrag

von
witwer_mit_mieteinnahmen

Ich bin Witwer und im Aug.1940 geboren. Da ich in nicht unbeträchtlicher Höhe Mieteinnahmen habe, frage ich mich, ob ich überhaupt H-Rentenanspruch mit Rentenauszahlung habe. Wovon ist die Hinzuverdienstprüfung abhängig? Bitte nicht so "verschlüsselt" antworten.

von
Rosanna

Was meinen Sie mit "verschlüsselt"? ;-))

Vorausgesetzt, Ihre verstorbene Ehefrau hatte die Wartezeit von 5 Jahren erfüllt, besteht grundsätzlich ein Witwerrentenanspruch.

Da Sie VOR dem 02.01.1962 geboren sind und wenn Sie vor dem 01.01.2002 geheiratet haben (was ich vermute), besteht Anspruch auf die Witwerrente nach ALTEM Recht.

Das bedeutet in Ihrem Fall, dass MIETEINNAHMEN NICHT auf die Witwerrente angerechnet werden.

Es handelt sich bei der Anrechnungsvorschrift des § 97 SGB VI auch nicht um eine "Hinzuverdienstgrenze", sondern um einen FREIBETRAG von zur Zeit mtl. 701,18 EUR. Nur wenn dieser Freibetrag durch eine eigene Rente (bei Ihnen evtl. die Altersrente) oder Erwerbseinkommen (sprich: Entgelt) oder Erwerbsersatzeinkommen (sprich: Kranken- oder Arbeitslosengeld) überschritten wird, kommt es zu einer Kürzung der Witwerrente. Die ersten 3 Monate erfolgt aber keine Einkommensanrechnung, d.h., es werden 100 % und danach 60 % gezahlt.

Die Witwerrente wird aber nicht für mehr als 12 Kalendermonat - vom Antrag an gerechnet - rückwirkend gezahlt. Sofern Sie schon länger verwitwet sein sollten, wäre es ratsam, UMGEHEND den Antrag auf Witwerrente bei der DRV zu stellen.

MfG Rosanna.

von
Schiko.

Will ja nicht nachgackern aber vielleicht noch ergänzungen machen, es geht ihnen darum zu erfahren wie neben miete auch andere einkünfte eine eventuelle witwen bruttorente kürzen
könnte. Geh mal von 585,13 ( 60%) bruttorente als anhaltspunkt aus.

Haben sie noch arbeitseinkommen werden zur anrechnung vom brutto 40 % gekürzt.
Hinzu kommen noch 3 Prozent wegen der neuen rentenversteuerung.

Bekommen sie bereits rente wird statt der 40 % vermindung gleich die eigene nettorente
als ausgangspunkt angesetzt.

Will dies an einem erfundenen rechenbeispiel erläutern, hoffentlich "unverschlüsselt".

1.200,00 eigene nettorente - minus
0.036,00 3% w. rentensteuer-minus
0.701,18 immer das 26,4 fache des rentenwertes, derzeit 26,56 euro in west anrechnungs-
----------- frei.
0.462,82 anrechnungspflichtig mit 40% euro 185,13.

Dies bedeutet, die mit 585,13 angenommen witwenrente vermindert sich auf( 585,13-185,13)
euro 400 brutto, hiervon sind ( -neu ab 1.1.09 ) 10,15 % kranken/pflegevers .aufzubringen.

An ihrer eigenen rente ändert sich nichts, zwecks chronistenpflicht, ohne eigene kinder
kommen noch 0,25% pflegeversicherung zu 10,15 % hinzu..

Mit freundlichen Grüßen.

von
Unbekannt

Hallo Rosanna,

Sie haben zwar grundsätzlich Recht aber eine wichtige Ausnhame haben Sie vergessen:

Sollten es sich um gewerbliche Mieteinnahmen handeln, sind dass dann keine Mieteinnahmen sondern Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit.

Hierbei wird dem Steuerrecht gefolgt: Sollte es für das Finanzamt gewerbliche Mieteinnahmen sein, wird es angerechnet. Ein Blick in die Steuererklärung gibt Aufschluss.

Selbst wenn man persönlcih der Meinung ist, dass ein keine gewerblichen Mieteinnahmen sind, hat das noch nichts zu sagen. Mehrere "private" Mieteinnahmen werden beim Finazamt sehr schnell zu "gewerblichen" Mieteinnahmen.

Experten-Antwort

Den Beiträgen von "Rosanna" und "Unbekannt" ist nichts hinzuzufügen.

von
Rosanna

Schiko,

wie kommen Sie darauf, dass die "Rentensteuer" bei der Einkommensberechnung nach § 97 SGB VI ebenfalls zu berücksichtigen ist??

>0.036,00 3% w. rentensteuer-minus<

Das ist schlichtweg falsch.

Experten-Antwort

Bei der Berechnung der Höhe des zu berücksichtigenden Einkommen ist bei Fällen bis 31.12.2010 pauschal 3% abzuziehen. Diese wurden, wegen der Steuerbelastung ab 01.07.2007 eingeführt.

von
Rosanna

Sorry, dann nehme ich alles zurück! ;-))

von
???

Schiko würde jetzt OH HOSANNA schreiben, vielleicht kommt es ja noch.
So sind halt rechthaberische alte Weiber die immer alles besser wissen

von
Rosanna

@???

Na, schon wieder Freigang?

von
Schiko.

Auch beim wetter ist nicht jeder tag gleich. Habe ja hier schon öfters ausrechnungen gemacht
und dabei die 3% als steuerentlastung neben den anrechnungsfreien betrag aufgeführt.

Die wurde nicht beanstandet, anderseits aber zu recht reklamiert als ich dies mal vergaß.

Vor mir liegt ein rentenbescheid vom 2.08. 2007 mit folgenden angaben auf Anlage 8 Seite 2:

1.243, 39 euro monatlicher zahlbetrag
0.037,30 abzüglich - 3 % steuerentlastung minus
0.693,53 26,27 euro x 26,4.
0.512,56

Das einkommen übersteigt den Freibetrag von

512,56 hiervon sind 40 % anzurechnen mit

205,02 auf die witwenrente.

Ende der durchsage.

Mit freundlichen Grüßen.