Höhe des Rentenbeitrags in einer WfbM

von
Markus

Warum ist die höhe des monatlichen Rentenbeitrags in einer Werkstatt für behinderte Menschen nur 80 % der Bezugsgröße?

Warum werden nicht 100 % der Bezugsgröße eingezahlt?

Dann ist der Rentenbeitrag wenn man in einer WfbM arbeitet niedriger als wenn man auf dem freien Arbeitsmarkt arbeitet?

Hat man in der WfbM keine Nachteile später bei der Rente wenn nur 80 % der Bezugsgröße eingezahlt werden?

von
Rentnerin

Möglicherweise liegt ein Missverständnis vor.

Für Arbeiter in WfbMs werden die Rentenbeiträge unabhängig vom tatsächlichen Verdienst gezahlt, gerade damit überhaupt ein anständiger Rentenanspruch entstehen kann.

Verglichen mit dem sehr niedrigen Verdienst der in einer Werkstatt für behinderte Menschen gezahlt wird, ist die Bezugsgröße hoch.

Der so erworbene Rentenanspruch ist also nicht niedriger als auf dem ersten Arbeitsmarkt:

Bei gleichem Lohn bestünde nämlich auf dem ersten Arbeitsmarkt überhaupt noch keine Rentenversicherungspflicht (Minijob). Wenn aber tatsächlich freiwillig Beiträge gezahlt werden, ist der daraus erwachsende Rentenanspruch lächerlich gering.

Wer heutzutage auf dem ersten Arbeitsmarkt zum Beispiel für eine Leiharbeitsfirma arbeitet, erwirbt einen weitaus niedrigeren Rentenanspruch als jemand, der in einer WfbM tätig ist….

von
Markus

Hat man in der WfbM keine Nachteile als wenn jemand auf dem freien Arbeitsmarkt arbeitet.

Dann wird genau soviel in die Rente eingezahlt genau als wenn man auf dem freien Arbeitsmarkt arbeitet?

Ist die Rente später genau so hoch als wenn man auf dem freien Arbeitsmarkt gearbeitet hätte?

Gibt es Unterschiede bei der Rente ob man in einer WfbM oder auf dem freien Arbeitsmarkt gearbeitet hätte?

Ist die Höhe vom Geld bei beidem gleich?

von
Richard

Hallo Markus,

wenn Du bis zur Rente arbeitest, ist Deine Rente so hoch wie die von jemanden anderen, der auch 80% des Durchschnitts aller Arbeitnehmer in Deutschland verdient.

Du bekommst also genausoviel Rente wie jemand der z.B. 2100EUR/Monat im Jahr 2012 verdient hat (80% von 2625EUR).

Du bekommst aber halb so viel Rente wie jemand der 4200EUR/Monat im Jahr 2012 verdient hat.

Du bekommst aber auch doppelt so viel Rente wie jamand, der 1050EUR/Monat verdient (in 2012).

Gegenüber manchen Menschen bekommst Du also weniger Rente (alle, die mehr als 2100EUR/Monat verdienen). Gegenüber anderen, verdienst Du aber sogar mehr (alle, die weniger als 2100EUR/Monat verdienen). Denn bei den Leuten auf dem ersten Arbeitsmarkt hängt die Höhe der späteren Rente vom eigenen Verdienst ab - bei Dir vom Durchschnitt aller Arbeitnehmer.

Wenn Du also auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht 2100EUR/Monat verdienen kannst, bist Du in Bezug auf die Rente mit einer Tätigkeit in der WfbM sogar besser gestellt als mit einer Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt.

Grüße
Richard

von Experte/in Experten-Antwort

Sehr geehrter Herr Markus,

ergänzend zu den vorangegangen Beiträgen, empfiehlt es sich, Ihre Frage bei einem persönlichen Beratungsgespräch in einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung erläutern zu lassen.

von
Wessi

Die Fragen gabs doch erst kürzlich fast genauso.

von
Markus

Jetzt ist ja die Bezugsgröße der Betrag 2100 Euro.
Wird der Betrag nicht jedes Jahr neu errechnet?
Dann könnte er nächstes Jahr höher sein als 2100 Euro?

Wenn der Beitrag immer für das Jahr unterschiedlich hoch ist, sind dann die Beiträge nicht unterschiedlich?

Es wird doch dann unterschiedlich in die Rentenkasse eingezahlt. Ich meine die Höhe des Beitrag ist unterschiedlich.

Man hat dann keine Nachteile? Wenn der Beitrag z. B. weniger als 2100 Euro sein sollte?

Man hat in der WfbM keine Nachteile später?
Das man z. B. weniger Rente später hat?

Ist die Rente dann genau so hoch als wenn man auf dem freien Arbeitsmarkt gearbeitet hätte?

Braucht man dann noch zusätzlich Sozialhilfe?