Höhe Rentenbeiträge Pflicht Selbständige

von
nurnochamwundern

Ich war vom 09.11.2004 als Ich Ag selbständig und deshalb beitragspflichtig bei der ges. Kassen. Innerhalb dieser Selbstänigkeit habe ich mir ein zweites Standbein aufgebaut, da die Erlöse aus dem ersten Geschäft nicht ausreichten, um meinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Ich verkaufte mich als Ausbilder auf Honorartätigkeit, weiß auch, dass ich als Lehrende in jedem Falle Pflichtverischert in der ges. Rentenkasse bin. Da ich jedoch bereits monatlich Pflichtbeiträge abführte, richtete ich erst nach dem Ende des dritten Jahres eine Anfrage an den Rententräger, mit der Bitte mir den zu zahlenden Beitrag für mein Einkommen aus Honorartätigkeit zu berechnen. Dabei teilte man mir mit, dass ich Beiträge nachzuzahlen hätte in voller Höhe auf das eingenommene Honorar ohne Berücksichtigung der bereits gezahlten Beitäge. Ich kann dieses Geld nicht aufbringen und insgesamt entspräche das auch einen weitaus höheren Beitragssatz als 19,5 %. Wie soll ich mich verhalten. Welche gesetzliche Regelung trifft hier zu

von
no name

Bei Ihrem Fall handelt es sich um eine klassische Mehrfachversicherung.

Sie waren sowohl als Selbständige, als auch als Lehrkraft versicherungspflichtig, daher müssen auch aus beiden Versicherungsverhältnissen Beiträge entrichtet werden. Eine "Verrechnung" mit den bereits gezahlten Beiträgen erfolgt hier nicht.

Wenn jemand zwei Arbeitgeber hat, und bei jedem über 400 € verdient, muss er auch bei beiden Beschäftigungen Beiträge an die RV zahlen.

Allerdings werden Beiträge höchstens von der Beitragsbemessungsgrenze (2008: 5300 € monatlich) berechnet, also sollte Ihr Verdienst aus Selbstständigkeit und Lehrtätigkeit darüber gelegen haben, achten Sie darauf, dass nur die BBG zugrunde gelegt wurde.

von Experte/in Experten-Antwort

Dem Beitrag von "no name" ist nichts hinzuzufügen.

von
nurnochamwundern

Ihre Antwort hab ich schon gehört, jedoch habe ich ja wie schon geschrieben Beiträge abgeführt, die Honorartätigkeit war dann im vergangenen Jahr das Haupteinkommen, aus der Ich AG sind etwa monatlich 350,00 € geflossen, die ich demzufolge mit einem Beitragssatz von um die 80 % rentenversichert habe. Habe nicht ein Gesetz gefunden, wo die gegebene Antwort der Bfa und also auch Ihre belegt ist (Einkommensbegriff) Wäre nett, wenn Sie mir noch par Paragrafen geben könnten

von
Vorsicht

§ 2 SGB VI - Versicherungspflicht von Selbständigen...

§ 165 SGB VI (i.V.m. § 15 SGB IV) - hinsichtlich der Grundlagen für die Beitragsberechnung

von Experte/in Experten-Antwort

Hauptsächlich § 22 Abs. 2 SGB IV

von
nurnochamwundern

Tut mirleid genau in diesen Paragrafen steht nichts darüber, dass ich für jede Einkommensart getrennt behandelt werden muss
im Gegenteil aber naja ich probiere halt meinen Widerspruch und ansonsten will ich schon wie alle anderen behandelt werden, nicht weniger bezahlen, aber eben AUCH NICHT MEHR und dann wundere ich mich eben über die Mentalität der Gesamtdeutschen immer alles hinzunehmen wenn die Behörden das so wollen, das kenne ich von früher nicht und solche Ungerechtigkeiten ebenfalls nicht ich hab noch mehr davon auf Lager übrigens

von
Vorsicht

Nach § 22 Abs. 2 SGB 4 dürfen beim Bestehen mehrerer Versicherungsverhältnisse innerhalb desselben Zeitraumes die beitragspflichtigen Einnahmen die für das jeweilige Versicherungsverhältnis maßgebliche Beitragsbemessungsgrenze nicht übersteigen. Sofern das der Fall ist, sind die Einnahmen für die Beitragsberechnung nach dem Verhältnis ihrer Höhe so zueinander zu mindern, dass die beitragspflichtigen Einnahmen zusammen höchstens die Beitragsbemessungsgrenze erreichen.
Beim Zusammentreffen mehrerer versicherungspflichtiger selbständiger Tätigkeiten (z.B. Versicherungspflicht nach § 2 Nr. 8 und § 2 Nr. 9 SGB 6) ist eine anteilige Aufteilung der beitragspflichtigen Einnahmen nach § 22 SGB 4 grundsätzlich nicht vorzunehmen.

Dem Versicherten gegenüber wird nur ein Beitrag gefordert, wobei unterschieden wird, ob der versicherungspflichtige Selbständige einkommensunabhängige oder einkommensabhängige Beiträge zahlt:

a) einkommensunabhängige Beitragsberechnung

Selbständige, die der Beitragsberechnung ohne Rücksicht auf die Höhe ihrer Einkünfte ein Arbeitseinkommen in Höhe der Bezugsgröße/halben Bezugsgröße zugrunde legen, haben aus den Mehrfachversicherungen insgesamt nur einen Regelbeitrag bzw. einen halben Regelbeitrag zu zahlen. Ein halber Regelbeitrag darf allerdings nur gezahlt werden, wenn und solange seit Aufnahme der ersten selbständigen Tätigkeit noch keine drei Kalenderjahre abgelaufen sind.

b) einkommensabhängige Beitragsberechnung

Bei mehrfachversicherten Selbständigen, die eine einkommensgerechte Beitragszahlung wählen, wird ein Beitrag unter Zugrundelegung der Einkünfte aus allen versicherungspflichtigen selbständigen Tätigkeiten berechnet.

von
nurnochamwundern

na dann doch noch mal danke, damit lässt sich was anfangen,
... ich hab mir den §2 SGB VI noch mal vorgenommen und da steht es wie folgt:
Satz 1 besagt die Situation für Lehrer
dann wird aufgezählt wer alles noch beitragspflichtig ist danach kommt Satz 10, nämlich Beitragspflicht entsprechend § 421 l SGB III (Existenzgründerzuschuss) und danach folgende Einschränkung
Nach Satz 1 Sätze Nr. 1 bis 9 ist nicht versicherungspflichtig, wer in dieser Tätigkeit nach Satz 1 Nr. 10 versicherungspflichtig ist....

von Experte/in Experten-Antwort

Er ist nicht nach § 2 Nr. 8 u. 9 sondern nach § 2 Nr. 1 und Nr. 10 SGB VI pflichtig! und dann wird die Begrenzung geprüft.

von Experte/in Experten-Antwort

Der 2. Satz trifft auf Sie nicht zu, denn "...........in dieser Tätigkeit...."; Sie waren nicht als Lehrer in der Ich-AG! Sondern es waren zwei unterschiedliche Tätigkeiten, so dass trotzdem 2 X zu prüfen war.

von
Happy

Hallo Wunderer,

also den Widerspruch können Sie sich sparen (aber nur wenn Sie wollen),
durch diese ganzen Paragrafen sind Sie meiner Meinung nach viel verwirrter als vorher. Obwohl eigentlich alles geschrieben wurde, möchte ich es Ihnen nochmals verdeutlichen.

Sie unterliegen als Ich AG'ler der Versicherungspflicht Kraft Gestzes solange Sie diesen Existenzgründungszuschuss erhalten. Vollkommen egal wie hoch oder niedrig Ihre Einnahmen sind oder waren!!!
Der Zuschuss diente hauptsächlich dazu, das die Sozialversicherungsbeiträge "zahlbar" sind und nicht um Ihren Leasingvertrag für eine Auto zu deckeln! (Ist nicht bös gemeint)
Die Versicherungspflicht als "Lehrer" besteht auch Kraft Gesetzes allerdings unter Berücksichtigung des Einkommens (mehr als geringfügig!). Das sind 2 paar Schuhe und nun wird geprüft, welche Beiträge aus beiden Tätigkeiten zu zahlen sind! So einfach ist das!
Den Satz aus dem § 2 zum SGB VI, welchen Sie zitiert haben, will ich auch nochmal kurz erläutern...

nehmen wir mal einen Arbeitslosen, der sich als Lehrer selbständig gemacht hat und einen Existenzgründungszuschuss von der AfA hierfür erhielt. Soweit so klar.
Jetzt ist der selbständige "Lehrer" ja eigentlich nach 2 Möglichkeiten in der gesetzlichen RV rentenversicherungspflichtig.
Nämlich nach Nr.1 und Nr. 10
( da sind wir uns doch einig)
Nun bedeutet dieser Satz ganz einfach Folgendes. Die Versicherungspflicht nach Nr. 10 ist vorrangig zu Nr.1. Im Anschluss an die drei Jahre Zuschuss ist dann die Nr. 1 zu prüfen!!! (so ist das gemeint)
Wenn das nicht so wäre, dann würden der "Lehrer" wenn er denn geringfügig selbständig wäre, ja eigentlich "rausfallen" aus der VP. Durch den Zuschuss jedoch bleibt die VP für die ersten drei Jahre in jedem Fall gegeben!!!
Also die Nr. 10 "verdängt" erstmal die Nr.1, so ist dieser Satz zu verstehen.

Bitten Sie um "Dispositionszahlung" für die Beitragsschuld, mehr werden Sie sowieso nicht erreichen!

MfG
Happy

p.s. warum haben Sie sich nicht "schlau" gemacht als Sie die zweite Selbständigkeit begonnen haben? Sie hätten das in jeder Beratungsstelle der DRV sofort erfahren! Hinterher ist das "Geschrei" immer groß und die "Behörden" sind so unmöglich, dass Sie "nurnochamwundern" sind.

von
nurnochamwundern

Ich hab mich schlau gemacht und da wurde mit keinem Wort erwähnt, was auf mich zukommt, ich wusste auch, dass der Dozentenjob beitragspflichtig ist... und mir geht es überhaupt nicht darum keine Beiträge zahlen zu wollen, denn ich bin vor 1960 geboren und wollte zum Zeitpunkt der Selbstständigkeit freiwillig in der gesetzlichen Rentenvers. bleiben, jedoch zu fairen gleichen Konditionen, wie alle anderen Beitragspflichtigen auch und nicht für das Doppelte...(gemeint ist das wirklich Doppelte also 40 %)
... und ich bin froh, dass ich diesen Schritt so gewagt habe, denn so bin ich wieder in Arbeit gekommen...

von
Happy

um es abzuschließen...

Sie schreiben, dass Sie sich "schlau" gemacht haben. Beim Steuerberater? Denn in einer Beratungsstelle der DRV hätten Sie wie oben von mir beschrieben, sofort erfahren was auf Sie zukommt! (Ich unterstelle jetzt mal, dass die Mitarbeiter dort so beraten hätten) Ich sage es immer wieder, wenn Sie eine Frage zur gesetzlichen Rentenversicherung haben, dann gehen sie auch dort hin und nicht zum Finanzamt oder fragen die Krankenkasse. Das ist einfach nicht deren Rechtsgebiet und da kann man schnell mal ne falsche Aussage erhalten.
Wenn sie etwas über ihren KV-Beitrag wissen möchten, rufen sie die KK an und wenn sie etwas über ihre Lebensversicherung (Beispiel) wissen möchten, rufen sie den Versicherer an. Ich bin davon überzeugt, dass viele Selbständige eigentlich gar nicht so "dumm" sind. Die haben wahrscheinlich die Hoffnung, wenn sie sich nicht melden, muss ich auch nix zahlen!!!
Da könnte eine Nachfrage ja den "schlafenden Hund" wecken. Aber es ist wie es ist.
"Irgendwann kriegen wir Euch!"
Der Betriebsprüfdienst oder aber auch der Steuerbescheid ist ja auch noch da...

Also nix für Ungut und ich meine das o.g. ganz allgemein und nicht explizit auf Sie bezogen!

Versuchen Sie wie gesagt, eine Ratenzahlung mit der DRV auszuhandeln.

MfG
Happy

p.s. und "doppelt" zahlen Sie auch nicht. Da liegen Sie auf dem Holzweg! Sie zaheln aus beiden Tätigkeiten zwar Beiträge (19,9 %) aber Sie verdienen ja auch in beiden Tätigkeiten. Sie wären, wenn dem nicht so wäre ja besser gestellt als ein Angestellter der zwei Jobs hat! Der muss ja auch aus beiden Beschäftigungen zahlen! Das Argument zieht hier nicht! Und nehmen wir einen Angestellten mit nur einem Job, der ingesamt genauso viel verdient wie Sie, der zahlt ja auch aus diesem Einkommen seine Beiträge! (bis zur BBG) Der einzige Unterschied besteht darin, dass Sie die 19,9 % "allein" zahlen müssen, der Angestellte nur hälftig! Aber das haben Sie sich ja so ausgesucht und nicht die DRV!!!

Also ich wünsche Ihnen viel Erfolg und dass Sie einsichtiger werden.

Happy

von
nurnochamwundern

Jetzt muss ich doch noch mal antworten, da Sie es wahrscheinlich nicht mitgekriegt haben, überlesen oder sonst etwas oder wenn ich es mit Ihnen bereden könnte hätten Sie wahrscheinlich einfach nicht zugehört...
1. Ich will bzw. wollte als Selbständige freiwillig in der gesetzlichen Rente verbleiben, nicht zuletzt, weil ich noch vor 1960 geboren bin und damit doch noch ein paar Vorteile verbunden sind, die die jüngeren Beitragszahler nicht haben
2. ich bezog im Jahre 2007 aus meiner ersten selbständigen Tätigkeit und so habe ich es auch angegeben monatlich etwa 375,00 Euro für die ich jeden Monat 174,69 Euro in die ges. Rente gezahlt habe.
3. Ich habe und so leben nun mal die meisten Selbständigen, die ich kenne am Anfang des Jahres 2007 nicht gewusst, aus welcher selbständigen Tätigkeit ich wieviel verdienen werde (mein erster Dozentenvertrag belief sich auf 400 Stunden für das 2007) und wieviel Zeit ich für die jeweilige Tätigkeit aufbringen würde. Deshalb ließ ich nach Ablauf der Rentenpflicht aus Ich AG meine Rentenpflicht prüfen und erwartete durchaus eine Nachzahlung entsprechend meiner Einnahmen 2007 aus der BWA (Steuerbescheid liegt noch nicht vor)
Jetzt wird mein Fall aber so behandelt, als hätte ich überhaupt noch keine Beiträge gezahlt und es wird keine Beachtung der Tatsache geschenkt, dass auch mein Tag nur 24 Stunden aht und wenn ich mich im Laufe 2007 dann doch für über 1000 Stunden als Ausbilder einkaufen konnte, so liegt das sicher daran, dass ich eine sehr gute Arbeit geleistet habe hat aber als Konsequenz zur Folge, dass ich meine Tätigkeit als Mitgesellschafter im Einvernehmen mit den anderen Gesellschaftern verminderte, das heißt diese übernahmen verschiedenen Arbeiten. Natürlich, dass ich da an den Gewinnen nicht so beteiligt sein kann, wie vorher.
Vielleicht noch nur allgemein nur soviel. Die Gesellschaft mit bürgerlicher Haftung arbeitet im Hochbau, das heißt äußerst risikovolles Geschäft in Deutschland und ich wollte durch die neue Tätigkeit ein bischen mehr Sicherheit
Ich werde Sie vielleicht ab und zu mal über den Stand der Dinge informieren

von
Happy

Hallo nochmal,

habe Ihren Beitrag eben gelesen und ich glaube auch verstanden ;-)

Aber irgendwie sind "Sie" auf dem Holzweg!

Nochmal, Sie haben keine Wahl!!! Sie können und Sie konnten sich niemals in der Art Ihrer selbständigen Tätigkeiten freiwillig versichern!!!

Ich glaube da liegt Ihr Verständnisproblem.
Sie unterliegen in beiden Tätigkeiten der Versicherungspflicht vom Gesetz her und haben überhaupt keine Wahl!

Ob Sie nun nachzahlen müssen und wieviel erfahren Sie ja demnächst. Ich kann nur schreiben, dass Sie völlig falsch liegen.

Lesen Sie nochmal den § 2 zum SGB VI. Da ist NIE die Rede von der Möglichkeit der freiwilligen Zahlung, sondern IMMER von Pflichtversicherung!!!!!!!!!!!!

Wenn Sie Ihr vorhandenes Wissen auch so an den "Mann" bringen, dann wundert mich nix mehr!

Sorry, aber Sie haben angefangen!

Happy